Was für ein großartiges Land!

Land des Lächelns wird Thailand oft genannt. Das können wir nur bestätigen. Es mag an der unglaublich reichen Kultur, den Naturbelassenen Landschaften, den einzigartigen Tempelanlagen, den traumhaften Stränden, dem exquisitem Essen liegen - was die Lebensfreude, die die Bewohner dieses Landes ausstrahlen, bewirkt.

Die Ausläufer des Himalajas prägen den Norden des Landes, Zentralthailand ist die Reiskammer des Landes, bewässert vom Maenam Chao Phraya und seinen Quellflüssen. Pattaya, Rayong sowie die Insel Koh Samet haben die östliche Küstenebene bekannt gemacht. Der River Kwai und der Drei Pagoda Pass sind die Attraktionen des westlichen Berglandes. Zinn und Kautschuk brachten Wohlstand auf die malaiische Halbinsel im Süden. Heute sind Phuket und Koh Samui beliebte Ferienziele.

Noch immer ist Thailand ein Agrarstaat, trotzdem kann man das Land zu den führenden Industrienationen Asiens zählen. Wie in den meisten Ländern, begann die Industrialisierung mit der Textilindustrie, welche immer noch immens wichtig für den Export ist. Aber auch die Elektronikindustrie kann sich sehen lassen. Danach kommt der Tourismus als Devisenbringer.

Wie in allen anderen Ländern auch, bringt dieser Wohlstand auch seine Probleme mit sich. Luft- und Wasserverschnutzung, extreme Verkehrsprobleme und Zerstörung der Natur zieht dieser Aufschwung nach sich. Man ist sich jedoch der Probleme bewusst und geht diese offensiv an. Durch Aufklärung und präventive Maßnahmen soll die jeweilige Situation verbessert werden.

Trotzdem schafft es das Land, dass die Traditionen bewahrt werden und die Charaktereigenschaften beibehalten werden. Die Tatsache, dass Thailand nie ein Kolonialstaat war, mag ein Grund für die Unantastbarkeit der kulturellen Werte sein.

Seit Anfang der 90er Jahre waren wir viele Male in Thailand. Reisen über mehrere Wochen bis hin zu kurzen Stippvisiten. Immer wurden wir freundlich aufgenommen und haben herzensgute Menschen kennen gelernt. Man kann von den Thailändern soviel lernen, über das Miteinander, über Geschäfte, über die Natur - einfach über alles.

     
     
 
 
     
     

Bangkok

Was für ein Moloch - der Verkehr, eine einzige Katastrophe. Obwohl sich die Situation in den letzten 10 Jahren erheblich gebessert hat, ist der Verkehr immer noch Gesprächsthema Nummer 1. Der Bau der Expressways auf Hochtrassen, der U-Bahn und des Skytrains haben erheblich zur Entlastung beigetragen.

Trotzdem ist Bangkok ein Paradies für jeden Touristen. Zahllose Sehenswürdigkeiten warten auf einen - allein ca. 400 Tempel. Günstige Einkaufsmöglichkeiten locken. Ein vielfältiges Nachtleben erwartet einen, Tausende von Restaurants, die alle namhaften Küchen der Welt servieren. All das macht aus der Stadt eine der pulsierendsten und aufregendsten Metropolen Südostasiens.

Leider haben die ausufernden Bautätigkeiten das Stadtbild nicht nur zum positiven verändert. Die einst so zahlreichen Klongs oder Kanäle, die Bangkok den Beinamen "Venedig des Ostens" gaben, sind nur noch in einigen Außenbezirken der Stadt zu sehen, und, genauso wie der Chao-Phraya-Fluss, der sich durch Bangkok schlängelt, sehr verschmutzt.

Man schätzt, dass die Stadt ca. 8 Millionen Einwohner hat - so ganz genau weiß es keiner. Die Stadt bietet als Wirtschafts-, Verkehrs- und Industriezentrum zahlreiche Arbeitsplätze, und die Löhne liegen höher als in den meisten anderen Landesteilen.

Immer wieder gerne besuchen wir, in Verbindung mit einer Klong-Fahrt, den Wat Arun (Tempel der Morgenröte). Die mit lackierten chinesischen Porzellan dekorierten Prangs spiegeln das Sonnenlicht. Irgendwie strahlt der Tempel eine Ruhe aus, die in dieser riesigen Stadt einfach wohl tut.

Der Wat Po beherbergt den 45 m langen und 15 m hohen, mit Goldplättchen verzierten, liegenden Buddha. Die Darstellung zeigt, wie Buddha ins Nirwana übergeht. Auf dem Gelände befinden sich noch weitere 400 Buddhafiguren aus den verschiedensten Epochen. Außerdem gilt der Tempel als Zentrum der traditionellen Medizin und der Massage; zahlreiche Masseure und Masseurinnen bieten ihre Dienste an.

Einer der berühmtesten Tempel des Landes ist wohl der Wat Phra Kaeo mit seinem Emerald Buddha (smaragdenen Buddha). Man vermutet allerdings, der Buddha ist eher aus Jade. In der Anlage stehen diverse furchterregend aussehende Yaks, dämonische wirkende Tempelwächter.

Der königliche Palast - der Grand Palace - wird heute nur noch für zeremonielle Ereignisse. Beim Besuch ist unbedingt auf korrekte Kleidung zu achten, also keine Shorts, Gummilatschen oder tief ausgeschnittene Blusen. Der Herr hat eine lange Hose an, die Frau hat die Schulter und Knie bedeckt.

Dies nur ein minimaler Einblick in die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ein Besuch einer der zahlreichen Nachtmärkte - ein Muss für jeden Touristen. Essen an einen der Stände - ein Hochgenuss für die Sinne.

Ganz toll ist der Besuch des schwimmenden Marktes bei Damnoen Saduak (die günstigen Verkehrswege). Der Name lässt erahnen, wie wichtig die Klongs waren. Schwimmender Markt heißt auf Thai Talaat Naam - wörtlich übersetzt Wassermarkt. Zahlreiche Boote, beladen mit Obst, Gemüse, Blumen, Fleisch und sonstigen Naturalien, gesteuert von Marktfrauen in ihren traditionellen breiten Korbhüten, geben wunderbare Fotomotive her. Das rege Treiben auf den schwimmenden Märkten beginnt bei Sonnenaufgang, gegen acht oder neun Uhr erreicht es seinen geschäftigen Höhepunkt.

In Bangkok angekommen, merkt man sofort, wie Religion wahrlich gelebt werden kann. Auch die Verehrung des Königs Bhumipol ist überall zu spüren. Nicht wenige Thais sprechen ehrfurchtsvoll von "mein König". Diese Verehrung wird nüchtern begründet. Bemüht sich der König von Beginn seiner Amtszeit an um das Wohlergehen seiner Untertanen. Er bereiste auch die entlegensten Gegenden um sich über Probleme vor Ort zu erkundigen. Persönlich überwacht er das erreichen gesetzter Ziele, fördert Projekte des Umweltschutzes, Förderung der sozial Benachteiligten und vieles mehr. So lässt sich die tiefe Hingabe zum Königshaus verstehen.

Innerhalb der Stadt kommt man sehr gut mit dem Tuk-Tuk voran. Ein dreirädriges, motorisiertes Minitaxi, anderswo als Motor-Riksha bekannt. Nicht vergessen, den Preis vorher auszuhandeln. Aber auch die Taxi-Meter kann man gut nutzen - kosten genauso viel.

Noch viel könnte man über Bangkok schreiben. Aber dies soll ja kein Roman werden - außerdem muss man diese Stadt einfach erleben.

     
     
 
 
     
     

Ayutthaya

Bis zu ihrer Zerstörung 1767 durch burmesische Truppen war Ayutthaya über 400 Jahre lang die Königsstadt des siamesischen Reiches. Im 17. Jahrhundert, dem Höhepunkt der Macht ihrer Monarchen, wurde eine Stadt errichtet, die es mit allen europäischen Städten aufnehmen konnte.

Auf dem riesigen Areal wurden 29 Festungen, über 370 Tempel erbaut. Man pflegt regen internationalen Handel und Schiffe aus aller Welt segelten mit ihrer Ware den Menam Chao Phraya hinauf. Die Pracht bei Hofe war so legendär, es siedelten sich Europäer, Chinesen und Japaner in der Stadt an.

Die Zerstörung dieser Stadt hat man den Burmesen nie verziehen. Es heißt, das Gold Ayutthaya bedeckt die Shwedagon-Pagode in Rangoon. Was nicht zerstört wurde verfiel und wurde vom Dschungel überwuchert. Die Könige kehrten nie wieder an diesen Ort der Niederlage zurück - die neue Hauptstadt hieß Bangkok.

Man braucht etwas Fantasie, um die Ausmaße der alten Stadt zu erahnen. Das weitläufige Gelände durchzieht fast die gesamte "neue" Stadt und wird durch Wohnhäuser und Gärten aufgesplittet. Abends werden die wichtigsten Ruinen und Tempelanlagen von Scheinwerfern erleuchtet.

     
     
 
 
     
     

Lopburi

Gute 77 km nördlich von Ayutthaya kommt man nach Lopburi. Diese Stadt war im 10. Jahrhundert schon die Hauptstadt eines Khmer-Reiches. König Narai machte sie dann im 17. Jahrhundert zu seiner zweiten Hauptstadt.

Viele Ruinen von Tempel- und Palastanlagen sind schon im Stadtkern zu sehen. In der Stadt gelten die Affen als heilige Tiere. Sie werden gefüttert und genießen Narrenfreiheit.

Augenfälliges Wahrzeichen der Stadt sind drei mächtige Prangs, Symbole für die hinduistische Dreifaltigkeit Brahma (der Schöpfer), Vishnu (der Bewahrer) und Shiva (der Zerstörer).

     
     
 
 
     
     

Phitsanulok - Sukhothai - Lampang

Während der Ayuthaya-Periode (1350 - 1767) war Phitsanulok das politische und militärische Zentrum des Landes; König Naresuans wurde hier geboren. Wenn Myanmar mal wieder Thailand Angriff, diente die Provinz den Königen von Ayuthaya als Schlachtfeld und Kriegsschauplatz. Von 1448 - 1488 war Phitsanulok Hauptstadt des Königreichs Ayutthaya.

Hier fließen die Flüsse Nan und Kwai Noi zusammen, seit Jahrtausenden leben viele Menschen auf dem Wasser, auf Booten und Flößen. In der Vergangenheit war die Stadt ein wichtiges Handelszentrum zwischen Nordthailand und Bangkok. Leider wurden viele der alten Holzhäuser der Stadt während einen Großbrandes in den 50iger Jahren zerstört.

Eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt ist der Wat Phra Si Rattana Mahathat mit seinen Wandmalereien und dem 500 Jahre alten Phra Buddha Chinarat, dem schönsten und bedeutendsten Buddhastandbild Thailands aus der späten Sukhothai-Periode, gefertigt aus vergoldeter Bronze.

Sukhothai gilt als die Wiege Thailands. Bis zum 13. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Khmers beherrscht bis die ersten Thais, wohl aus dem südlichen China kommend, diese Stadt einnahmen. Die Macht der Khmers bröckelte immer mehr und die Thais gewannen immer größeren Einfluss, bedingt durch ihren liberalen Regierungsstil. Sklaverei gab es nicht, die Steuern wurden im moderaten Rahmen gehalten. Die Staatsform war zwar schon die eines Königreichs, aber der Herrscher regierte nicht absolut. So unterwarfen sich immer mehr Fürstentümer.

Nachdem König Ramkhamhaeng 1279 den Thron bestieg wurde Sukhothai zur Hauptstadt des Königreichs Siam erklärt. In den folgenden Jahren eroberten seine Armeen ein Gebiet, das sich über die heutige Fläche Thailands erstreckte. Im Osten und Süden reichte das Reich bis in das heutige Myanmar und praktisch die gesamte Malaiische Halbinsel gehörten zu diesem Herrschaftsbereich. Dieser König eroberte aber nicht nur, er schuf auch die heute bekannte Thai-Schrift. Seine in eine Steintafel gemeißelte Regierungserklärung wird im Nationalmuseum von Bangkok verwahrt. Nach seinem Tode endete jedoch die Blüte dieses Königreichs jäh. Seine Nachfolger waren sich uneins, Ayutthaya gewann immer mehr an Macht, ein neues Thai-Königreich wurde hier gegründet. Im Jahre 1376 wurde Sukhothai annektiert, nach nur 138 Jahren endet die Geschichte dieses unabhängigen Reiches.

Heute bildet die Ruinenstadt Sukhothai Historical Park (UNESCO Weltkulturerbe) die wichtigste Touristenattraktion. Pläne, dieses Gelände zu restaurieren, gab es schon 1942 - aber erst 1950 wurde eine Bestandsaufnahme gemacht; mit den ersten Arbeiten wurde 1950 begonnen. Innerhalb und außerhalb der alten Stadtmauern kann man heute fast 200 Tempelruinen bewundern.

Lampang, einzige Stadt deren öffentlicher Verkehr aus Pferdekutschen besteht. Berühmt ist die Stadt auch für die einzige Schule für Babyelefanten. Die Stadt dient dem Reisenden meist als Zwischenstation nach Chiang Rai. Einzigartig, einer der für uns schönsten Tempel Thailands, der Wat Phra That Lampang Luang. Ein gutes Beispiel burmesischer Baukunst. Die Gebäude sind reich mit Holzschnitzereien verziert. Buddha selbst soll hier vorbeigekommen sein und eine Haar-Locke gespendet haben. Diese wird im Chedi aufbewahrt.

 

     
     
 
 
     
     

Eindrücke vom Mekong

Mae Chan - Grenzübergang

Chiang Rai

Die Stadt, gelegen in der gleichnamigen nördlichsten Provinz des Landes, wurde erst 1262 von König Mengrai gegründet. König Rama I. gliederte sie 1786 dem thailändischen Reich an und König Rama VI. erklärte 1910 das Gebiet zur eigenständigen Provinz.

Der Mekong bildet im Norden eine Grenze zu Laos und Myanmar - der Platz ist bekannt als das Goldene Dreieck. Die Landschaft ist gebirgig und zum großen Teil mit tropischen Regenwald bedeckt. Zahlreiche verschiedene Bergstämme, Thais, alte Eingeborenenstämme wie die Lawa oder die Khamu, Shans, Laos, Chinesen und Mon, alle leben sie hier friedlich und ohne Reibereien miteinander. 

Nur durch eine Brücke von Myanmar getrennt ist Mae Chan; die nördlichste Stadt Thailands. Eine Bootsfahrt auf dem Mekong, entlang der Grenze zu Laos ist leicht zu organisieren und ein schönes Erlebnis. Die Boote entsprechen nicht mehr dem Klischee, welches man von einer Bootsfahrt auf dem Fluss hat. Sie sind ohrenbetäubend laut und sehr schnell. Zeit ist Geld - das wissen auch die Thais.

Unvergessen ist uns ein Elefantenritt zu einem der Bergdörfer. Weit und breit keine anderen Touristen - nur der Elefantenführer, der meist nicht zu sehen war und wir. Im Bergdorf selbst wollten die Einwohner nicht fotografiert werden, was wir natürlich auch respektierten. Mulmig wurde uns nur, als der Elefant auf dem Rückweg anfing die Schweine des Dorfes zu jagen. Mit lautem Trompeten trabte er los, erst ein ziemlicher Tritt hinter das Ohr brachte ihn zum stehen.

Von Chiang Rai lassen sich tolle Trekking-Touren organisieren. Die Landschaft ist wirklich einmalig. Viele Bergdörfer werden als Touristenattraktion hergezeigt, was die Bewohner veranlasst nicht mehr der Landwirtschaft nachzugehen - schade. Es gibt aber viele Dörfer, in denen die soziale Struktur in Ordnung ist. Man sollte seinen Reiseführer, wenn man einen hat, darauf hinweisen - dann werden einen die "natürlichen" Dörfer gezeigt.

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Chiang Mai

Die wegen ihres fast schon europäischen Klimas bekannte Stadt liegt ca. 700 km von Bangkok entfernt in einer Talebene, umgeben von Bergen, die bis zu 1500 Meter hoch sind. Bedingt durch dieses Klima gedeihen hier besondere Orchideen und Rosen und erlaubt den Anbau von Erdbeeren, Äpfeln und vielen anderen Früchten. Man nennt Chiang Mai auch die "Rose des Nordens".

Die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Lanna wurde bereits 1296 nach Christus gegründet und war das Zentrum für Religion, Kultur und Handel im goldenen Dreieck. Von 1556 bis 1755 stand das Gebiet unter burmesischer Herrschaft; danach war man bis 1920 selbstständig und isoliert von Bangkok. Heute gilt die Stadt als die zweitgrößte Thailands.

Leider sind die meisten der schönen alten Häuser Betonbauten gewichen und die Straßen sind voller Autos, Motorräder und nicht zu vergessen Tuk-Tuks (fast so schlimm wie in Bangkok). Chiang Mai hat sich aber trotz aller dieser Erscheinungen der modernen Zeit doch einen eigenen Charme bewahren können, und auch heute noch kann man stille Eckchen und prächtige Teakholztempel mit herrlichen Schnitzereien und goldenen Dächern und Chedis entdecken.

Innerhalb der Stadt gibt es, wie schon erwähnt, zahlreiche Tempel zu erkunden, zum Pflichtprogramm sollte aber auf alle Fälle der Wat Pra That Doi Suthep gehören. Der wohl bekannteste Tempel der Region liegt etwas außerhalb der Stadt auf dem Berg (Doi = Berg). Es dauert eine Weile, bis man die Serpentinenstraße hochgefahren ist und an die Steintreppe mit 300 Stufen kommt, zu deren Seiten sich steinerne Schlangen winden (Nagas). Hier geht es hoch zum Tempel - es gibt auch eine Zahnradbahn.

Innen befindet sich ein großer viereckiger goldener Chedi und an jedem Ende des Tempelhofs steht ein mit Gold und bunten Einlegearbeiten geschmückter Viharn . Keines der gegenwärtigen Gebäude (Wat Phra That Doi Duthep ist eigentlich ein sehr altes Heiligtum) ist antik oder von besonderem künstlerischem Wert, aber sie sehen einfach wunderschön aus mit ihren glitzernden Chofahs und  funkelnden Glasornamenten, besonders im Kontrast zu dem strahlend tiefblauen Himmel. Der Blick von der Ballustrade über Chiang Mai ist einfach herrlich.

Ein lohnenswerter Besuch ist auch eine Orchideenfarm. Selten haben wir derart schöne Exemplare gesehen.

Ein weiteres tolles Erlebnis war der Besuch eines Elefantencamps bei Mae Sa. Hier werden über 70 Elefanten gehalten - genauso viele Mahouts gibt es. Bei der täglichen Show nehmen die Tiere zunächst ein Bad im Fluss. Sie werden von ihren Mahouts gewaschen und geschrubbt - mitunter erhält man als Zuschauer eine "Dusche" aus ihren Rüssel. Die Babies kommen gerne auf die Zuschauer zu und betteln um Bananen und Zuckerrohr (beides wird zum Verkauf angeboten und kann gerne zugesteckt werden). Nach dem Bad werden die Elefanten auf einer großen Arena auf einem Hügel paradieren und ihre Tricks vorführen - auf Hinterbeinen stehen, Teakstämme herummanövrieren, und so weiter.

Ein Spaziergang am Mae Sa Wasserfall ist einfach wundervoll. Die ganze Gegend inspiriert auf vielfältige Art und Weise. Auch sind leicht Ausflüge zu Bergvolksstämmen möglich. Es gibt dann noch die "Hotsprings" - heiße, stark dampfende, schwefelhaltige Quellen in der Nähe. Man kann rohe Eier kaufen, die dann in Körbe gelegt werden und dann an langen Stangen in die heißen Quellen gelegt werden.

     
     
 
 
     
     

Mae Hong Son

Die wilde Berglandschaft, die von teilweise unzugänglichen Dschungel gesäumt ist, führte dazu, dass die Gegen lange Zeit isoliert war. Dies führte zu einer gewissen Rechtsfreiheit, so dass sich hier ein Drogenumschlagplatz etablieren konnte. Heute ist die von Bergen umrahmte Stadt mit dem Auto in 6 - 8 Stunden von Chiang Mai aus zu erreichen (Südroute 350km oder über die Nordroute mit über 1.200 Serpentinen 245km) . Erheblich bequemer ist aber die Anreise mit den Flugzeug (aber Achtung - häufig werden sämtliche Flüge wegen Nebel gestrichen). Der Flughafen von Mae Hong Son liegt mitten im Ort - der Anflug ist immer nur aus einer Richtung möglich, da die andere Seite durch Berge versperrt ist.

In der Vergangenheit wechselten die Besitzverhältnisse oft zwischen Thailand und Myanmar. Es gab zwar nie große Kämpfe in dieser Gegen, die Bergvölker führten ihr friedliches Leben, unter welcher Herrschaft auch immer. Auch heute noch gibt es Spannungen an der Grenze, die jedoch nicht von den Staaten selbst ausgehen, sondern von Freischärlern und politischen Aktivisten. Ein großer Teil der Bevölkerung sind Shan, ein Volk, dass von Burma eingewandert ist, Sie kommen täglich zum lokalen Markt um ihre Waren anzubieten.

Der burmesische Tempel Wat Phra That Doi Kong Mu, auf einem Hügel gelegen, bestimmt das Stadtbild. Hier oben liegt einem die Stadt zu Füßen und man kann den Anblick der umliegenden Berge und Täler genießen. Erbaut wurde der Tempel vom ersten König von Mae Hong Son, Phraya Singhanatracha.

An einem malerischen See mitten in der Stadt liegen der Wat Chong Klang und der Wat Chong Kam mit etwa 100 Jahre alten Glasmalereien und Holzschnitzereien, die aus Myanmar herübergebracht wurden.

Von Mae Hong Son aus lassen sich Touren zu den verschiedenen Bergvölkern organisieren. Eine der interessantesten Besuche war für uns der eines Praduang Dorfes. Mit Auto, Boot und zuletzt auf einem Elefanten erreichten wir das Dorf. Die Paduang Frauen bekommen als junge Mädchen, so ab dem 5. Lebensjahr, Halsreifen angelegt. Dies ist dient nicht der Bestrafung, sondern entspricht einem Schönheitsideal der Paduang. Schön muss das schon sein, denn sicherlich gehören die Paduang zu den meist fotografierten Frauen der Welt und ausserden ist es ein Muss. Ohne diese Halsringe wäre eine Frau innerhalb der Ortsgemeinschaft untragbar. Die Anzahl der Ringe wird jährlich um eine erhöht und damit der Hals gestreckt. Sicherlich nicht sonderlich bequem, denn zum Beispiel das Trinken geht mangels der Möglichkeit den Hals nach hinten zu recken, nur mit der Zuhilfenahme eines Strohhalms. Die Ringe sind massiv und deshalb kommt noch ein kleiner Unbequemlichkeitsfaktor dazu, denn nach einigen Jahren sammelt sich ein Gewicht zwischen 4 und 9kg am Hals an. Durch die Tragefunktion der Halsreifen verschwindet jegliche Hals- oder Nackenmuskulatur. Früher wurden Ehebrecherinnen die Halsreifen genommen was unweigerlich zum Erstickungstod mangels Muskulatur führte. Heute ist die Tradition nicht mehr wegzudenken, denn die Halskrausen sind zwar unbequem aber bequem verdientes Geld, denn der Touristenstrom reißt nicht ab.

Etwa 17 km nördlich der Stadt befindet sich eine malerisch im Dschungel gelegene Grotte mit einem Teich - die Tham Pla - Fish Cave.. In diesem Teich befindet sich eine große Anzahl an gut zu beobachtenden exotischen Fischen. Diese teilweise riesigen Fische können mit bereitstehendem Futter gefüttert werden. Etwas weiter unterhalb befinden sich einige altertümliche Wasserräder und ein aberwitziges Musikgerät. Bambusstäbe füllen sich mit Wasser, kippen - wenn voll - durch die Gewichtsverlagerung um und schlagen gegen einen Felsen. Dies erzeugt sonderbare Klänge....

Die Tham Lot Tropfsteinhöhle bei Soppong gelegen ist gewaltig. Guides mit hellen Gaslampen, führen durch die riesige Höhle. Durch die Big Colum Cave mit gewaltigen Stalagmiten und Stalaktiten zum Teil 24 m hoch, die Doll Cave mit glitzernden Tropfsteinen und prähistorischen Felsmalereien. Teilweise wurden die höher gelegenen Zimmer mit steilen Treppen zugänglich gemacht. Ein Fluss fließt durch die Höhlen, man kann sich mit einem Bambusfloß zum hinteren Teil fahren lassen und die Coffin Chamber, am Ausgang besuchen.

Neuste Forschungen haben ergeben, dass die Höhlen bereits vor 12000 Jahren von Menschen benutzt wurden. Man entdeckte, dass vorzeitlichen Einwohner der Höhle bereits vor 9000 Jahren Wildreis anbauten, also 2000 Jahre früher, als man die Kultivierung der Pflanze sonst nachweisen konnte. Die Geschichte dieser Vorzeitkultur wird wohl immer ein Rätsel bleiben, genau wie jene 2000 Jahre alten, bis zu 5 m langen Baumstämme, die sie als Särge benutzten, die man in den Höhlengängen fand. Ein weiteres Spektakel befindet all abendlich bei Sonnenuntergang vor dem Höhlenausgang statt, wenn abertausende Mauersegler ihren Schlafplatz mit den Fledermäusen tauschen.

Entsprechende Kleidung und Schuhwerk, eine Carbid-Lampe und ein erfahrender Führer sind die Voraussetzungen, um auf Entdeckungsreise in diese einmalige Höhlenwelt einzutauchen. Die Besichtigung der Höhlen ist nur geübten Wanderern zu empfehlen, denen es auch nichts ausmacht, über wackelige Leitern aus Bambus zu klettern und durch den Schlamm zu waten. Das Auge wird mit wunderschönen Stalaktiten, Stalagmiten, Dome von 100 m Höhe, zahlreichen Gängen und Kammern, Bächen und Seen und einer mystischen Atmosphäre verwöhnt.