Ein eigener Kontinent am Rande der Südägäis. Ja, so kann man anfangen Kreta zu beschreiben. Lagunenhafte Buchten, felsige Naturhäfen, schroffe Schluchten, schneebedeckte Gipfel, abgelegene Dörfer und pulsierende Städte. Das alles vereint Kreta auf engsten Raum. In kürzester Zeit kann der Reisende alles erleben. Ob Abenteurer, Erholungssuchender, Sonnenanbeter oder Kulturreisender - allen gibt Kreta etwas.
Egal zu welchen Typen Ihr gehört, die Kreter heißen Euch alle willkommen.

Kreta ist eine Insel für Individualisten. Das bergige Inselinnere bietet Wanderern und Fahrradfahrern endlose Kilometer Straßen und Wege durch die blühende und duftende Insellandschaft. Fast jedes Dorf hat eine gemütliche Taverne oder Kafenion, so dass man unbeschwert reisen kann.

Häufig wird Kreta als kulturelle Wiege Europas bezeichnet. Für uns nicht zu unrecht. Gilt doch die minoische Zivilisation, die auf Kreta vor 3500 - 4500 Jahren ihre Glanzzeit hatte, als früheste Hochkultur unseres Kontinents. Der Palast von Knossos, südlich der Hauptstadt Iraklion gelegen und viele andere, prächtige Palastruinen zeugen davon.

     

Im Laufe der letzten Jahre (seit 2001) haben wir Kreta jedes Jahr besucht. Der Flug von nur 3 1/2 Stunden lässt sich ertragen, so kann man einen Kurzurlaub genießen.

Wir reisten auch einmal mit dem eigenen Wagen von Deutschland aus an. Über Österreich nach Italien, in Ancona auf die Fähre - dann die ca. 22 Stunden auf dem Schiff genießen. In Patras geht es dann von Bord. Von hier dann ca. 1 1/2 Stunden Autofahrt bis nach Piräus - hier die Fähre nach Kreta nehmen. Unvergessen der Besuch der Akropolis auf der Rückfahrt. Die Fähre von Kreta nach Piräus legt gegen 5.30 h an - erst am Abend geht die Fähre von Patras aus zurück nach Ancona. So hat man Zeit sich Athen anzusehen. Der Sonnenaufgang auf der Akropolis - himmlisch! Der ganze Urlaub war ein tolles Erlebnis!

Mittlerweile haben wir viele Bekannte auf Kreta - immer werden wir herzlich aufgenommen. Leider bleibt in den Touristenorten die kretische Küche etwas auf der Strecke. Aber man findet ausgezeichnete Restaurants.

Um die Insel wirklich zu entdecken, sollte man auf alle Fälle einen fahrbaren Untersatz haben. Die von den Reiseveranstaltern angebotenen Touren empfinden wir als extrem teuer. Wer allerdings nicht Auto fahren mag oder kann, der kann sich z. B. ein Taxi mieten - mit etwas Handeln kommt man da auch weiter (Pauschalpreis vereinbaren - die Fahrer sind in der Regel sehr gute Reiseführer und freuen sich über die Abwechslung).

Obwohl wir jetzt schon häufig auf Kreta waren, kennen wir noch lange nicht alles von der Insel. Immer wieder machen wir neue Entdeckungen. Nachfolgend können wir, wie auch bei den anderen Ländern, nur einen kleinen Einblick geben.

     
     
 
 
     

Iraklion - die Hauptstadt

Andere Schreibweisen der Stadt - Hrakleio, Heráklion oder Iraklio. Man findet alle diese Schreibweisen vor - welche nun korrekt ist - wir müssen es wohl nicht unbedingt wissen. Ähnlich geht es einem mit fast allen Orten, was die Orientierung am Anfang etwas schwer macht, aber man gewöhnt sich daran.

Iraklion ist die Hauptstadt Kretas und sein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Die meisten Besucher erleben die Stadt eigentlich nicht, man reist mit dem Flugzeug an, ist etwas entnervt auf dem völlig überlasteten Flughafen - dann geht es schon ab in die Hotels.

Das Stadtzentrum aus venezianischer Zeit, umgeben von einem Festungsring, ist schon sehens- und erlebenswert. Man kann sehr gut einkaufen gehen (günstiger als in manchen Touristenorten). Es gibt eine Menge Museen - wobei das Archäologische Museum alleroberste Priorität hat.

Beim Bummeln durch die Stadt kann man viel entdecken. Uns haben es die Ruinen der venezianischen Arsenale und die Festung Koules angetan. Von der Festung aus hat man einen tollen Blick.

     
     
 
 
     
     

Ágios Nikólaos

Fangen wir doch einfach mit einem der bekanntesten Orte, auf jeden Fall für Touristen, Kretas an. Sehr schön gelegen, direkt am Golf von Mirambellou - Ágioa Nikólaos -Hauptstadt der Provinz Lassithi. Man findet jede Menge Hotels, wobei die Strände eigentlich für die vielen Gäste viel zu klein sind; eine historische Altstadt sucht man vergebens. Dafür die der Ort viel zu jung. Sehr schön der Voulismeni-See, mitten im Stadtzentrum. Er liegt nur wenige Meter hinter dem Hafen und ist mit ihm durch einen kleinen Kanal verbunden. Viele Restaurants säumen das Seeufer - man kann herrlich entspannen - in den Straßen Drumherum seine "Kauflust" in den vielen Boutiquen ausleben.

Vom Hafen aus kann man Touren nach Spinalonga per Boot machen (eine Tour, leider haben wir den Namen des Veranstalters nicht mehr, war wirklich mehr als bemerkenswert - siehe Kapitel Spinalonga). Auf dem Hin- und Rückweg kann man die wunderschöne Landschaft und die Bucht von Elounda genießen. Elounda - ein sehr teurer, aber auch sehr schöner Ort. Unter dem Wasserspiegel erkennt man bei guten Lichtverhältnissen Grundmauern von Häusern. Man vermutet hier die Reste der antiken Hafenstadt Olous.

     
     
 
 
     
     

Spinalonga

Ein kleines Festungs-Eiland, das offiziell Kalidon heißt. Wie schon erwähnt, kann man eine tolle Bootstour von Ágios Nikólaos aus machen. Das Schiff legt so gegen 11.00 h im Hafen ab, fährt die Küste gen Norden, hält unterwegs zum Schwimmen und Schnorcheln. Eine ausgiebige Besichtigung von Spinalonga gehört zum Programm. Sämtliche Erklärungen werden in drei Sprachen gegeben. Bemerkenswert für uns, die äußerst engagierte Führung und Erklärungen zur Geschichte der Festung. Man kann allerdings auch von Plaka, direkt gegenüber der Insel, eine kleine Fähre nehmen (fährt jede Stunde - bzw. wenn das Boot voll ist).

Um 1579 wurde die kleine Felsinsel zu einem venezianischen Kastell ausgebaut, um die Einfahrt in den Golf von Mirambéllou zu kontrollieren. Die Festung wurde so gut gebaut, dass die Türken 45 Jahre brauchten, um den Stützpunkt von den Venezianern zu übernehmen. Nach der türkischen Besatzung siedelten einige muslimische Familien auf der Insel.
1903 wurde dann von Prinz Georg entschieden, die Insel als Leprastation für Aussätzige von Kreta und ganz Griechenland zu nutzen. Zunächst wurden die Lepra-Kranken aus ganz Kreta, später aus ganz Griechenland, auf die Insel gebracht. Viele kamen auch freiwillig, da man hier nicht in irgendeiner Höhle vor sich hinwegetieren musste. Die Kranken rekonstruierten die Häuser und Zisternen, bauten auf Ruinen neu und arbeiteten als Bauern oder Handwerker, bis sie von der schrecklichen Krankheit zu geschwächt waren. Es wurden Ehen geschlossen, sogar Kinder geboren (wobei die gesunden Kinder sofort in Waisenhäuser auf dem Festland kamen). Einen offiziellen Arzt gab es lange Zeit nicht - erst später siedelte sich einer auf der Insel an. Die einzige Verbindung zur Außenwelt war die Fähre nach Plaka, dessen Bewohner das notwendigste zur Insel brachten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Strom verlegt und eine Desinfektionskammer eingerichtet, so dass auch der Besuch von Angehörigen möglich wurde. In den 50er Jahren wurde dann ein wirksames Mittel gegen Lepra entwickelt - 1957 wurde die Leprakolonie aufgelöst.
Traurig ist die Erkenntnis, dass es trotzdem heute noch auf der Welt ca. 2 Millionen Leprakranke gibt. Es kostet aber nur ca. EUR 50,00 diese Krankheit zu behandeln.
     
     
 
 
     
     

Lassithi-Hochebene - Diktäische Höhle

Die Lassithi-Hochebene - für uns immer wieder ein schöner Ausflug. Jeder hat sie schon einmal gesehen, die segeltuchbespannten weißen Windräder. Sie prägten über Jahrzehnte die Landschaft der Ebene und dienten der Bewässerung der Felder. Da der Wind aber nicht zuverlässig bläst, sind diese Windräder mittlerweile Motorpumpen gewichen. Nur noch selten sieht man sie, jetzt als Hinweis auf eine Taverne, eine Pension oder ein Dorf.

 
     

Aber die Ebene präsentiert sich auch so eindrucksvoll - sattgrün, fruchtbar und flach, 840 m über dem Meeresspiegel. Schon die Anfahrt über eine der zwei kurvigen Straßen ist mehr als eindrucksvoll, der Blick atemberaubend, wenn sich einem, inmitten der Lassithischen Berge, deren 1500er- und 2000er-Gipfel sich wie ein Gürtel um die Ebene legen, plötzlich der riesige ovale Kessel (12 km lang + 6 km breit) ausbreitet. Um ja kein wertvolles Ackerland zu verschwenden, schmiegen sich die 21 Dörfer der Ebene eng an die Berge, verbunden durch eine Straße.

Eine der Attraktionen ist die Diktäische-Höhle (Dikteon Andron) über dem Dorf Psichro gelegen. Göttervater Zeus soll in dieser Tropfsteinhöhle geboren worden sein. Gleiches hörten wir allerdings auch von der idäischen Höhle. Liest man die auf Kreta herausgegebenen Reiseführer, scheint man sich den touristischen Kuchen zu teilen. Demnach ist die Diktäische-Höhle der Geburtsort, in der idäischen Höhle wuchs der junge Zeus heran. Auf alle Fälle hat man nachgwiesen, dass die Höhle schon zu Zeiten der Minoer ein bedeutendes Heiligtum war. Uns beeindrucken die riesigen Stalaktiten und Stalagmiten, die sich am Höhlengrund zu meterdicken Säulen verbunden haben.

Gerne fahren wir erst am Nachmittag zur Höhle (aber Vorsicht - um 16.00 h wird diese geschlossen). Die Touristenbusse sind weg, eine herrliche Ruhe breitet sich aus. In Ruhe kann man sich alles ansehen, nach dem Auf- und Abstieg zur Höhle in einer der Tavernen etwas essen und trinken. Die Wirte, einige können sehr gut deutsch, erzählen dann gerne von den harten Wintern oder ihren Erlebnissen mit Touristen.

     
     
 
 
     
     

Moni Arkadi

Südöstlich von Rethimnon liegt das Kloster Moni Arkadi, von wehrhaften Mauern umgeben, auf einer kleinen, baum- und strauchlosen Hochebene. Für die Kreter ist dieses Kloster von immenser Bedeutung, wird hier an die Leiden unter den Türken und die Aufstände gegen die Fremdherrschaft erinnert.

Für blicken zurück auf das Jahr 1866. Die Kreter waren in Aufruhr gegen die Türken, das Kloster ein geistiger und strategischer Mittelpunkt des Widerstandes, geführt von seinem Abt Gavriil Marinakis. Viele Bewohner Rethimnon's flüchteten sich hierher, so beherbergte Arkadi dazumal nahezu 1000 Menschen (davon gerade einmal 350 Männer - der Rest waren Frauen und Kinder). Ein aussichtsloser Kampf begann, als rund 15.000 Türken gegen die brüchigen Mauern anrannten. Als diese schließlich in das Kloster eindrangen, zogen sich die Verteidiger in das Pulvermagazin zurück und sprengten sich mit dem Gebäude in die Luft. Zeitungsausschnitte aus dieser Zeit, welche im Kloster ausgestellt sind, zeigen, dass die internationale Öffentlichkeit nach dieser Tragödie, der türkischen Fremdherrschaft auf Kreta endlich Beachtung schenkten.

Interessant ist das Beinhaus, ein memento mori, mit den Schädeln einiger Dutzend Gefallener. Die Klosterkirche ist ein kleines Schmuckstück.

     
     
 
 
     
     

Bali

Wenn Ihr von Ieraklion aus auf der New Road Richtung Rèthimnon nach Westen fahrt, liegt Bali ungefähr auf der Hälfte der Strecke. Von der New Road führt die Straße ca. 1 km in den Ort hinab.

Die zwei- bis dreistöckigen Gebäude zeichnen die geschwungene Topographie der Felsküste nach. Die Straße endet am hübschen Fischerhafen des Ortes. Mehrere schmale Buchten, mit fast schon intim wirkenden Stränden, welche flach ins Meer abfallen, zeichnen Bali aus. Die Einwohner leben vom Tourismus und haben es geschafft, ihren Ort typisch und behaglich zu gestalten. Über schmale Gassen und unzählige Treppen erkundet man den Ort. Überall laden kleine Tavernen und Restaurants zum verweilen ein. Ungezwungen und Familiär geht es zu.

Ein Zimmer lässt sich schnell finden, ob durch Reiseveranstalter oder Individuell. Von Bali aus kann man die gesamte Insel erkunden. Fast alle Orte, Sehenswürdigkeiten und Strände sind während eines Tagesausfluges zu erreichen.

Der Ort selbst bietet jede Menge Abwechslung. Ein Spaziergang führt Euch zum Kloster Àgios Ioànnis (Kloster Atalis). Der Besuch der Melidòni-Höhle kann durch eine Tageswanderung realisiert werden (mit dem Auto geht es allerdings schneller und bequemer). Alle Arten von Wassersport werden im Ort geboten, wenn ihr wollt, könnt ihr auch ein Boot mieten. Oder ihr macht einmal eine Fahrradtour. Natürlich gibt es Autovermietungen, damit Ihr Mobil seid. Eine beschauliche Bootsfahrt in den Sonnenuntergang? Kein Problem. Ihr seht, Bali bietet dem Touristen alles was das Herz begehrt.

     
     
 
 
     
     

Chania

Kretas zweitgrößte Stadt besticht durch ihren Charme. Ein großer Teil der Altstadt ist frei von Autoverkehr und der Hafen ist von Restaurants und Tavernen umsäumt. Aus allen Epochen hat sich die Stadt etwas erhalten. Minarette und Moscheen, der Leuchtturm und viele Holbalkone zeugen von der türkischen Besatzung; Ruinen von Werft- und Lagerhallen, die Stadtmauer und zahlreiche Patrizierhäuser erinnern an die Herrschaft der Venezianer.

Vom Hafen aus kann man mit einem Fiaker eine kleine Stadtrundfahrt machen. Schlendert man durch die Gassen, denkt man gleich kommt einem ein Venezianer oder ähnliches entgegen. Beim Bummeln bemerkt man, dass das Zunftprinzip noch eingehalten wird. So kann man die Angebote der Lederhändler oder Brautausstatter bewundern. Auch alle anderen Handwerker sind vertreten.

Viele Häuser der Altstadt sind liebevoll Restauriert und in stilvolle, komfortable Hotels und Pensionen verwandelt worden. Ein Besuch Chanias ist immer wieder schön. Auf dem Weg durch die Gassen kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, man meint, gleich kommt ein Venezianer oder ähnliches um die Ecke.

     
     
 
 
     
     

 

 

Elafonisi

Auch wenn Elafonisi kein Geheimtipp mehr ist, der Faszination dieser flachen Lagune an der äußersten Südwestspitze Kretas tut das keinen Abbruch. Das Wasser ist zunächst nur knöcheltief und badewannenwarm. Man kann durch das flache, türkisblaue Wasser rund 150 m zu der Vorgelagerten Insel waten und in einer der herrlichen Buchten sein Handtuch ausbreiten. Beim wandern auf der Insel bitte unbedingt auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, um die Natur zu schonen. Neben Eidechsen, seltenen Fröschen und diversen Vögeln, kommt auch die Meeresschildkröte Caretta-Caretta zur Eiablage hierher.

Mehrere Snack-Bars haben sich am Saum des Strandes niedergelassen. Sehr teuer - die Qualität fragwürdig. Viel besser kann man in einer der Tavernen den Berg hoch essen. Hier findet man auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Anfahrt von Chania aus durch die Topolia Schlucht ist wunderschön und es gibt eine Menge zu entdecken. Die Straße führt an der rechten Seite der Schlucht entlang und an einer stelle durch einen Tunnel. Kurz hinter dem Tunnel befindet sich die Höhle Agia Sofia mit einer kleinen Kapelle. Einen weiteren Stopp kann man beim Kloster Chryssoskalitissa machen. Sehr schön, direkt auf einem Felsvorsprung am Meer gelegen. Wenn man dann erst gegen Nachmittag in Elafonisi ankommt, fahren die ersten Touristenbusse und viele Selbstfahrer schon wieder weg. Die Tiefstehende Sonne scheint den Strand schlichtweg zu verzaubern - ein Farbenspiel, dass wir uns nicht entgehen lassen. Außerdem hat man große Strandabschnitte fast für sich allein. Auch die anderen Strecken von Chania aus Richtung Elafonisi sind eine Augenweide; die Straßen allerdings teilweise im beklagenswerten Zustand.

     
     
 
 
     
     

Górtis

Ein sehr schöner Stopp auf dem Weg durch die Messará-Ebene nach Matala ist Górtis, direkt an der Hauptstrasse 97 gelegen. Morgens halten hier sehr viele Busse, fährt man etwas später hat man mehr Ruhe. Bekannt ist diese antike Stadt durch Europas frühestes Schriftgesetz - das Stadtrecht von Górtis. Gemeißelt in einer Mauer aus 42 Kalksteinblöcken, annähernd 9 m breit und mannshoch, wurden in 637 Versen erste zivilrechtliche Verhältnisse geregelt (die Ehe und der Ehebruch, Erbfälle und Schulden werden u. a. behandelt). Die Schrift ist angeordnet wie der Weg eines Ochsen beim Pflügen. Jede zweite Zeile ist in Spiegelschrift verfasst. So muss man die Texte der 12 Kolumnen jeweils eine Zeile normal von links nach rechts lesen, die nächste jedoch von rechts nach links.

Eindrucksvoll auch die Basilika Agios Titos, die auf die erste christliche Gemeinde Kretas hinweist. Die Kuppelbasilika hatte drei Schiffe in Form eines Kreuzes. Mit etwas Fantasie kann man sich im Odeon eine Aufführung vorstellen. Der Boden liegt ca. 2 m über dem Flussbett des Mitropolianós und war bis zu seiner Freilegung 1912 unter den Ablagerungen des Flusses begraben.

Überquert man die Landstraße kann man in den dortigen Olivenhainen noch viele weitere Ausgrabungen ansehen. Dieser Teil ist im Übrigen kostenfrei, während man im nördlichen Abschnitt Eintritt zahlen muss.
     
     
 
 
     
     

Féstos

Fährt man weiter Richtung Pitsidia liegt auf einerAnhöhe, die sich 70 - 90 m über die Messará-Ebene erhebt, Féstos - eine der schönsten Palastruinen aus minoischer Zeit. Der Blick reicht im Westen bis zum Libyschen Meer; im Norden sieht man die gewaltigen Berge des Psiloritis-Massivs, und im Südwesten wandert der Blick über die Messará-Ebene. Alleine diese Aussicht ist lohnenswert. Aus dem Blickwinkel der Baulogistik ist die Lage günstig gewählt, Kalkstein, Mergel und Gips konnten aus nahe gelegenen Steinbrüchen herangeschafft werden. Auf der anderen Seite ist dieses Gebiet tektonisch aktiv und häufig wurde der Palast durch Erdbeben verwüstet.

Eines der größten Rätsel, welches man bei den Ausgrabungen fand, ist der Diskos von Féstos. Eine kleine Tonscheibe mit insgesamt 241 eingestempelten Piktogrammen. Man fand diese Scheibe (den Diskos) 1903 und bis heute ist die Schrift noch nicht entziffert. Sie entspricht keiner bekannten kretischen Hieroglyphen-, noch der Linear-A-Schrift; man fand nur Ähnlichkeiten. Nicht einmal die Leserichtung konnte sicher bestimmt werden.

     
     
 
 
     
     

Frangokástello

Ein Kastell aus venezianischer Zeit, nicht zur Gänze erhalten. Oberhalb eines schönen Badestrandes mit kleinem Fischerhafen gelegen. Das Kastell diente als Schutz vor Piraten und den aufständischen Einwohnern von Sfakià (Castel Franco = die Frankenburg).

Kommt man von der Nordküste, fährt bei Vrýsses von der New Road ab, kommt man direkt auf die Askifou-Hochebene. Etwas weiter kommt dann Imbros, das durch die gleichnamige Schlucht einen Aufschwung erfahren hat. Am Scheitelpunkt gibt es ein kleines Cafe mit herrlichem Ausblick.

Im Innenhof gibt es nicht mehr viel zu sehen, die Außenmauern und die Türme, die man aber nicht besteigen kann, scheinen restauriert. Am 17. Mai 1828 wurden in einem blutigen Gemetzel fast 400 Männer von den Türken getötet. Angeblich ziehen die getöteten (die "Drossoulites") jedes Jahr erneut als Geisterprozession in den Morgenstunden des 17. Mai an der Küste entlang. Nur 10 Minuten soll der Spuk dauern und so real sein, dass Türken und Deutsche auf die vermeintlichen Rebellen schossen. Tatsächlich gab es zeitweise ein unerklärliches optisches Phänomen, das mit besonderen atmosphärischen Situationen erklärt wurde. Fata Morganen sollen Bilder aus dem rund 300 km entfernten Nordafrika vor die Küste Kretas projizieren. Sollten Sie an einem 17. Mai in der Gegend sein - überzeugen Sie sich selbst! Wir selbst waren zu diesem Zeitpunkt nicht auf Kreta.

Für Familien sehr geeignet der Badestrand unterhalb des Kastells, fällt dieser doch äußerst flach ab - eine riesige Badewanne.

Es gibt einige Tavernen und Privatunterkünfte. So richtig ist der Tourismus noch nicht angekommen, aber das wird sich wohl ändern.

     
     
 
 
     
     

Idäische Höhle (Höhle des Zeus)

Gelegen in der Nida-Ebene - platter und kahler noch als die Omalòs- oder die Lassithi-Hochebene. Jede Menge Schafherden gibt es hier oben. Es gibt hier nur eine Taverne, hier muss geparkt werden, um zur Höhle zu gelangen.

Wir haben ja schon darüber berichtet, hier soll also Zeus seine Jugend verbracht haben, aufgezogen durch die Milch der Ziege Amaltheia und den Honig der Biene Melissa. Die Minoer verehrten hier eine Gottheit der Vegetation. Die Höhle ist seit der Antike bekannt und soll sogar von Pythagoras besucht worden sein. Grabungen haben gezeigt, hier war zu jeder Epoche eine Kultstätte.

Die Höhle selbst ist nicht sehr groß, von der Ebene aus nicht zu sehen. Man muss ungefähr 20 Minuten von der Taverne den Berg hoch, wo sie sich hinter einem Felsvorsprung öffnet. Vor der Höhle findet man die Reste einer aufgegebenen Lorenbahn, deren verrosteten Schienen in ein klaffendes Loch von 30 m Durchmesser führen. Im Frühjahr muss man noch auf einer Schneewechte hinabsteigen. Die Höhle ist mit einigen Bohlen ausgelegt, um die hinteren Teile zu sehen ist eine Taschenlampe notwendig.

     
     
 
 
     
     

Knossós

Nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Iraklion entfernt befindet sich wohl der berühmteste Palast von Kreta. Es gilt als sicher, hier befand sich das Zentrum der minoischen Kultur. In den, teilweise bis zu vier Etagen hohen, Häusern gab es wohl an die 14.000 Räume. Eigentlich war Knossos nicht nur ein Palast, sondern das Zentrum einer Stadt. Im Palast selbst befanden sich Heiligtümer und Kultbezirke, Wohnhäuser und Werkstätten, Büros und Speicher.

Der Fantasie wird in Knossos Vorschub geleistet, durch die umstrittene Vorgehensweise des Briten Sir Arthur Evans, der den Palast ab 1900 in 40 Jahren freilegte. Er zerstörte, was er für unwesentlich hielt - und fügte hinzu, was er meinte sicher rekonstruieren zu können. So sieht man letztendlich mehr als nur Grundmauern und, die historisch fragwürdigen, Stahlbetonbauten nebst Anstrich regen die Vorstellungskraft an. So könnte es ausgesehen haben. Wie gesagt - fragwürdig. Bis heute ist nicht genau geklärt, warum die Stadt untergegangen ist. Diverse Male ist sie von Erdbeben zerstört worden - irgendwann wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Um sich in Ruhe umschauen zu können, fährt man am besten in den frühen Morgenstunden oder zwei Stunden vor Schließung der Anlage hin. Dann hält sich der Ansturm der Besucher in Grenzen und die Temperaturen sind angenehm.

Im Eingangsbereich bieten Touristenführer ihre nicht ganz billigen Dienste an. Führungen gibt es in englischer und deutscher Sprache. Außerdem kann man hier Andenken kaufen. An der Straße vor dem Gelände gibt es zahlreiche Tavernen, so kann man sich vor oder nach dem Rundgang stärken.
     
     
 
 
     
     

Rèthimnon

Die Altstadt von Rèthimnon besitzt eine ähnlich schöne Altstadt wie Chania. Die schmalen Gassen mit den uralten Häusern aus venezianischer und türkischer Zeit laden geradezu zum bummeln ein.

Über der Altstadt ragt eine große Burg auf, von hier hat man einen tollen Blick über die Stadt. Am kleinen Fischereihafen, den schon die Venezianer angelegt haben, hat man dann die Qual der Wahl, welche Taverne oder Bar man besucht.

Rèthimnon selbst sieht sich als kulturelle Hauptstadt der Insel. Schließlich ist hier die philosophische Fakultät ansässig und einige der größten Schriftsteller Griechenlands wurden hier geboren. Tatsächlich finden hier mehr Kulturfestivals statt, als in irgendeiner anderen Stadt Kretas.

Der 15 km lange Sandstrand, der sich vom Hafen aus gen Osten erstreckt, macht die Stadt zu einem gut gewählten Urlaubsort. Organisierter Wassersport, interessante Ausflüge ins Hinterland und die lebendige Stadt mit ihrer tollen Atmosphäre laden zum Urlaub ein.

     
     
 
 
     
     

Mátala

Gemäß der mythologischen Vergangenheit soll hier Zeus mit der geraubten Europa an Land gegangen sein. Auch soll, auf ihrem Rückweg von Troja, die Flotte des Menelaos hier Schiffbruch erlitten haben. Weiter ist zu lesen, dass hier auch, während der römischen Herrschaft, ein zusätzlicher Hafen für Féstos gewesen sein soll.

Mátala hat also eine bewegte Vergangenheit. Die Schichten des nördlichen Sandsteinfelsens sind durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Wer diese Höhlen erschuf ist bis heute ungeklärt. Angeblich sind sie in der Jungsteinzeit entstanden, um den Steinzeitmenschen als Wohnstatt zu dienen. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass sie ihre heutige Form erst erhielten, als man sie in römischer bis spätchristlicher Zeit als Nekropole nutzte, mit Bänken und Nischen, auf denen die Verstorbenen ruhten. In den 1960er Jahren dienten die Höhlen einigen Hippies als Schlafstätte. So wurde der Ort zur Legende und kurz darauf zu einem beliebten Szenetreff der Rucksackreisenden.

Heute ist Mátala ein beliebter und im Sommer sehr gut besuchter Ferienort. Schön ist der direkt im Ort gelegene Kies-Sandstrand. Wer es etwas ruhiger mag, such sich ein Quartier etwas außerhalb von Mátala und genießt den Strand rechts vom Ort gelegen (ca. 30 Minuten).

Uns hat es aber Spaß gebracht, durch die Höhlen, welche heute unter Denkmalschutz stehen, zu durchkriechen, durch den Ort zu Schlendern und in einer der zahlreichen Tavernen einzukehren.

     
     
 
 
     
     

Die Samaria-Schlucht

Wohl einer der schönsten Natureindrücke, die man auf Kreta sammeln kann. Aber, man muss sich alles mit hunderten von anderen Wanderern teilen. Man kann schon fast von einem Wanderspektakel sprechen. Man kann die Schlucht komplett durchwandern. Start ist dann der Einstieg auf der Omalos-Hochebene und wandert dann die 14 - 18 km bis Agia Roumeli. Ein Höhenunterschied von 1250 m wird dann überwunden. Wir selbst sind diese komplette Strecke nicht gewandert. Wer das vor hat sollte wirklich körperlich Fitt sein. Wir haben am Ende der Strecke schon sehr viel Elend gesehen, die Verletzungsgefahr (bei untrainierten Wanderern) ist real.

Wir sind morgens mit der Fähre von Chora Sfakion via Loutró nach Agia Roumeli gefahren. Von hier kann man die ca. 3 - 5 km bis zum eigentlichen Höhepunkt der Schlucht, der Eisernen Pforte, leicht erreichen. Hier rücken die 400 m hoch aufragenden Felswände auf drei, vier Meter zusammen. Ein Bach fließt durch die Schlucht hindurch, in dem das Baden allerdings verboten ist. Auf dem Weg zur Eisernen Pforte kommt man am verlassenen Ort Samaria vorbei. Etwas oberhalb dieser Stelle ist der Hauptrastplatz für die Wanderer. Hier kann man an einer Quelle seine Wasserflasche auffüllen.

Die Schlucht wurde bereits 1962 zum Nationalpark erklärt. Somit wurde das Abholzen, Baden oder Übernachten innerhalb der Schlucht verboten. Die Eintrittskarten müssen am Ausgang wieder abgegeben werden, damit überprüft werden kann, ob auch wirklich alle Menschen den Park verlassen haben.

Die Samaria-Schlucht ist von 6-16 h geöffnet, aber lediglich von Mai bis Oktober. In der Zeit von November bis April bleibt sie wegen Steinschlag- und Hochwassergefahr sowie zur Generation der Natur geschlossen.

Insgesamt ein schönes Erlebnis - Bergeinsamkeit sucht man allerdings vergebens - mitunter werden bis zu 3000 Menschen am Tag durchgeschleust.

     
     
 
 
     
     

Préveli

An der Mündung des Flusses Megalapótamos ist dieser Strand gelegen. Der Fluß macht kurz vor erreichen des Strandsaumes eine kleine Biegung und mündet dann im Meer. So ist der Strand selbst nur ein schmales Band - leider häufig auch überfüllt.

Viel schöner ist es, den Fluß entlang zu wandern. Zunächst geht es durch einen wahren Dschungel aus Palmen, Oleander und Eukalyptus; immer weiter in die Schlucht hinein. Ein wahres Paradies. Auch an diesem Strand ist es am frühen Morgen oder späten Nachmittag am schönsten.

Wir bevorzugen zur Anfahrt zum Strand die Schotterpiste, die hinter der 1852 fertiggestellten Bogenbrücke - links vor Káto Moni Préveli - rechts abzweigt. Die Piste führt zu einem einsamen Sand-/Kiesstrand. Hier gibt es zwei kleine Hotels, man kann ein WC aufsuchen, für das leibliche Wohl ist hier auch gesorgt. Dann muss man nur noch ein paar Felsen umrunden und ist am Strand von Préveli.

Auf dem Weg zum Strand kann man auch das Kloster Préveli ansehen. Zunächst kommt man an den Ruinen des Klosters Káto Préveli vorbei. Ein paar Kilometer weiter kommt man dann zum bewohnten Kloster Préveli. Eine Tafel neben dem Eingang erinnert an die Mitwirkung der Mönche an der Evakuierung von Soldaten des britischen Commonwealth von der Insel im 2. Weltkrieg. Von der Terrasse des Kloster reicht der Blick weit auf das Meer hinaus. Sehenswert das Museum des Kloster, in einem Gewölbe untergebracht.