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Borneo - ausgestattet mit Wundern und Absonderlichkeiten, um die sich so gerne Gerüchte und Legenden ranken. Über Jahrhunderte kannte niemand die genaue Größe und Beschaffenheit dieser nach Grönland und Neu-Guinea drittgrößten Insel der Welt. Deutschland, Österreich und Italien hätten zusammengenommen in ihr Platz. Auf dieser Fläche leben sowohl in Ostmalaysia als auch im indonesischen Kalimantan durchnittlich etwa 12 Einwohner je Quadratkilometer, wobei weite Teile des Inselinneren nur äußerst dünn besiedelt sind. Europäische Eroberer hatten an der Küste verstreute Siedlungen gegründet und nahmen für sich in Anspruch, riesige Gebiete, die sie nie gesehen hatten, zu regieren. Merkwürdige Geschichten, zum Beispiel über Kopfjäger, die in führenden Magazinen der "alten" Welt erschienen, wurden veröffentlicht. Die Erzählungen waren eine Mischung aus Wahrheit und Fantasie - ein getreues Spiegelbild von Borneo. Politisch ist die Insel in drei Staatsgebiete aufegeilt. Etwa drei Viertel der Insel gehören als Kalimantan zu Indonesien. Über 90% des restlichen Gebietes gehören als Bundesstaaten Sabah und Sarawak zu Malaysia. Der verbleibende Rest ist Brunei, bis 1983 britisches Protektorat, danach selbstständiges Sultanat.
Die Hälfte der Insel liegt weniger als 150 m über dem Meeresspiegel. Im Zentrum allerdings ist sie gebirgig. Der höchste Berg Südostasiens liegt im äußersten Norden der Insel - der 4101 m hohe Mount Kinabalu. Die ganze Insel ist von einem gewaltigen System von Flußläufen durchzogen, die noch Heute die Hauptverkehrsadern der Insel sind. Große Teile der Insel sind von tropischen Regenwald bedeckt, der leider im rasanten Tempo abgeholzt wird. Nur die küstennahen Gebiete und der durch Straßen erschlossene Teil des Landesinneren werden von seßhaften Bauern landwirtschaftlich genutzt, während die Eingeborenen in unzugänglichen Gebietenzm größten Teil Wanderfeldbau betreiben. An Bodenschätzen ist Borneo vor allem mit Erdöl- und Erdgasvorkommen gesegnet. Daneben werden vereinzelt Gold, Bauxit und Edelsteine gefördert. Die Regenwälder bilden die Basis für eine intensive Holzwirtschaft. Landwirtschaftlich sind Reis, Kautschuk, Kokospalmen, Sago und Pfeffer sowie Palmöl von Bedeutung. Touristisch ist Borneo nur teilweise erschlossen. In Kuching und Kota Kinabalu ist die touristische Infrastruktur, auch auf hohem Niveau, schon vorhanden. Nicht organisierte Fahrten über Land bedürfen aber einer genauen Planung. Für uns eine wahrhafte Herausforderung, der wir uns gerne stellten. |
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Der Besuch des Mulu Natinal Park - für uns die Krönung des Sarawak Aufenthaltes. |
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Im äußersten Nordosten der Insel Borneo gelegen - Sabah. Die Hauptstadt dieses malayischen Bundeslandes ist Kota Kinabalu. Sabah ist, wie Sarawak auch, von tropischen Regenwäldern bedeckt. Diese werden jedoch im erschreckenden Tempo abgeholzt und nach Japan, Korea und Taiwan exportiert. Die landwirtschaftlichen Produkte sind hier vielfältiger, als in benachbarten Bundesland. So wird vor allem Palmöl, Kakao und Gummi, Faserbanane, Reis, Eßbananen, Mais, Süßkartoffeln und Maniok angebaut. Auch wird hier im größeren Ausmaße Viehzucht betrieben - Schweine, Rinder und Büffel.
Kota Kinabalu Vor der britischen Besatzungszeit hieß die Stadt noch "Api Api", was soviel wie Feuer bedeutet - ein Hinweis, daß der Ort mehrmals Angriffsziel brandschatzender Piraten und Rebellen war. Während der britischen Herrschaft hieß das Städtschen dann "Jesselton", benannt nach Sir Charles Jessel, einem der Vizepräsidenten der British North Borneo Company. |
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Erst 1968 erhielt die Stadt den Namen Kota Kinabalu. Nach dem 2. Weltkrieg löste Kota Kinabalu die Stadt Sandakan als Hauptstadt Britisch-Nordborneo ab. Noch in den letzten Tagen des Weltkrieges wurde die Stadt völlig von japanischen Bombern zerstört, so daß sie komplett neu und modern wiederaufgebaut wurde. Einige Stadtgebiete wurden durch Aufschüttungen dem Meer abgerungen. |
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Viele Sehenswürdigkeiten hat die Stadt, mit schachbrettartigen Straßenmuster, nicht zu bieten. Mit gemieteten Booten kann man Touren zu den kleinen Inselchen vor der Küste unternehmen, darunter auch Pulau Gaya, dem ersten britischen Stützpunkt. Hier gibt es gute Möglichkeiten für ein Picknick und zum Schnorcheln. |
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Im Touristenzentrum vor Ort wurden wir wirklich sehr gut beraten. So sagte man uns, ihr braucht unbedingt einen Allrad-Antrieb, sonst fahrt ihr jedes Auto kaputt. Die gute Frau telefonierte sich fast die Finger wund, bis sie einen hatte der in einem Top-Zustand war und gar nicht mal so teuer (nicht vergessen - Ost-Malaysia ist in allem etwas teurer als West-Malaysia). Wir hielten uns nicht so lange in Kota Kinabalu auf, sondern starteten mit der Erkundung des Landes. |
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Sandakan |
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Die ehemalige Hauptstadt Sabahs wurde während des zweiten Weltkriegs dem Erdboden gleichgemacht. Nachdem sie auf den Trümmern wieder aufgebaut wurde, ist sie heute eine der wichtigsten Hafenstädte für die Holzindustrie. In seinen Anfängen war Sandakan ein Waffenschmugglernest, das von den Spaniern kontrolliert wurde. Die meisten Schmuggler waren jedoch Deutsche; die Einheimischen erinnern sich noch an sie, denn sie nennen alle Weißen "Orang Jerman" = deutscher Mensch; und nicht - wie sonst üblich - "Orang putih" = weißer Mensch. Aufgrund des excellenten Hafens mit seinen "schwimmenden Geld" war die Stadt sehr reich und man dachte, aus der Stadt würde ein zweites Hongkong werden, doch die schnelle Rodung der Waldgebiete verlangsamte den Fortschritt. | ||
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Sepilok Orang Utan Sanctuary |
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Durch die gewaltigen Rodungsaktionen ist der Lebensraum für die Orang Utans immer kleiner geworden. Heute sind diese intelligenten Primaten vom Aussterben bedroht.
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Turtle Island Park Gut 40 km nördlich von Sandakan liegt der Turtle Island Park. Er umschließt auch die drei Inseln Pulau Selingan, Pulau Bakkungan Kecil und Pulau Gulisan und erstreckt sich über 1.740 Hektar. Die Inseln liegen auf flachen Felsenschollen aus Korallenkieseln aus den umliegenden Korallenriffen. Man findet hier eine Vielfalt von Pflanzenarten, darunter Mangroven, Lantana, die gelbblühende Sophora und die pelzige silberblättrige Tournefortia. Die Hauptattraktion jedoch sind hier die Schildkröten, die an den Küsten ihre Eier legen.
Erlaubt: Angeln ist hingegen erlaubt, aber nur mit Angelrute und Haken.
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Gomantong Cave |
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Ähnlich wie in den Niah-Höhlen von Sararwak werden hier Schwalbennester gesammelt, um daraus die als Spezialität bekannte Vogelnestersuppe zuzubereiten. Das bedeutet, hier ist die Heimat von einer Million Salanganen. Die Sammler klettern bis zu 90 Meter hohe Bambusleitern hoch, um die Nester zu ergattern.
Diese Höhlen sind nur von Sandakan mit dem Boot oder mit dem Landrover zu erreichen. Man braucht dafür schon einen ganzen Tag, denn das letzte Stück ist nur "per pedes" zurückzulegen. Gute Schuhe und auch die richtige Kleidung für Dschungeltouren muss man hier schon haben. |
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Kinabatangan River |
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Das Städtchen Sukau, ca. 100 km südöstlich von Sandakan, ist der Ausgangspunkt für die Erkundung von Sabahs längstem Fluss (560 km). Unabhängiges Reisen ist wegen des unwegsamen Gebirgs- und Dschungelterrains praktisch unmöglich. Eine selbstgebuchte, dreistündige Bootsfahrt auf dem Fluss und seinen Nebenarmen ist ein Erlebnis das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. | ||||
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Schließlich gehört das Gebiet zu den wildreichsten Malaysias. Am Morgen und späten Nachmittag kann man sogar die skurrilen Nasenaffen (lat. Nasalis larvatus) beobachten, die nur auf Borneo vorkommen. Wir haben diese Affen zwar nicht zu Gesicht bekommen, dafür aber jeder Menge andere Tiere - darunter auch Affen. Die Eindrücke, die während der Bootsfahrt auf einen einwirken, sind so vielfältig, es braucht dann schon einige Zeit diese zu verarbeiten. Wir genossen die Fahrt in vollen Zügen.
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Lahad Datu |
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| Gute 130 km von Sandakan entfernt liegt die Hafenstadt Lahad Datu. Im zweiten Weltkrieg war hier ein japanisches Marinehauptquartier; zeitweise wurde der Ort bekannt durch seine Tabakplantagen und die Goldgewinnung, heute stehen Kakao und Palmöl an erster Stelle. Wobei unser Eindruck ist, eigentlich gibt es hier nur Palmöl, fuhren wir über Stunden nur durch Palmplantagen - die reinste Monokultur. Eine fragwürdige Berühmtheit erlangt Lahad Datu auch durch gelegentliche Piratenüberfälle. |
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Wir nutzten Lahad Datu als "Sprungbrett" für die Danum Valley Conservation Area. Dort gibt es das seltene Sumatra Rhinozerus, Orang Utans, Gibbons, Mousedeer und mehr. Es wurden ungefähr 270 verschiedene Vogelarten in dieser Gegegend registriert. In diesem 44 Quadratkilometer grossen Waldschutzgebiet befindet sich auch das Danum Field Research Centre. Ausserdem gibt es hier eines der ersten Öko Hotels, das Borneo Rainforest Lodge, mit Restaurant Bar und komfortablen Chalets die oberhalb des Danum Fluss stehen. Hier kann man Jungle Trekking, Schwimmen, Vogelbeobachtung, Nachttouren und Excursionen zu den nahegelegenen Abholzgebieten und Sägemühlen machen. | ||||
Ein besonderes Erlebnis war die Nacht im Hotel von Lahad Datu. In der Stadt angekommen, sahen wir ein Hotel welches Pre-Opening hatte. Mit schlammverschmierten Schuhen tabten wir rein und bekamen kostengünstig das beste Zimmer im Haus - direkt unter dem Dach mit herrlichem Rundblick auf die Stadt und das Meer. Leider war der Fahrstuhl kaputt. Jedes Mal, wenn der sich bewegte knallten die Kontergewichte auf dem Dach. Es war so laut - da konnten wir nicht schlafen. Nachdem sämtliche Techniker des Hauses die Ursache fanden, aber nicht "bekämpfen" konnten, bekamen wir ein anderes Zimmer. Die Dame an der Rezeption hatte sich aber vertan - dies war ein Einzelzimmer und in dem kleinen Bett konnten wir unmöglich zusammen schlafen; das Zimmer hatte nicht einmal ein Fenster - entsprach also auch nicht dem, was wir bezahlt hatten. Unter großen Entschuldigungen bekamen wir dann ein weiteres Zimmer zugewiesen - ein sehr schönes Zimmer und wir konnten hier auch schlafen. Na ja - den Blick des Managers am nächsten Morgen werden wir nicht vergessen, als wir auf seine Frage wie uns das Zimmer gefallen hätte zurück fragten: "Welches der drei Zimmer?" |
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| Kudat An der nördlichsten Landspitze Sabahs gelegen - Kudat, erste Hauptstadt des Staates Sabah und früher ein bedeutender Hafen. Man pflegte lange Zeit gute Beziehungen zu den Philippinen und die philippinische Regierung weigerte sich standhaft, die Region als Teil Malaysias anzuerkennen.
Das Volk der Rungu is friedlich, es handelt sich hier um eine Untergruppe des Stammes der Dusun und Kadazan. Viele leben um Kudat noch in ihren traditionellen Langhäusern und glauben an Naturgeister. Außerdem lebt hier noch eine große chinesische Gemeinde.
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Sarawak und Sabah - ein Abenteuerurlaub. Gewiss, selten mußten wir derart improvisieren auf unseren Reisen. Aber gerade das machte den Spaß an der Sache aus. Autofahren in Sabah - alleine das ist ein Erlebnis für sich. Die Straßenverhältnisse sind halt nich so, wie wir es gewohnt sind. Aber mit ein wenig Vorsicht kommt man gut zurecht. Wobei wir unsicheren Autofahrern dringend abraten würden, hier als Selbstfahrer zu reisen. Wir haben hier ein paar Beispiele, was auf einen zukommen kann.
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