Borneo - ausgestattet mit Wundern und Absonderlichkeiten, um die sich so gerne Gerüchte und Legenden ranken. Über Jahrhunderte kannte niemand die genaue Größe und Beschaffenheit dieser nach Grönland und Neu-Guinea drittgrößten Insel der Welt. Deutschland, Österreich und Italien hätten zusammengenommen in ihr Platz. Auf dieser Fläche leben sowohl in Ostmalaysia als auch im indonesischen Kalimantan durchnittlich etwa 12 Einwohner je Quadratkilometer, wobei weite Teile des Inselinneren nur äußerst dünn besiedelt sind.

Europäische Eroberer hatten an der Küste verstreute Siedlungen gegründet und nahmen für sich in Anspruch, riesige Gebiete, die sie nie gesehen hatten, zu regieren. Merkwürdige Geschichten, zum Beispiel über Kopfjäger, die in führenden Magazinen der "alten" Welt erschienen, wurden veröffentlicht. Die Erzählungen waren eine Mischung aus Wahrheit und Fantasie - ein getreues Spiegelbild von Borneo.

Politisch ist die Insel in drei Staatsgebiete aufegeilt. Etwa drei Viertel der Insel gehören als Kalimantan zu Indonesien. Über 90% des restlichen Gebietes gehören als Bundesstaaten Sabah und Sarawak zu Malaysia. Der verbleibende Rest ist Brunei, bis 1983 britisches Protektorat, danach selbstständiges Sultanat.

Die Hälfte der Insel liegt weniger als 150 m über dem Meeresspiegel. Im Zentrum allerdings ist sie gebirgig. Der höchste Berg Südostasiens liegt im äußersten Norden der Insel - der 4101 m hohe Mount Kinabalu. Die ganze Insel ist von einem gewaltigen System von Flußläufen durchzogen, die noch Heute die Hauptverkehrsadern der Insel sind. Große Teile der Insel sind von tropischen Regenwald bedeckt, der leider im rasanten Tempo abgeholzt wird. Nur die küstennahen Gebiete und der durch Straßen erschlossene Teil des Landesinneren werden von seßhaften Bauern landwirtschaftlich genutzt, während die Eingeborenen in unzugänglichen Gebietenzm größten Teil Wanderfeldbau betreiben. An Bodenschätzen ist Borneo vor allem mit Erdöl- und Erdgasvorkommen gesegnet. Daneben werden vereinzelt Gold, Bauxit und Edelsteine gefördert. Die Regenwälder bilden die Basis für eine intensive Holzwirtschaft. Landwirtschaftlich sind Reis, Kautschuk, Kokospalmen, Sago und Pfeffer sowie Palmöl von Bedeutung.

Touristisch ist Borneo nur teilweise erschlossen. In Kuching und Kota Kinabalu ist die touristische Infrastruktur, auch auf hohem Niveau, schon vorhanden. Nicht organisierte Fahrten über Land bedürfen aber einer genauen Planung. Für uns eine wahrhafte Herausforderung, der wir uns gerne stellten.

     
 
 
     
Sarawak
Ein Name, der romantische Assoziationen weckt. Man denkt an weiße Rajas und Kopfjäger und vergißt die 125000 Quadratkilometer Dschungel, Berge und Sumpfland dicht am Äquator. Reiche Niederschläge und zahllose Flüsse, die sich über die Landesgrenze bis in das indonesiche Kalimantan ihren Weg bahnen und die einzigen Zugänge in die entlegenen Dschungelgebiete bilden, kennzeichnen dieses Land. Sarawak steht für vieles zugleich: für die Landwirtschaft der Kelabit, für die Fischerdörfer der Malaien, für die Langhäuser der Iban, die Dschungelsiedlungen der Punan, für die Sagofabrikation der Melanan und die Reisfelder der Land-Dayaks.
Die heutige Flagge von Sarawak wurde 1988 eingeführt. Sie erinnert an die Flagge des Königreichs, jedoch zeigt sie kein schwarz-rotes Kreuz und keine Krone. In der Mitte der Flagge ein elfstrahliger gelber Stern, änhlich dem in der Flagge Malaysias. Er steht ebenfalls für die elf Bundesstaaten Malaysias und soll wohl ein Bekenntnis Sarawaks zur Föderation sein.
Die Gastfreundschaft ist lange Tradition und macht das Reisen angenehm. Man darf aber nicht vergessen, der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen und die Erkundung erfordert einiges an Improvisationskunst. Als James Brooke 1839 mit seinem Schiff in Kuching landete, stand es nicht so gut um das Land.
Die Dayaks rellierten gegen die brutalen Tributforderungen des Sultans von Brunei, unterstütz von einheimischen Malaien und Chinesen. Die Herausforderung das Land zu befrieden nahm der junge Mann an und vollbrachte es innerhalb einem Jahres. Zum Dank erhielt er Sarawak und den Titel eines Rajas. Er führte eine gerechte Regierung ein, die auf Gerechtigkeit ohne Günstlingswirtschaft basierte. Vollendung fand die Bildung des Staates mit dem Neffen von James Brooke - Charles Brooke.Unter seinem Regime erlebte das Land eine wirtschaftliche Blütezeit und eine längere Periode des Friedens als jeh zuvor. So wurde 1895 das erste Öl vor Miri gefördert, ebenso wurden Gummibäume eingeführt und brachten die ersten landwirtschaftlichen Exporteinnahmen. Dem Fort, das er in Kuching bauen ließ, gab er den Namen seiner Frau - Fort Margherita. 1963 wurde die Förderation Malaysia ausgerufen und die Zeit der weißen Rajas ging zu Ende.
Kuching ist mit über 300.000 Einwohnern die größte Stadt und Hauptstadt des Bundeslandes. Die Stadt liegt 32 km vom Meer entfernt am Sarawak-Fluß. Ein idealer Ausgangspunkt für Reisen in das Landesinnere. Einige Sehenswürdigkeiten gibt es hier auch zu bestaunen, wie das Fort Margherita, das Sarawak Museum, den Astana Palast oder den Sia SanTien Tempel.
Wir starteten mit dem Boot aus Richtung Sibu, dem früheren Maling. Wir nahmen eines der Express-Boote und ab ging es. Mit im Boot war eine Schulklasse und wir hatten alle eine riesigen Spaß. Dann hielt das Boot an, ein anderes machte - mitten im Fluß - daneben fest. Die jungen Leute bedeuteten uns, hier müßt ihr umsteigen. Das war vielleicht ein Gefühl, mit dem Rucksack über eine kleine Planke mitten auf dem Fluß das Boot zu wechseln. Auf diesem kleineren Boot konnten wir die Flußfahrt richtig genießen.
Eine bunte Mischung von Passagieren war an Bord. Auf dem Fluß kämpften sich Kanus und größere Boote Stromaufwärts oder trieben mit der Strömung abwärts. Riesige Flöße aus Baumstämmen kamen als Schubverbände an uns vorbei. So erklärte sich auch, warum die Expressboote mit Stahlrümpfen versehen waren. Ein losgelöster Stamm kann eine große Gefahr für ein Boot bedeuten.

Der Keim der Stadt wurde 1862 vom weißen Raja gelegt, der hier sein "Fort Brooke" errichtet, um von ihm aus die "Pazifizierung" des Landes voranzutreiben. 1870 konnte er erfolgreich einen Großangriff der Iban abwehren. Das ermunterte einige Chinesen, sich als Händler am Fort niederzulassen. 1880 hatten sie etwa 30 Häuser erbaut. 1901 erreichte eine große Einwanderungswelle die Stadt, welche diese weiter anwachsen ließ. Bei einem Großbrand 1928 wurde die Stadt dann fast gänzlich zerstört. Danach aber, wurde sie modern (mit Kanalisation) wiederaufgebaut. 1939 zählte Sibu bereits 8500 Einwohner.
Sibu selbst ist eine gemächliche Stadt, vorwiegend von Chinesen bewohnt. Die Stadt liegt 130 km vom Meer entfernt und ist mit seinen knapp 140.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Sarawaks. Ihr Zentrum liegt auf einer flachen, einst versumpften Insel an der Mündung des Flusses Igan in den Rajang. Hier gibt es noch Trishaws und auf dem Fischmarkt eine reiches Angebot an Süßwasserkarpfen. Man findet einen guten Überblick auf die ethnische Vielfalt Malaysias. Vor allem am Anleger trifft man viele Iban, die für einen kurzen Besuch in die Stadt kommen. Für uns war der Hafen von Sibu interessant. Es gibt etliche Industriebetriebe (Softdrinks, Seife, Sägewerke, Zigaretten), die in den letzten Jahren auch immer mehr Iban zur Arbeit anlockten. Eindrucksvoll sind die riesigen LKW-Motoren am Heck vieler Boote. Es gibt viele Restaurants in der Nähe der Anleger und zahlreiche Händler mit Kunsthandwerk.

Ganz toll war es auf dem Nachtmarkt, auf dem alles mögliche angeboten wurde. Natürlich gab es auch eine Menge Garküchen. Ganz viele boten Dim-Sum an - eine chinesiche Spezialität (gedämpfte Teigtaschen, gibt es in Hongkong eingentlich nur zur Mittagszeit, aber in anderen Ländern scheint diese Delikatesse fast immer angeboten zu werden). Rolf kannte das noch nicht und wollte sich zieren. Ich kaufte kurzerhand welche mit Gemüse und Fleisch gefüllt. Alles lachte und der Inhalt wurde mittels Händen und Füßen erläutert. Rolf - sehr skeptisch - biß hinein - na ja - dann konnte ich nicht schnell genug nachkaufen. Natürlich freuten sich die Besitzer der Garküchen, das es uns so schmeckte. Irgendwer besorgte dann noch Bier und es wurde ein unglaublich lustiger Abend. Man erzählte uns von Land und Leuten und jede Menge Geschichten. Wir wurden befragt, wie wir so Leben, was wir tun und - und - und .....
Leider mußten wir feststellen, daß das Reisen wirklich langwirig ist. Wir wollten aber unbedingt noch in den Mulu Natinal Park. Also, besorgte ich schnell Flugtickets Richtung Miri und weiter ging es. Man braucht schon ein bißchen Mut und Unerschrockenheit um in diesen Park zu gelangen.Es ist wahrlich nicht einfach dort hin zu kommen. Aber die Flußfahrten sind eine Erfahrung für sich (tolle Erfahrungen).

Es geht zunächst mit dem Expressboot von Kuala Baram nach Marudi (Fahrtdauer 3 Stunden). Von hier weiter nach Kuala Apoh und von dort mit einem weiteren Boot nach Long Terawan und von hier mit einem weiteren Boot bis in den Park. Die vermutlich größten Höhlen der Welt sind hier zu finden, wie auch seltene Moose, Blumen, Pilze und Farne. Acht Unterarten des Nashornvogels gibt es hier.

 

Aber die grandiosen Höhlen sind der Mittelpunkt des Interesses. Bisher ist eine Länge von 150 Kilometern erforscht. Die Wissenschaftler glauben allerdings, daß dies nur ein kleiner Teil des gigantischen Höhlensystems ist. Die Sarawak-Kammer ist die größte Höhle der Erde - wenn man ihre Ausmaße in einem Vergleich anstatt in Metern ausdrückt: Man könnte in ihr 16 Fußballplätze oder 40 Jumbo-Jets unterbringen.

Die längste Höhlenpassage ist die Clearwater-Höhle mit 51 Kilometern. In ihr könnten fünf Exemplare des Kölner Doms untergebracht werden. Beim durchqueren dieses Teiles muß man schon mal hüfthohe unterirdische Flüße durchqueren. Der Weg führt 335 Meter in die Tiefe, und bei guter Beleuchtung offenbart sich die wundersame Welt der Tropfsteine, die aber auch von Skorpionen, Fröschen und Tausendfüßlern bewohnt ist.

Die Gua Payau oder Hirschhöhle ist eine unterirdische Halle von 2160 Metern länge und 220 Meter tief. Man kann sie gut in einer halben Stunde durchqueren und kommt dann zur Einflugöffnung der Fledermäuse. Prächtige Stalaktiten und Stalagmiten gibt es zu bewundern. Ein Schauspiel ohne gleiche, wenn in der Abenddämmerung Millionen von Fledermäusen die Höhlen verlassen und sich erst nach einigen erstaunlichen Flugformationen zertreuen.

Geht man tiefer in den Dschungel vor, erst per Boot dann noch mal ein Tagesmarsch, kann man den Gunung Api besteigen. Dies ist der höchste Kalkberg Malaysias, seine Attraktivität besteht aus den 45 Meter hohen spitzen Felsformationen, die Pinnacles, die wie Wächter über dem Park aufragen. Der steile Anstieg dauert zwei Tage, wobei man in einer einfachen Hütte am Melinau River übernachten kann.

Zurück sind wir dann von Marudi aus zurück nach Miri geflogen - auch eine Erfahrung.

Der Besuch des Mulu Natinal Park - für uns die Krönung des Sarawak Aufenthaltes.

     
 
 
     
Sabah

Im äußersten Nordosten der Insel Borneo gelegen - Sabah. Die Hauptstadt dieses malayischen Bundeslandes ist Kota Kinabalu. Sabah ist, wie Sarawak auch, von tropischen Regenwäldern bedeckt. Diese werden jedoch im erschreckenden Tempo abgeholzt und nach Japan, Korea und Taiwan exportiert. Die landwirtschaftlichen Produkte sind hier vielfältiger, als in benachbarten Bundesland. So wird vor allem Palmöl, Kakao und Gummi, Faserbanane, Reis, Eßbananen, Mais, Süßkartoffeln und Maniok angebaut. Auch wird hier im größeren Ausmaße Viehzucht betrieben - Schweine, Rinder und Büffel.
Wie auch der Rest der Insel war Sabah Einflüssen aus der indonesischen Inselwelt, Malaya und China ausgesetzt. Aber besonders start ist hier der philippinische Einfluß zu bemerken. Die stärkste eingeborene Bevölkerungsgruppe - die Dusun oder Kadazan - sind here mit den Visayan und Sulu der Philippinen verwandt, als etwa die Dayak Sarawaks und Kalimantans. Nur die Murut verweisen eindeutig nach Süden.
1773 errichteten die Briten hier eine Niederlassung und die East India Company legte einen Handelsposten auf der Insel Balambangan an. Diese wurde aber bei Angriffen der Sulus nach zwei Jahren wieder zerstört. Erst nachdem sich James Brooke als Rajah von Sarawak einen Namen gemacht hatte, kam es auch in Sabah zu dauerhaften europäischen Niederlassungen. Später gelang es dann englischen Geschäftsleuten, von den Sultanen von Brunei und von den Sulu die Küstenstreifen des heutigen Sabah zu erwerben. 1882 wurde die British North Borneo Company gegründet, die Sabah bis zur japanischen Besetzung im 2. Weltkrieg quasi als Privateigentum verwaltete. 1898 hatte dieses Gebiet die heutige Größe und Form von Sabah erreicht.
Nach dem Anschluß an die Föderation Malaysias wurde Sabah von den Philippinen und Indonesien nicht anerkannt und auf das Gebiet Anspruch erhoben. Es kam zu einem Dschungelkrieg an der Grenze zum indonesischen Kalimantan, der jedoch mit der Entmachtung Sukarnos 1966 endete. Die vielfältigen kulturellen Beziehungen zu der philippinischen Provinz Mindanao bringen auch heute noch einen umfangreichen, nicht immer legalen Warenaustausch mit sich. Auch Moslem-Rebellen flüchten sich immer wieder von Mindanao nach Sabah.
     
 
 
     

Kota Kinabalu

Vor der britischen Besatzungszeit hieß die Stadt noch "Api Api", was soviel wie Feuer bedeutet - ein Hinweis, daß der Ort mehrmals Angriffsziel brandschatzender Piraten und Rebellen war. Während der britischen Herrschaft hieß das Städtschen dann "Jesselton", benannt nach Sir Charles Jessel, einem der Vizepräsidenten der British North Borneo Company.

Erst 1968 erhielt die Stadt den Namen Kota Kinabalu. Nach dem 2. Weltkrieg löste Kota Kinabalu die Stadt Sandakan als Hauptstadt Britisch-Nordborneo ab. Noch in den letzten Tagen des Weltkrieges wurde die Stadt völlig von japanischen Bombern zerstört, so daß sie komplett neu und modern wiederaufgebaut wurde. Einige Stadtgebiete wurden durch Aufschüttungen dem Meer abgerungen.

Viele Sehenswürdigkeiten hat die Stadt, mit schachbrettartigen Straßenmuster, nicht zu bieten. Mit gemieteten Booten kann man Touren zu den kleinen Inselchen vor der Küste unternehmen, darunter auch Pulau Gaya, dem ersten britischen Stützpunkt. Hier gibt es gute Möglichkeiten für ein Picknick und zum Schnorcheln.
Im Touristenzentrum vor Ort wurden wir wirklich sehr gut beraten. So sagte man uns, ihr braucht unbedingt einen Allrad-Antrieb, sonst fahrt ihr jedes Auto kaputt. Die gute Frau telefonierte sich fast die Finger wund, bis sie einen hatte der in einem Top-Zustand war und gar nicht mal so teuer (nicht vergessen - Ost-Malaysia ist in allem etwas teurer als West-Malaysia). Wir hielten uns nicht so lange in Kota Kinabalu auf, sondern starteten mit der Erkundung des Landes.
     
 
 
     

Mount Kinabalu

Für die eingeborenen Dusun gilt der Mount Kinabalu als Heimstatt der Geister ihrer Verstorbenen. Im vergangenen Jahrhundert pilgerten sie an hohen Festtagen hier hinauf, um ihnen Opfer darzubringen. Der erste Europäer, der den Gipfel bestieg, war im Jahre 1851 der Brite Hugh Low.

Der Kinabalu Nationalpark liegt zu Füßen des 4102 Meter hohen Mount Kinabalu (auch der Hausberg Sabahs genannt). Bezeichnend für den Berg und seine Umgebung - eine üppige Flora fast aller Klimazonen: von typischer tropischer Vegetation wie sie in den Ebenen anzutreffen ist über Bergeichen, Rhododendren und Koniferen bis zu alpiner Flora und den verkrüppelten Büschen in der Höhe und auf dem Gipfel. In dieser konzentrierten Art und Vielfalt ist diese Vegetation wohl einmalig in der Welt. Um auf den Gipfel zu steigen, der bei klarem Wetter einen traumhaften Blick auf den ganzen Nationalpark bietet, benötigt man schon gut zwei Tage Zeit. Für den Aufstieg braucht man eine Erlaubnis und die Unterkünfte nach der ersten Etappe müssen vorausgebucht werden.

Etwas außerhalb des Parks gibt es wunderschöne kleine Hotels. Man kommt günstig unter und hat gewaltig schöne Ausblicke direkt aus dem Zimmer. Auch Essen ist außerhalb des Parks erheblich günstiger, was viel wichtiger ist, auch authentischer.

     
 
 
     
Sandakan

Die ehemalige Hauptstadt Sabahs wurde während des zweiten Weltkriegs dem Erdboden gleichgemacht. Nachdem sie auf den Trümmern wieder aufgebaut wurde, ist sie heute eine der wichtigsten Hafenstädte für die Holzindustrie. In seinen Anfängen war Sandakan ein Waffenschmugglernest, das von den Spaniern kontrolliert wurde. Die meisten Schmuggler waren jedoch Deutsche; die Einheimischen erinnern sich noch an sie, denn sie nennen alle Weißen "Orang Jerman" = deutscher Mensch; und nicht - wie sonst üblich - "Orang putih" = weißer Mensch. Aufgrund des excellenten Hafens mit seinen "schwimmenden Geld" war die Stadt sehr reich und man dachte, aus der Stadt würde ein zweites Hongkong werden, doch die schnelle Rodung der Waldgebiete verlangsamte den Fortschritt.
     
 
 
     
Sepilok Orang Utan Sanctuary
Durch die gewaltigen Rodungsaktionen ist der Lebensraum für die Orang Utans immer kleiner geworden. Heute sind diese intelligenten Primaten vom Aussterben bedroht.
Daher wurde ein ca. 4000 ha großes Gelände, welches in einem ehemaligen Holzschlaggebiet liegt, schon 1931 unter Schutz gestellt (wer will uns eigentlich erzählen, die Folgen seines Tuns nicht absehen zu können). Es begannen erste Forschungsarbeiten mit den Orang Utans und ab 1964 begann man intensiv an einem Auswilderungsprogramm zu arbeiten. Man versucht, Tiere die konfisziert oder beim Holzfällen gefangen wurden, wieder auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Vor allem die konfiszierten Orang Utans könnten sich ohne allmähliches Eingewöhnen nicht selbst im Urwald ernähren.

Es gibt hier Unterricht in Klettern, im Bauen von Nestern in Bäumen und Futtersuche. Langsam werden sie entwöhnt, manche kehren nach der Auswilderung wieder aus dem Urwald zurück zur Station, aber nicht sehr häufig. Leider sind einige Orang Utans zu Krank um ausgewildert zu werden, diese verbleiben in der Station.

Als Besucher kann man mit diesen umgänglichen Geschöpfen Freundschaft schließen und man hat die Möglichkeit den Lebensraum auf Naturpfaden zu erkunden. Es gibt eine Diashow, in der das Leben der Orang Utans in freier Wildbahn gezeigt wird. Höhepunkt ist dann die Fütterung.

     
 
 
     

Turtle Island Park

Gut 40 km nördlich von Sandakan liegt der Turtle Island Park. Er umschließt auch die drei Inseln Pulau Selingan, Pulau Bakkungan Kecil und Pulau Gulisan und erstreckt sich über 1.740 Hektar. Die Inseln liegen auf flachen Felsenschollen aus Korallenkieseln aus den umliegenden Korallenriffen. Man findet hier eine Vielfalt von Pflanzenarten, darunter Mangroven, Lantana, die gelbblühende Sophora und die pelzige silberblättrige Tournefortia. Die Hauptattraktion jedoch sind hier die Schildkröten, die an den Küsten ihre Eier legen.
Zwei verschiedene Schilkrötenarten legen ihre Eier das ganze Jahr über an diesen Küsten ab - wobei die Monate Juli bis Oktober die besten sind. Man kann die grünen Schildkröten "Chelonia Myda" und die Falkennasigen Schildkröten "Eretmochelys" beobachten. Die Inseln wurden 1977 zum Nationalpark erklärt, in der Hauptsache zum Schutz dieser beiden Arten, die man damit vor dem Aussterben bewahren will. Ein Besuch dieser Inseln ist ein muss auf dem Reiseplan, wenn man sich für die Erhaltung dieser Arten interessieren.

Pulau Selingan mit fast 8 Hektar ist die zweitgrösste Insel dieser Gruppe.Die Schildkröten kommen zu den östlichen und südöstlichen Stränden der Insel, um ihre Eier abzulegen, bevor sie wieder ins Meer zurückkehren.

Sie kommen normalerweise nach 19.30 Uhr abends an Land, aber man hat sie auch schon morgens zwischen 5 und 6 Uhr beim Eierlegen beobachtet. Wir haben sie die ganze Nacht hindurch beobachten können. Unterbringungsmöglichkeiten sind vorhanden, falls man über Nacht auf der Insel bleiben möchte, um der Eiablage zu beobachten. Ein Restaurant ist auch vorhanden. Als wir auf der Insel waren gab es kein Frischwasser und Strom.
Die grösste Insel Pulau Bakkungan Kecil liegt nah an der Grenze zu den Philippinen. Hier gibt es noch aktive Schlammvulkane. Diese Sind keine echten Vulkane, sondern sie entstehen, indem mineralhaltiger Schlamm aus der Tiefe an die Oberfläche ausgestossen wird. Die Lieblingsplätze der Schildkröten sind die Strände an der Nord- und Westküste der Insel. Es gibt keine Unterbringungsmöglichkeiten auf Pulau Bakkungan Kecil.
Pulau Gulisan ist nur 1,6 Hektar gross, aber sie ist dennoch einer der Lieblingsplätze der Falkennasen-Schildkröten, die ihre Eier an den nördlichen, östlichen und südwestlichen Stränden ablegen. Alle Seeschildkröten fressen Seetiere wie Schwämme, Seewürmer und Mollusken. Die Falkennasen machen da keine Ausnahme. Als Fleischfresser ernähren sie sich von den wirbellosen Tieren der Korallenriffe. Die ausgewachsenen grünen Schildkröten sind jedoch strenge Vegetarier und fressen ausschliesslich Unterwassergras und Seetang.
Die Schildkröten lassen sich beim Eierlegen viel Zeit. Das gesamte Ritual des Auftauchens aus dem Meer, das Aussuchen einer passenden Stelle und Freimachen des Nistplatzes vor der Eierablage (40-90 Eier werden pro Sitzung gelegt), das Bedecken der Eier mit Sand und schliesslich der Rückzug ins Meer dauern eine volle Stunde. Also bereitet Euch auf eine lange Wartezeit vor, wenn Ihr das Nisten beobachten möchtet.
Parkangestellte sammeln die Eier ein und bringen sie in die Brutstation, wo alles mögliche getan wird, um die Eier erfolgreich auszubrüten. Nach einer Inkubationszeit von 50 bis 60 Tagen graben sich die Jungen ihren Weg an die Oberfläche und werden später an verschiedenen Orten ins Meer ausgesetzt. Dann sind sie auf sich selbst gestellt, und müssen den Gefahren des Ozeans trotzen. Vielleicht kehren sie eines Tages genau an jene Stelle zurück, wo einst ihre Mutter ihre Eier legte.
Der Park ist eingerichtet worden, um die natürliche Umwelt zu schützen, besonders die Seeschildkröten, Korallenriffe und anderes ozeanisches Leben. Daher gibt es strenge Vorschriften, an die sich Besucher halten sollten. Es ist verboten: In der Dunkelheit am Strand entlangzugehen, Lagerfeuer zu entfachen, helle Taschenlampen am Strand zu benutzen, nachts zu singen, zu tanzen oder zu musizieren. Die Schildkröten beim Nisten zu stören, indem man ihnen zu nahe kommt oder sich um sie drängt. Es wird geraten, aus der Entfernung zuzuschauen. Unter keinen Umständen darf man auf den Schildkröten reiten, an ihren Flossen ziehen, sie umdrehen, auf sie springen oder sie verletzen. Solche Misshandlungen können nachteilige Folgen für die Rückkehr zum Nisten in der Zukunft haben. Nachtfotografie ist auf Pulau Selingan streng verboten, aber auf den anderen beiden Inseln ist es mit Genehmigung des Park Rangers erlaubt.
Ein Parkangestellter wird Sie informieren, wenn eine Schildkrdte Eier legt. Es ist streng verboten, Pflanzen zu pflücken oder Tiere zu fangen oder sonstige Gegenstände aus dem Park ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Direktors der Sabah Parks mitzunehmen.
Erlaubt:
Angeln ist hingegen erlaubt, aber nur mit Angelrute und Haken.
Für uns war der Besuch dieser Insel ein absolutes Highlight unseres Aufenthaltes in Sabah. Am Nachmittag sind wir vor der Küste Schnorcheln gegangen. Tatsächlich - da kam eine der riesigen Schildkröten auf mich zu - erst nur ein riesiger Schatten, dann schwammen wir so ein bißchen zusammen bis sie von dannen zog. Während des Abendessens erklärten und die Ranger alles über die Schildkröten.

Wir erzählten uns Geschichten bis dann die ersten Schildkröten an Land kamen.

Nachdem wir geholfen hatten, die Eier zu bergen und das Schlüpfen der

Baby-Turtles beobachteten - inklusive Entlassung in das Meer, bekamen wir die Genehmigung uns auch Nachts frei auf der Insel zu bewegen. Der Sonnenaufgang - man findet kaum Worte. Am Strand sah es aus, als ob 'zig Traktoren entlaggefahren waren; es waren aber die Spuren der Schildkröten die an Land gekommen sind.
     
 
 
     

Gomantong Cave

Ähnlich wie in den Niah-Höhlen von Sararwak werden hier Schwalbennester gesammelt, um daraus die als Spezialität bekannte Vogelnestersuppe zuzubereiten. Das bedeutet, hier ist die Heimat von einer Million Salanganen. Die Sammler klettern bis zu 90 Meter hohe Bambusleitern hoch, um die Nester zu ergattern.

Diese Höhlen sind nur von Sandakan mit dem Boot oder mit dem Landrover zu erreichen. Man braucht dafür schon einen ganzen Tag, denn das letzte Stück ist nur "per pedes" zurückzulegen. Gute Schuhe und auch die richtige Kleidung für Dschungeltouren muss man hier schon haben.
     
 
 
     

Kinabatangan River

Das Städtchen Sukau, ca. 100 km südöstlich von Sandakan, ist der Ausgangspunkt für die Erkundung von Sabahs längstem Fluss (560 km). Unabhängiges Reisen ist wegen des unwegsamen Gebirgs- und Dschungelterrains praktisch unmöglich. Eine selbstgebuchte, dreistündige Bootsfahrt auf dem Fluss und seinen Nebenarmen ist ein Erlebnis das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Schließlich gehört das Gebiet zu den wildreichsten Malaysias. Am Morgen und späten Nachmittag kann man sogar die skurrilen Nasenaffen (lat. Nasalis larvatus) beobachten, die nur auf Borneo vorkommen. Wir haben diese Affen zwar nicht zu Gesicht bekommen, dafür aber jeder Menge andere Tiere - darunter auch Affen. Die Eindrücke, die während der Bootsfahrt auf einen einwirken, sind so vielfältig, es braucht dann schon einige Zeit diese zu verarbeiten. Wir genossen die Fahrt in vollen Zügen.
     
 
 
     
Lahad Datu
Gute 130 km von Sandakan entfernt liegt die Hafenstadt Lahad Datu. Im zweiten Weltkrieg war hier ein japanisches Marinehauptquartier; zeitweise wurde der Ort bekannt durch seine Tabakplantagen und die Goldgewinnung, heute stehen Kakao und Palmöl an erster Stelle. Wobei unser Eindruck ist, eigentlich gibt es hier nur Palmöl, fuhren wir über Stunden nur durch Palmplantagen - die reinste Monokultur. Eine fragwürdige Berühmtheit erlangt Lahad Datu auch durch gelegentliche Piratenüberfälle.
Wir nutzten Lahad Datu als "Sprungbrett" für die Danum Valley Conservation Area. Dort gibt es das seltene Sumatra Rhinozerus, Orang Utans, Gibbons, Mousedeer und mehr. Es wurden ungefähr 270 verschiedene Vogelarten in dieser Gegegend registriert. In diesem 44 Quadratkilometer grossen Waldschutzgebiet befindet sich auch das Danum Field Research Centre. Ausserdem gibt es hier eines der ersten Öko Hotels, das Borneo Rainforest Lodge, mit Restaurant Bar und komfortablen Chalets die oberhalb des Danum Fluss stehen. Hier kann man Jungle Trekking, Schwimmen, Vogelbeobachtung, Nachttouren und Excursionen zu den nahegelegenen Abholzgebieten und Sägemühlen machen.

Ein besonderes Erlebnis war die Nacht im Hotel von Lahad Datu. In der Stadt angekommen, sahen wir ein Hotel welches Pre-Opening hatte. Mit schlammverschmierten Schuhen tabten wir rein und bekamen kostengünstig das beste Zimmer im Haus - direkt unter dem Dach mit herrlichem Rundblick auf die Stadt und das Meer. Leider war der Fahrstuhl kaputt. Jedes Mal, wenn der sich bewegte knallten die Kontergewichte auf dem Dach. Es war so laut - da konnten wir nicht schlafen. Nachdem sämtliche Techniker des Hauses die Ursache fanden, aber nicht "bekämpfen" konnten, bekamen wir ein anderes Zimmer. Die Dame an der Rezeption hatte sich aber vertan - dies war ein Einzelzimmer und in dem kleinen Bett konnten wir unmöglich zusammen schlafen; das Zimmer hatte nicht einmal ein Fenster - entsprach also auch nicht dem, was wir bezahlt hatten. Unter großen Entschuldigungen bekamen wir dann ein weiteres Zimmer zugewiesen - ein sehr schönes Zimmer und wir konnten hier auch schlafen. Na ja - den Blick des Managers am nächsten Morgen werden wir nicht vergessen, als wir auf seine Frage wie uns das Zimmer gefallen hätte zurück fragten:

"Welches der drei Zimmer?"

     
 
 
     

Kudat

An der nördlichsten Landspitze Sabahs gelegen - Kudat, erste Hauptstadt des Staates Sabah und früher ein bedeutender Hafen. Man pflegte lange Zeit gute Beziehungen zu den Philippinen und die philippinische Regierung weigerte sich standhaft, die Region als Teil Malaysias anzuerkennen.
Das Volk der Rungu is friedlich, es handelt sich hier um eine Untergruppe des Stammes der Dusun und Kadazan. Viele leben um Kudat noch in ihren traditionellen Langhäusern und glauben an Naturgeister. Außerdem lebt hier noch eine große chinesische Gemeinde.

Wir verschätzten uns sehr bei der Fahrt nach Kudat. Aufgrund der Straßenverhältnisse kamen wir überhaupt nicht so voran, wie wir es uns dachten. Es wurde Dunkel und weit und breit gab es nichts anderes als kleine Dörfer. Wahrlich kein Vergnügen bei Dunkelheit zu fahren. Spät am Abend erreichten wir dann Kudat, fanden ein Zimmer, wenn auch ziemlich schäbig, und bekamen in einem chinesischen Restaurant auch noch etwas zu essen. Wir erzählten der Besitzerin von unserer Fahrt durch die Dunkelheit - sie fand das so toll, das wir die Fahrt auf uns genommen hatten und gab uns zahlreiche Tips für die Erkundung der Umgebung. Wir erlebten ein absolut natürliches Sabah - auf jeden Fall für unsere Kenntnisse. So war der Ausflug nach Kudat ein wirkliches Abenteuer und entschädigte uns reichlich für die beschwerliche Anreise.
     
 
 
     

Sarawak und Sabah - ein Abenteuerurlaub.

Gewiss, selten mußten wir derart improvisieren auf unseren Reisen. Aber gerade das machte den Spaß an der Sache aus. Autofahren in Sabah - alleine das ist ein Erlebnis für sich. Die Straßenverhältnisse sind halt nich so, wie wir es gewohnt sind. Aber mit ein wenig Vorsicht kommt man gut zurecht. Wobei wir unsicheren Autofahrern dringend abraten würden, hier als Selbstfahrer zu reisen. Wir haben hier ein paar Beispiele, was auf einen zukommen kann.
Wieder ein Urlaub, den wir nicht vergessen werden. Mittlerweile haben wir das Gefühl, es schweißt uns auch immer mehr zusammen. Jeder von uns muß und kann bei einem solchen Urlaub seine Stärken ausspielen, man ergänzt sich dann. Wir merkten wieder, wie gut wir es doch zu Hause haben. Manchmal, wenn wir einige Leute schimpfen hören, wie schlecht es und doch geht, kommt uns nur in den Sinn - denkt doch einmal an das Wesentliche, nicht immer nur an den neuen Fernseher oder das neue Auto.