Bekannt geworden ist Vietnam hauptsächlich durch den leidigen Indochinakrieg im 20. Jahrhundert und den nachfolgenden, unsäglichen "Rambo"-Filmen von Verlierern, die hier ein Mittel fanden sich nachträglich als Sieger zu fühlen. Obwohl der als Vietnamkrieg wegen seiner unerbittlichen Grausamkeit ein düsteres und herausragendes Ereignis darstellt und das Land bis heute mit den Folgen des Kolonialismus zu kämpfen hat, stellt dieser Zeitraum nur eine kurze Episode in der jahrtausende alten Geschichte des Landes dar.
Vietnam dehnt sich über zwei Klimazonen aus, dem gemässigten, mit Süd-Europa vergleibaren Klima im Norden und dem tropischen Klima im Süden. Mit einer Fläche von 329.600 Quadratkilometern ist das Land etwas kleiner als Deutschland. Das Land erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung auf über 1650 Kilometer - dies entspricht ungefähr der Entfernung zwischen Hamburg und Athen. Die Küstenlinie ist rund 3000 Kilometer lang. Im Westen grenzt Vietnam anLaos und Kambodscha, imNorden an China und im Osten und Süden an das Südchinesische Meer. Man unterscheidet 5 Regionen: die nördliche Gebirgslandschaft mit Höhen von über 3000 Metern; das Delta des Roten Flusses (an dem die Hauptstadt Hanoi liegt); dem Annamitischen Gebirgszug - das Bindeglied zwischen Nord- und Süd-Vietnam bildet; dem schmalen Küstenstreifen zwischen Annamitischem Gebirgszug und dem Südchinesischen Meer; und das Mekong-Delta im Süden des Landes.
Da in Europa Vietnam eher mit dem Vietnamkrieg, Kommunismus und Armut assoziiert wird, zählt es nicht zu den klassischen Urlaubsländern. Man kann in diesem Land aber Kultur genießen und Abenteuer erleben. Mittlerweile boomt der Tourismus, wenn auch teilweise begründet in einer Art Ausweich-Effekt, der mit den anhaltenden Terroranschlägen in anderen asiatischen Ländern erklärt wird. Vietnam ist ein friedliches Land mit niedriger Kriminalitätsrate. Das heutige Vietnam ist ein Land in Aufbruchstimmung, des Fortschritts und des Wandels. Die jungen Vietnamesen lernen Englisch und interessieren sich ebenso für amerikanische Pop-Kultur, wie in anderen Ländern auch. Die Städte boomen, Baukräne und westliche Leutchtreklamen sind ein Zeichen dafür. Für uns ein Land das nur so auf seine Entdeckung wartet, mit seinen Küsten, Bergen, Regenwäldern, Wasserfällen und den Fluss-Deltas - Naturkulissen von überwältigender Schönheit.
     
 
 
     
Saigon - Hochiminh City
Als "Perle des fernen Ostens" war die Stadt schon vor 1975 weltberühmt. Nach der Vereinigung von Nord- und Südvietnam im Jahre 1976 erhielt Saigon den Namen Ho-Chi-Minh-Stadt. Inswischen hat eine neue Ära mit einer vielversprechenden Zukunft begonnen. Dynamisch, lebendig und sehr attraktiv hat Saigon sich zu einem bedeutenden wirtschaftlichen und industriellen Zentrum von Vietnam entwickelt, immer bereit, Besucher zu empfangen, sei es zu geschäftlichen Zwecken oder als Touristen. Die Harmonie zwischen gothischer und moderner Architektur und das bezaubernde Lächeln der Saigoner ist überzeugend. 1998 feierte Saigon seinen 300. Geburtstag mit vielen fröhlichen Festen.

Es brodelt förmlich in dieser Stadt, überall herrscht hektische Betriebsamkeit. Obwohl, die Bezeichnung Stadt ist nicht ganz zutreffend. Mit einer Fläsche von etwa 2030 Quadratkilometern spricht man eher von einer Provinz, die sich vom südchinesischen Meer bis an die kambodschanische Grenze erstreckt. Die Orientierung im Stadtkern ist nicht einfach. Aufgeteilt ist Ho-Chi-Minh in 17 Stadt- und 5 Landbezirke. Zur Erkundung der Stadt ist ein Cyclo hervorragend geeignet. Die Fahrer erweisen sich oft als ausgezeichnete Fremdenführer. Leider ist diese Beförderungsart langsam am aussterben und es ist abzusehen, das in ein paar Jahren die Cyclofahrer komplett aus dem Stadtbild verschwinden.

Bezeichnend ist das chaotische Verkehrsaufkommen, am besten man findet sich einfach damit ab. Der Lärmpegel ist extrem hoch, was kein Wunder ist wenn tausende von Motorrädern auf einmal starten. Manche Straßen sind so voll, dass eine Überquerung fast unmöglich erscheint. Aber mit ein wenig Geduld, einemm gleichmäßigen Schritt und Aufmerksamkeit ist die andere Straßenseite zu erreichen.

Auf den Märkten Ho-Chi-Minh gibt es ein riesiges Angebot - eigentlich gibt es nichts, was man hier nicht kaufen könnte. An vielen verschiedenen Orten innerhalb der Stadt findet man kleine oder große Marktplätze und -hallen. Es ist eine Freude durch die Stände zu schlendern um dann an einer der Garküchen irgendetwas leckeres zu genießen.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Giac-Lam-Pagode , die neoromanische Kathedrale Notre Dame, der Wiedervereinigungspalast , der Cho-Binh-Tay-Markt im quirligen Chinesenviertel Cholon und die ehemalige Botschaft der Vereinigten Staaten, wo es während des überstürzten Abzugs der Amerikaner im Jahre 1975 zu tumultartigen Szenen kam.

Wir werden nie unser erstes Hotel in der Stadt vergessen. Müde waren wir froh, ein schönes, sauberes Haus gefunden zu haben. Nach einem kurzen Rundgang gingen wir dann zu Bett, um gegen ein Uhr morgens wieder aufzuwachen. Auf der Straße war ein riesiger Obstmarkt, laut und hell erleuchtet. Was soll man machen, wir schauten uns das Spektakel erst einmal an - suchten dann aber am nächsten Tag doch ein neues Hotel.
     
 
 
     
Cu Chi
Heute sind die Tunnel von Cu Chi nicht nur Symbol für den Widerstand des vietnamesischen Volkes gegen Fremdbestimmung und Unterdrückung, sondern auch eindrucksvolles Beispiel für den neuen Pragmatismus. Gegen harte Dollars kriechen ergraute "Vietcong" gemeinsam mit ihren ehemaligen Feinden durch das riesige unterirdische Labyrinth.

Schon im Kampf gegen das französiche Kolonialregime trieb man 1948 die ersten Tunnel in den Lehmboden von Cu Chi. Die Kämpfer wurden von Bauernfamilien der Umgebung mit Nahrungsmitteln versorgt, die sich manchmal auch selbst dort in Sicherheit brachten. Als die Amerikaner hier das Hauptquartier der 25. Division, nur wenige Kilometer vor den Toren Saigons, errichteten, ahnten sie nichts davon, dass ihr Feind direkt unter ihren Stiefeln lauerte. Nachdem die Amerikaner dann von der Existenz der Tunnel erfuhren, erklärten sie das Gebiet um Cu Chi zur "free fire zone". Die Bevölkerung wurde zwangsweise umgesiedelt und in Lagern kaserniert. Danach belegten sie die so "gesäuberten" Gebiete mit Bombenteppichen. Das Gelände wurde nacheinander mit Napalm, Giftgas und Dieselöl besprüht. Man drang in die Tunnel ein, hierzu wurden zumeist Thais oder Koreaner verpflichtet - der Bundesgrenzschutz lieferte Schäferhunde, die letztendlich durch Chilipfeffer oder amerikanische Rasierseife förmlich an der Nase herumgeführt wurden.

Zur Zeit der Tet-Offensive 1968 war das Tunnelsystem, mit allen seinen Seitenzweigen und Querverbindungen, etliche hundert Kilometer lang, von der kambodschanischen Grenze bis direkt vor die Tore Saigons. Teilweise bestanden die Tunnel aus drei bis vier Stockwerken, die bis zu 20 m tief in die Erde reichten - durchnittlich waren sie 5 - 6 Meter tief. Durch Falltüren verbunden wie getrennt, enthielten sie Lazarette, Konferenzräume, Schlafsäle, Werkzeugdepots, Frischwasserbrunnen und Vorratslager, sogar Pagoden und Feldküchen, deren Rauch hunderte Meter entfernt abgeleitet wurde. Einige Tunnel verliefen sogar unter Flußläufen hindurch oder besaßen Aus- und Eingänge, die nur unter Wasser zu erreichen waren. Ein ganzes Heer von Widerstandskämpfern verbrachte ohne Unterbrechung Wochen und Monate in den unterirdischen Stollen.

Heute sind zwei Sektionen renoviert und für Besucher zugänglich. Dabei hat man die Tunnel so erweitert, daß auch ausgewachsene Mitteleuropäer und amerikanische Vietnam-Veteranen einige Meter weit hindurchkriechen können. Feldküchen, Lazarette, OP-Räume, Kommandostationen sind derart "benutzerfreundlich" rekonstruiert, daß man das Tageslicht heute kaum verlassen muß. Die längste Strecke, die man als Besucher an einem Stück durchkriechen kann, beträgt keine 100 Meter. Das ganze Areal wirkte auf uns bedrückend, trotz der eindeutig für Touristen ausgelegten Darstellung.
     
 
 
     
Tay Ninh - Cao-Dai-Sekte

Eine der schillerndsten Religionsgemeinschaften Asiens, wenn nicht sogar der Welt, hat in der Provinzhauptstadt Tay Ninh, an der Grenze zu Kambodscha, ihre Heimat. Graham Greene, von der Sekte und ihrem "Heiligen Stuhl" fasziniert, schauderte wie folgt:

"Christ and Buddha looking down from the roof of the Cathedral on a Walt Disney fantasia of the East, dragons and snakes in Technicolor."
Für manchen mag diese Mischung aus Ost und West, aus Buddhismus, Konfuzianismus, Katholizismus, Taosmus, Hinduismus, Islam und Tiger Balm Gardens interessant sein. Im Zeitalter von New Age und Esoterik stellt dies ja vielleicht eine Art Idealreligion für derart angehauchte Menschen dar.
Nach einigen Jahren der Repression unter der sozialistischen Regierung, nicht ganz unverständlich, hatten die Caodiisten traditionell stets an der Seite der Fremdherrscher gestanden, kann die Sekte seit 1985 ihren Glauben (nicht aber ihre Politik) wieder so gut wie unbehelligt ausüben. Ihre bis an die Zähne bewaffnete Privatarmee beherrschte nach der Kapitulation der Japaner 1945 weite Teile des Südens und kollaborierte mit den Franzosen gegen den Viet Minh, andererseits bekämpfte sie aber auch Diem und den wachsenden Einfluß der Amerikaner. Während des Vietnamkrieges fungierte die Provinz Tay Ninh als einer der Endpunkte des Ho-Chi-Minh-Pfads. Die Khmer Rouge legten 1976 - 1979 weite Teile der Grenzregion in Schutt und Asche.
Teilweise hatte die Sekte mehr als 4 Millionen Anhänger, bis zu 100.000 lebten allein auf dem Geländer des "Heiligen Stuhls", und bildete einen Staat im Staat mit eigener Verwaltung, eigenen Schulen und einer Armee. Heute beträgt die Zahl der Anhänger kaum mehr als ein Zehntel der ehemaligen Gemeinde, soll aber wieder in Wachstum begriffen sein.
     
 
 
     
Unterwegs im Mekong-Delta
Mit seiner Länge von ca. 4500 km ist der Mekong einer der längsten Flüsse der Erde. Das Quellgebiet liegt im tibetanischen Hochland, dann fließt der Fluss durch China, wird dann Grenzfluss von Myanmar und Lao, durchquert Kambodscha und Vietnam, bis er dann in das Südchinesische Meer mündet. Das Deltagebiet in Vietnam verdient die Superlative - eines der größten Flussdelta der Welt zu sein. Fruchtbar ist das Land hier, dank der Sedimente, die sich im Laufe der Zeit abgelagert haben. Noch heute wächst das Delta um ca. 80 Meter im Jahr. Ein kleines Paradies, in dem es viel zu entdecken gibt.

Üppiges Grün wächst an den Ufern der unzähligen Flüsse die das Delta-Gebiet durchziehen. Um auch in die kleinen Kanäle vordringen zu können, nutzten wir kleine Boote. So konnten wir uns dem Anblick der vielen Pflanzen und der völlig eigenen, ruhigen Atmosphäre hingeben. Nur schwer lässt sich das Erlebte in Worte fassen. Man sollte aber nicht vergessen, für die Einheimischen ist das Leben am Fluss häufig genug eine Herausforderung - regelmäßige Überschwemmungen, ständige Veränderung der Flüsse und Kanäle - damit muss man erst einmal fertig werden. Der Wasserstand des Mekong steigt ab Mai und erreicht dann im September seinen Höchststand. Bedingt durch die Abholzungen in Kambodscha und anderen Ländern ist das Gleichgewicht des Flusses gestört, so kommt es zu extremeren Überschwemmungen, als von der Natur vorgesehen. Viele Familien leben ausschließlich auf dem Boot. Wir lernten ein völlig anderes Leben kennen, mit einem Tagesablauf abgestimmt auf die natürlichen Abläufe die der Fluss mit sich bringt.
Auf engen Kanälen, kaum breiter als die Boote und nicht sehr tief, kommt man umsäumt von Wald nach Xeo Yuyt, einer Basis des Vietkong im Vietnamkrieg. Auf der Fahrt nimmt ein der Fluss gleiche gefangen, freundliche Leute winken einem zu, es werden Haare gewaschen, Kinden planschen im Wasser. Was für ein Kontrast - die alte Basis und die Menschen heute. Man mag kaum glauben, was hier während des Krieges passiert ist.

Chau Doc ist ein kleines aber feines Fischerstaedtchen, dass fuer seine Fishfarms beruehmt ist. Dabei werden die Fische in einem Behaelter unter einem Haus gezuechtet. Jaehrlich werde so durch diese Fishfarms ca. 500 Tonnen Fisch "produziert", wovon ein grossteil in Form von weissen Fischfilets nach Europa geht. Wir erklommen den Sam Mountain der sich ca. 230 m hoch aus der Ebene erhebt. Dutzende kleiner Tempel und Pagoden sind in die Felsen hineingebaut.

Natürlich sind wir auch über einige schwimmende Märkte gefahren. Die Vielfalt an angebotenen Waren steht denen auf den Märkten in Saigon kaum nach. Es erscheint alles nur noch frischer. Sehr befremdlich war die Erkenntnis, dass Fische in der Klärgrube (hier auf völlig natürlicher Basis) gezüchtet werden. Es handelte sich hier um Welse - seit dem heißt dieser Fisch bei uns nur noch Toilet-Fish und wir verzichten jetzt auf diese Speise (eigentlich Quatsch - gilt dieser Fisch als Delikatesse und steht auf den ganz normalen Speiseplan).
     
 
 
     
Open Tour - Da Lat - Nha Trang - Hoian - Hue
Eine gute Möglichkeit Vietnam kennen zu lernen ist die Reise mit einem Open-Tour-Ticket. Open-Tour bedeutet, dass auf festen Routen täglich Busse pendeln, die man zu jedem beliebigen Zeitpunkt und an jedem beliebigen Ort entlang der Strecke verlassen kann. Auf den jeweiligen Teilstrecken werden Stops an den obligatorischen Sehenswürdigkeiten eingelegt. Unterwegs kann man beliebig lange an einem Ort bleiben und dann seinen Weg fortsetzen. Wir hörten zwar von negativen Erlebnissen, unsere Erfahrung war aber durchweg positiv. Wir wurden nicht bedrängt in einem bestimmten Hotel abzusteigen, noch sonst irgendwie ausgenommen, wie von vielen Urlaubern berichtet.

Von Saigon aus ging es gemächlich auf gute 1500 Meter Höhe Richtung Da Lat. Unterwegs konnten wir sehen, wie die Reisfelder Gummiplantagen wichen, diese dann von Bananen-Hainen abgewechselt wurden. Am La Nga Lake konnten wir die Floating Houses bestaunen. Die Stadt, inmitten von Seen, Wasserfällen und Pinienwäldern erinnert stark an die Schweiz. Kein Wunder, wurde diese Stadt von dem Pasteur-Schüler Alexandre Yersin als idealer Ort für sein Sanatorium für die Kolonisten auserkoren. Viele Neureiche bauten daraufhin ihre Villen hier um dem tropischen Klima Saigons zu entkommen. Die Stadt selbst bietet nichts herausragendes, aber die Umgebung ist einfach nur schön. Man kann auch Exkursionen zu Dörfern der Minderheiten, wie den Lat, unternehmen.

Wie schon auf vielen anderen Reisen zog es uns aber wieder Richtung Meer. So war die nächste Station Nha Trang. Es ging über den Ngoan Muc Pass, mit seiner atemberaubenden Aussicht Richtung Küste. Man sagt, wenn Saigon das Paris des Orient ist, dann ist Nha Trang sein Nizza. Cafès säumen die mit Palmen bestandene kilometerlange Promenade. Von den Cham-Türmen im Norden der Stadt hat man eine tolle Aussicht über einen der schönsten Fischerdörfer des Landes. Einst war Nha Trang Hafen und Stützpunkt der Cham, während der Kolonialzeit wurde der Ort dann zu einem mondänen Seebad mitsamt Meeresforschungszentrum und Pasteur-Institut ausgebaut. Die schönen Strände laden zum Baden ein. Unvergessen der Boots-Trip mit Mama Hanh. Eine gigantische Party auf dem Meer.

Das nächste Etappenziel war Hoi An in Zentral-Vietnam. Umgeben von Reisfeldern, bildschön am Thu-Bon-Fluss, der die Stadt mit dem nahen Meer verbindet. Berühmt ist die historische Altstadt mit ihren langgestreckten alten Händlerhäusern am Flussufer und den malerischen Gassen, zwischen Tempeln, Pagoden, Schreinen. Einst war die Stadt Station der "Seidenstraße des Meeres, über 2000 Jahre reichen ihre Ursprünge zurück. Beim Bummeln fühlt man sich in alte Zeiten zurückversetzt, um dann sogleich von dem Knattern einer Motorrad-Rikscha wieder in die Gegenwart katapultiert zu werden.
Unser vorerst letztes Ziel auf der Reise gen Norden war Hue (der Name bedeutet Harmonie). Von 1802 bis 1945 war Hue die Hauptstadt der letzte Kaiserdynastie. Von der UNESCO wurde die Stadt als Welterbe der Menschheit anerkannt. Da die Stadt auf halbem Weg zwischen Hanoi und Saigon liegt, entwickelte sie sich zum Drehkreuz von Zentralvietnam. Vor allem die idyllische Lage beiderseits des von sanften Hügeln flankierten, träge dahinfließenden Song-Huong-Flusses trägt zu ihrem Flair bei. Über den Ursprung des poetischen Namens »Parfümfluss« kursieren verschiedene Theorien. Eine Version verweist auf die wohlriechenden Edelhölzer, die auf dem Wasser transportiert wurden, eine andere auf die im Frühjahr auf dem Fluss treibenden Blüten.

Zeugen der Vergangenheit sind die Zitadelle mit der Kaiserstadt und dem Kaiserpalast, die Thien-Mu-Pagode und die einige Kilometer südlich der Stadt gelegenen Kaisergräber. Auch seine traditionelle Bedeutung als Beamten- und Gelehrtenstadt hat Hue bewahren können, beherbergt es doch bis heute einige der bedeutendsten Hochschulen des Landes. Nicht zuletzt prägen die freundlichen und weltoffenen Einwohner Hues die besondere Atmosphäre der Stadt. Das harmonische Nebeneinander von Vergangenheit und Moderne, Aufbruch und Verharren, ländlicher und städtischer Kultur macht den Charme von Hue aus. Speisen, ohne viel zu reden - im Lac Thien kann man das machen. Alle Angestellten sind taubstumm. es geht lustig zu, die Beratung für das Essen ist spannend und das Essen selbst schmeckt wirklich gut.
     
 
 
     
Phan Thiet
Es war an der Zeit sich jetzt etwas zu entspannen und verwöhnen zu lassen. So zog es uns nach Phan Thiet. Die Zugfahrt von Hue bis Phan Thiet war schon ein besonderes Ereignis für sich. Den Express-Zug, den normalerweise Touristen von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-City nehmen, konnten wir nicht nutzen.
Wir mußten einen Bummelzug nehmen, der über 24 Stunden für die Strecke brauchte. Was für ein Spaß! Wir waren die einzigen "Langnasen" im Zug und wohl wirklich etwas besonderes. Die gesamte Zugbesatzung und alle anderen Fahrgäste flanierten erst
einmal an unserem Abteil vorbei und sagten guten Tag. Später kam dann die Besatzung des Zuges - um es kurz zu machen - es gab eine riesige Party. Wir gaben das Bier aus - die Zugbegleiter holten von jedem Bahnhof die Orstspezialität zum Essen (wie gesagt, der Zug hielt an jeder Milchkanne).
Es wurden Lieder gesungen - falscher als Rolf und ich kann man kaum singen - Geschichten erzählt und gegessen. In Phan Thiet angekommen, traute der Bahnhofvorsteher seinen Augen kaum - wirklich alle aus dem Zug verabschiedeten uns. Glücklich, aber völlig verdreckt und verschwitzt - die Fenster im Zug sind offen, nur durch Gitter gesichert - und eine Aircon gibt es auch nicht. Vom Bahnhof aus legten wir dann die letzten Kilometer auf Motorrädern zurück, samt Rucksäcken. Wir fanden ein total tolles Hotel.
Phan Thiet ist nicht nur der Standort der berühmten Fischsoßenfabriken, sondern ein weiterer vietnamesischer Badeort par excellence. Direkt am gleichnamigen Fluss und am bedeutsamen Highway 1 gelegen, befindet sich die 100 000-Einwohner-Stadt noch im Einzugsgebiet der Metropole Saigon. Buntes Leben herrscht rund um den malerischen Hafen mit seinen vielen hübschen Fischerbooten. Nicht zu vergessen sind der ca. 20 km östlich des Zentrums gelegene feine Sandstrand Mui Ne und die gleichnamigen gewaltigen Sanddünen.

Ein krönender Abschluß unseres Urlaubes in Vietnam. Man sieht uns hier bestimmt einmal wieder.