Ein Land, noch neben den ausgetretenen Pfaden des Massentourismus - ein noch junges Reiseziel. Es ist ja auch noch nicht lange her, seit die sozialistische Regierung das Land für Besucher geöffnet hat. Ein faszinierendes Land erwartet einen, ein Land, welches seine Position im asiatischen Staatengefüge sucht. Der Lebensrhythmus, die äußerst freundliche Art der Laoten, alles erinnert an das "alte" Asien. Obwohl in den Städten Internet-Cafés an jeder Ecke zu finden sind, viele der jungen Menschen mit einem Handy in der Hand geboren zu sein scheinen, lebt doch der größte Teil der Bevölkerung noch wie seine Vorfahren. Holzhäuser und grüne Reisfelder prägen das Bild. Es scheint überall Klöster und Tempel zu geben, ein Zeichen, wie wichtig der Buddhismus der Bevölkerung ist. Ein unglaubliche Natur und sehr viel Kultur erlebt man beim bereisen dieses Landes.

Laos hat eine bewegende Geschichte. Jahrhundertelang war es den Expansionsgelüsten seiner Nachbarn ausgesetzt. Stets musste man sich gegen Vietnam, Thailand, Birma, China oder Kambodscha zur Wehr setzen. Dann kamen die Franzosen im 19. Jahrhundert und machten das Land zum Anhängsel Französisch-Indochinas. Im Zuge des Vietnamkrieges überzogen dann die USA das Land mit ihren Bomben. Als dieser Terror dann vorbei war, kamen nach einer so genannten sanften Revolution die Kommunisten an die Macht. Viele Jahre war das Land abgeschottet und öffnete sich erst Ende der 1980iger wieder und Touristen können das Land bereisen.

Man bereist ein nur spärlich besiedeltes Land im Zentrum der indochinesischen Halbinsel. Ohne einem Zugang zum Meer, durchzogen aber von einer Vielzahl von Flüssen, größtenteils von Gebirgen und Hochebenen bedeckt. Das tropische Klima lässt eine üppige Vegetation gedeihen, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sind für Europäer jedoch angenehmer als in manchen Nachbarländern. Einmalig macht das Land aber die Menschen. Die rund sechs Millionen Einwohner lassen sich einem halben Hundert unterschiedlicher Stämme und Völker zuordnen, die über das Land verstreut leben. Es herrscht eine gelassene Atmosphäre, die in Südostasien ihresgleichen sucht.

Laos gehört noch zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern dieser Erde. Obwohl es reiche Naturschätze gibt, diese sind aber nicht erschlossen, ja größtenteils nicht einmal richtig erforscht. Mittlerweile setzt die Regierung auf Marktwirtschaft. Dazu gehört auch der Tourismus, der dem Land die notwendigen Devisen bringt. Man ist dabei aber sehr darauf bedacht, die nationale Identität des Landes nicht zu gefährden. Die Infrastruktur des Landes wird ausgebaut, so dass man auch als Tourist immer besser auch in entlegene Regionen des Landes kommt. Dennoch ist beim Reisen eine Menge Geduld und Zeit erforderlich. Ja - Geduld und Zeit zahlen sich in Laos mehr aus, als in manch anderen Ländern die wir bereisten. Nur so kann man die Menschen, mit ihrer höflichen und zurückhaltenden Art, stets hilfsbereit, doch nicht aufdringlich, von natürlicher Gastfreundschaft und ohne vordergründiges Gewinnstreben, näher kennen lernen.

     
 
 
 
 

Schon während unserer Vorbereitungen zur Reise nach Laos stellten wir fest, dieser Besuch kann nur einer groben Orientierung dienen. Bedingt durch die noch nicht fertiggestellte Infrastruktur würden wir immer eine Weile benötigen um von einem Ort zum anderen zu gelangen. So entschlossen wir uns, die Höhepunkte des Landes von Nord nach Süd anzusehen, im vollem Bewusstsein, das wird eher Oberflächlich. Auf der anderen Seite hätten wir dann einen groben Überblick über das Land.

So ging es via Bangkok nach Chiang Rai von wo aus wir gut den Grenzübergang nach Laos - Houay Xai - nutzen konnten. Schon die Fahrt von Chiang Rai nach Chiang Khong (den thailändischen Grenzübergang) war ein abenteuerliches Erlebnis. Die Ausreise an sich ging reibungslos über die Bühne. Danach den Hang hinab, wo unzählige Fähren darauf warten, die Reisenden über den Mekong über zu setzen.

In Laos angekommen, geht es auch recht unkompliziert zur Visumsbeantragung und dann zur Einreise. Schon hier bemerkt man die ruhige Art der Laoten und deren Hilfsbereitschaft (nicht das man in Thailand nicht hilfsbereit ist, aber irgendwie ist es anders).

Über Houay Xay lässt sich sagen, es ist die Hauptstadt der Provinz Bokeo. Zum Leidwesen der Anwohner sehen die meisten Touristen kaum mehr als die Uferstrasse und den Grenzposten (genauso wie wir). Man kann aber auch schöne Ausflüge in die Umgebung unternehmen und einige Dörfer der Hmong, Khmu und Lanten besuchen. Oder auf die zwei benachbarten Hügel steigen und sich den Vat Chom Khao Manirath oder das von den Franzosen errichtete Fort Carnot ansehen. Nebenbei, der Ausblick von den Hügeln über die Gegend muss recht schön sein. Oder man besucht eine der Edelstein-Minen - immerhin ist die Förderung von Edelsteinen von nicht unerheblicher Bedeutung in der Provinz.

Unsere Planung sah aber anders aus, so ging es nach den Einreiseformalitäten gleich mit dem Tuck-Tuck zur Anlegestelle der Slow-Boote. Wir hatten uns vorgenommen mit dem Slow-Boot die zweitägige Fahrt nach Luang Prabang zu machen mit Übernachtung in Pakbeng.

Der Mekong soll in dieser Gegend einfach einmalig sein und den Urlaub mit einer zweitägigen, entspannenden Bootsfahrt zu beginnen fanden wir verlockend. Da wir außerhalb der Hochsaison reisten, fanden wir auch schnell ein Boot und schon ging es los. Es gibt auch Expressboote, die die Strecke in bis zu acht Stunden schaffen. Man begibt sich dann auf eine extrem laute Fahrt, die auch nicht so ganz sicher ist. Immer wieder wird von Unfällen, auch mit Todesfolge, berichtet. Man hockt in einem kleinen Boot, welches mit ohrenbetäubender Lautstärke der Motoren über den Fluss donnert. Wirklich - lieber ein Reisetag mehr, mit Muße den Mekong erkunden und die Landschaft genießen.

Grenzübergang Chiang Khong

Fährboote

Anleger Houay Xay

Grenzstation Houay Xay

 

Hauptstraße von Houay Xay
Anleger der Slow-Boote
Auf so einem Boote die nächsten 2 Tage
Nicht's, was nicht auf die Fähre geht
 
 

Eindrücke von der Mutter aller Flüsse

Wie schon erwähnt, das Reisen mit dem Slow-Boat dauert zwar länger, man kann aber wirklich die atemberaubende Landschaft genießen. Berichte über die Reise im Slow-Boat während der Hochsaison sagen, das diese Boote total überfüllt sind und die Reise nicht so angenehm sein soll. Da hatten wir wohl Glück. Obwohl, auch alle anderen Boote, die wir während der Reise sahen, mit zwei oder nur wenig mehr Menschen besetzt waren.

Wir suchten uns ein traditionelles Langboot aus, in früheren Zeiten als Lastkahn in Gebrauch. Die Sitze waren die Sitzbänke aus Minibussen, so saß man recht angenehm und die Beine konnte man sich sehr gut vertreten. Die Bootsbesitzer leben auf dem Boot, im hinteren Teil. Zum Mittag wurde von der Hausfrau gekocht - so erlebten wir unsere ersten kulinarischen Genüsse.

Langsam zieht die wunderschöne, manchmal wilde Landschaft an einem vorbei. Tief hat sich der Fluss in die Landschaft gegraben. Über Stromschnellen geht es hinweg, immer weiter Richtung Süden.

Da die Fahrt über Nacht viel zu gefährlich ist, wird am Abend in Pakbeng gestoppt. Hier ist man auf den Touristenansturm vorbereitet und zahlreiche Gästehäuser stehen zur Verfügung.

     
 
 
     

Den meisten Besuchern von Laos ist Pakbeng halt bekannt als Übernachtungsmöglichkeit auf halber Strecke zwischen Houay Xai und Luang Prabang. Der Ort liegt an der Mündung des Nam Beng in den Mekong. Der Ausdruck Pak bedeutet Mündung. Eigentlich ist der kleine Hafen des Ortes ein Holzverladehafen, heute machen zahlreiche Touristenboote hier fest. Da hier auch die Straße nach Oudomxai endet, war dieser Ort schon immer eine wichtige Station auf der Handelsroute nach China und Thailand.

Gespickt mit Gästehäusern und Restaurants hat man sich voll auf die Einnahmequelle durch die Traveller eingestellt. Abends und Nachts versorgt man die Touristen, tagsüber (morgens verlassen die Touristen den Ort wieder) geht man den traditionellen Tätigkeiten nach.

Bis dato (2008) ist der Ort noch nicht an das Stromnetz angeschlossen. Die Generatoren werden nur zwischen 18.00 h - 22.00 h eingeschaltet. So herrscht des Nachts eigentlich schnell Ruhe im Ort. Für uns ist es immer wieder ein Erlebnis, zu erleben wie Dunkel es ohne Strom eigentlich wirklich sein kann. Zu Hause ist die Lichtverschmutzung derart groß, wir wissen eigentlich gar nicht mehr (speziell wenn man in der Nähe einer Großstadt wohnt) was komplette Dunkelheit bedeutet. Man sollte die Dunkelheit auch morgens, beim packen der Rucksäcke, nicht außer Acht lassen. Ist schon spannend im Schein der Taschenlampe das Zimmer auszuleuchten, ob man auch wirklich nichts vergessen hat.

Die Gästehäuser haben fast alle einen Blick auf den Mekong. Wenn in der Morgendämmerung noch Nebel über dem Fluss liegt - der Fantasie sind dann kaum noch Grenzen gesetzt. Ein sehr schönes Erlebnis.

     
 
 

Am nächsten Morgen ging also unsere Reise auf "der Mutter aller Flüsse" weiter. Entspannt trieben wir immer weiter Richtung Luang Prabang. Immer wieder ging es durch tiefe Schluchten und über Stromschnellen. Wir bereuten in keiner Weise, unsere Reise mit dieser geruhsamen Flussfahrt begonnen zu haben. Hier noch ein paar Eindrücke vom Mekong:

 
 

So ungefähr 1 1/2 Std. vor Luang Prabang dann ein Stopp. Wir erreichten die Pak Ou-Höhlen (Tham Ting). Hier, an der Mündung des Nam Ou (pak = Mündung) in den Mekong, liegt eine der bedeutendsten buddhistischen Kultstätten von Nordlaos. von der Tham Loum, der unteren Höhle, am Fuß einer hohen Felswand, hat man einen wunderschönen Blick über den Mekong zur Mündung des Nam Ou.

Angeblich hat König Setthathirat 1547 die Höhlen anlässlich der Erbauung des Tempels Vat Pak Ou, im gegenüberliegenden Ort gelegen, gegründet. Aber schon weit vorher wurden den Höhlen magische Kräfte nachgesagt. Gemäß diesen Legenden diente die Stätte als Wohnort für die Flussgeister (phi) und des Naga Königs Chao Ulongkha, Wächter über die Mündung des Nam Ou. Seit Jahrhunderten bringen hier Pilger und Bootsleute kleine Buddhafiguren als Opfergaben dar.

Um einen massiven Schrein mit han hu (Wasserlauf für die rituelle Waschung von Buddhastatuen) und einem That gruppieren sich Hunderte von ganz kleinen bis zu 1 Meter großen Buddhafiguren aus Holz, Bronze oder Eisen. Auffällig, fast alle stehenden Figuren haben die Regenanrufungspose. Man erklärte uns, dies ist die typische Haltung der laotischen Buddhafiguren.

Die obere Höhle Tham Theung liegt etwas 200 Meter höher. Diese Höhle ist erheblich dunkler. Man kann zwar gegen ein kleines Entgelt eine Taschenlampe leihen, die eigene ist aber besser und sicherer. In dieser Höhle befinden sich eine Stupa und einige kleinere Buddhafiguren.

Insgesamt soll es in den Höhlen über 5000 Buddhafiguren gegeben haben. Doch mit der wachsenden Zahl der Touristen hat sich besonders die Zahl der kleineren Figuren erheblich gelichtet. Ehrlich - tut so etwas Not? Als Tourist sind wir Gäste, wenn wir privat eingeladen sind, räumen wir unseren Gastgeber doch auch nicht die Wohnung aus. Daher wird man diskret ermahnt. Leuten, die eine Figur haben mitgehen lassen, ist sei es durch die Bank weg schlecht ergangen, einige ereilte der Tod.

     
 
     

Einen weiteren Stopp gab es dann in Ban Xang Hai. Hier wird Reisschnaps gebrannt. Schon kurz nach dem verlassen des Bootes, wenn man dem bei Trockenheit steilen Ufer des Mekong hochsteigt, riecht man förmlich die Gärung. Die Bootsleute und Tuk-Tuk-Fahrer nennen den Ort auch Wisky-Village. Übersetzt man den Namen des Ortes, muss es sich eigentlich einmal um ein Töpferdorf gehandelt haben (Xang = machen / hai = Krug ). Scheinbar wechselte ein Großteil der Bevölkerung mit zunehmender Touristenzahl zum brennen und dem Verkauf von Schnaps. Man kann zusehen, wie auf traditionelle Weise der Schnaps hergestellt wird. Reis wird mit etwas Hefe in Tonkrügen zur Gärung gebracht . Nach fünf Tagen kann man dann Reiswein abschöpfen. In großen Metallfässern wird dann der fermentierte Reis erhitzt, bis der Alkohol aufsteigt und an einer Wasserschale kondensiert und über eine Rinne in ein separates Gefäß abfließt. 30 kg Reis ergeben ca. 20 Liter lau lao, der Alkoholgehalt liegt bei ca. 43 %.

     
   

Am Abend erreichten wir dann Luang Prabang, auch Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Hier vereinen sich ethnische und kulturelle Vielfalt mit laotischer Tradition und Geschichte. Nachdem die Stadt 1993 wegen ihres Gesamtensemble unter Denkmalschutz gestellt wurde und 1995 in die UNESCO-Liste des kulturellen Welterbes aufgenommen wurde, ist sie ein Touristenmagnet ohne gleichen, wovon die gesamte Provinz profitiert.

Die Provinz liegt mitten im Gebirge, allenfalls entlang des Mekong und des Nam Khan findet man ebenes Land. Daher sind die Temperaturen hier erheblich kühler als in den flacheren Landesteilen. Durch die Gebirgslandschaft ist die Siedlungsstruktur zerklüftet, in ethnischer wie auch in geographischer Hinsicht. Vereinzelt liegen die Dörfer in den Bergen, häufig nur in der Trockenzeit zu erreichen.

Luang Prabang ist eine kleine, überschaubare Stadt in der wir uns sofort sehr wohl fühlten. Jeder Quadratmeter Boden, jeder Stein - einfach alles riecht nach Geschichte. 1353 kämpften sich die Truppen des Reichsgründers Fa Ngoum das Tal des Nam Khan herab. Hier fand das Heiligtum des Königreichs Lane Xang und Namenspatronin der Stadt, der Pha Bang, seine Heimat und zu im Laufe der Jahrhunderte von Tempel zu Tempel. Könige wurden hier gekrönt und Ränke geschmiedet, Kriege wurden geführt. Die Kriege verliefen nicht immer siegreich, oftmals wurde die Stadt von den Burmesen erobert. Deshalb wurde Vantieane später die Hauptstadt von Laos.

Doch immer blieb die Stadt das Symbol für Laos, war immer etwas besonderes. So machte die stetige Bedrohung durch chinesische Räuberbanden es Auguste Pavie leicht, den greisen König Oun Kham von der Notwendigkeit eines Schutzbündnisses mit Frankreich zu überzeugen. So konnten zum Ende des ersten Indochinakrieges die Franzosen von hier aus zu einer verzweifelten Rettungsaktion, den Nam Ou aufwärts, zur Dschungelfestung Dien Bien Phou starten.

Jahrhundertealte Pagoden, eine südfranzösich anmutende Stadtbebauung und nicht zuletzt die übrig gebliebene Fliegerabwehrkanone auf dem zentralen Punkt der Stadt, dem Phou Si, spiegeln diese lebhafte Geschichte wieder.

Nein, wir werden hier keine detaillierten Beschreibungen der zahlreichen Vat's machen. Jeder an sich kann eigentlich eine Webseite füllen. In Luang Prabang, in der Stadt, in der der Theravada-Buddhismus zur Staatsreligion erklärt wurde, welcher mit großer Ehrfurcht im ganzen Lande praktiziert wird, zog und zieht noch immer zahlreiche Schüler aus allen Teilen des Landes, Thailand und Kambodscha an. Im 18. Jahrhundert gab es noch 69; heute sind noch 29 in Betrieb. Die rund 2000 Mönche und Novizen lassen eigentlich immer die Stadt in einem Orangeton erleuchten.

Hotels, Gasthäuser und Restaurants gibt es mehr als genug und für jeden Geldbeutel. Wir kamen in der wunderschönen Villa Phantana unter. Direkt gegenüber dem ehemaligen Königspalast. Die Leute hier - freundlich wie auch sonst im ganzen Land, mit sauberen tollen Zimmern. Der Besuch des Palastes gehört einfach dazu. Allein die Wandmalereien im Empfangssaal, die Szenen aus dem ländlichen Leben darstellen, sind dem Besuch wert. Von den vielen Kunstschätzen und der angeblichen Nachbildung des Phra Bang gar nicht zu reden.

Für die Stadtbesichtigung nutzen wir größtenteils das Fahrrad. Es gibt nicht so viele Autos, so kann man gut radeln. Am ersten Abend gab es ein kräftiges Gewitter, o.k. - da war das Fahrrad nicht so gut. Erstmals haben wir in Asien einen Hagelschauer mit Tennisball großen Hagelkörnern erlebt. Aber nach einer knappen Stunde war alles vorbei und wir konnten die Stadt weiter entdecken.

An die Spitze des Phousi sind wir natürlich zu Fuß hoch und erkundeten den gleichnamigen Tempel. Sechs weitere Tempel beherbergt der Berg noch. Faszinierend ist jedoch der herrliche Blick über die Stadt, dem Mekong und dem Nam Khan.

     
     

Unser Ziel am nächsten Tag waren die Kuang Xi Wasserfälle. Es sollte sportlich zugehen, wir fuhren die ca. 30 km mit dem Fahrrad. Die Tour ist zwar anstrengend, aber machbar. Die Strecke führt durch eine wunderschöne Landschaft und ebenso schöne Dörfer. Boun Pi Mai - das laotische Neujahr stand kurz bevor. Wie in Thailand auch wird jeder mit Wasser bespritzt. Die Dorfjugend hatte die Straße abgesperrt, so erhielten wir unterwegs immer mal eine erfrischende Dusche. Endlich am Hauptparkplatz angekommen (o.k. - die letzten 2 km musste ich das Rad schieben), erwarteten uns diverse "Restaurants" mit lokalen Spezialitäten. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es zu Fuß Richtung Wasserfall, der in dichter Dschungellandschaft liegt. Man kommt an dem Gehege der Tigerin Phet vorbei, die vor Wilderern gerettet wurde. Doch sie zeigt sich nicht immer, auch uns zeigte sie die kalte Schulter (besser - nicht einmal das). Die Gute will halt auch mal ihre Ruhe haben. Lebhafter geht es in dem Bärengehege nebenan zu. Angeblich wurden die Tiere illegal gehandelt und an der Grenze zu Vietnam gefunden.

Der Kuang Xi stürzt sich aus über 30 m Höhe hinab. Dann sprudelt das Wasser stufenweise in hellblaue Bassins. Viele dieser Becken dienen als Badestelle. Das ganze Areal zog uns sofort in seinen Bann und wir erkundeten die ganze Gegend. Klettert man an der Seite des Wasserfalles etwas hinauf, eröffnet sich bei Trockenheit noch einmal ein Becken und man hat eine tolle Aussicht in das Tal (Vorsicht - teilweise ist der Weg rutschig).

   
   

Blick von der Terrasse über den Fluss

Blick vom Elefantencamp auf das Resort

Die Nacht verbrachten wir im wunderschönen Lao Spirit Resort am Nam Khan River gelegen. Gegenüber ein Elefanten-Camp, wo versucht wird die Tiere zu züchten und ihrem natürlichen Drang befolgend einzusetzen (z. B. in der Forstwirtschaft, aber auch für die Touristen). Das Resort ist bemüht die Bevölkerung der Umgebung mit einzubeziehen, um die Natur zu erhalten und ökologisch sinnvoll Touristen die Natur näher zu bringen.

Die Bungalows sind alten Kolonial-Bungalows nach gebaut und es wurden natürliche Materialien, die man vor Ort erhält, zum Bau genutzt. Die gesamte Front besteht aus Fenstern mit herrlichem Blick über den Fluss. Natürlich ist die Freiluftdusche ein Highlight des Bungalows. Wir könnten uns gut vorstellen, hier mehr Nächte als nur die eine zu verbringen.

Man befindet sich mitten im Dschungel. Natur überall - allerdings waren wir dann doch verwundert, in der Badewanne einen Skorpion vorzufinden. Die Dinger sind ja nicht so ganz ohne. Rolf sagte mir: "Der kommt nie und nimmer aus der Badewanne, die Wände sind viel zu glatt." Ich vertraute ihm und so teilten wir unseren Bungalow. Zum Glück war der Skorpion dann auch am nächsten Morgen da wo er sein sollte - in der Badewanne.

Vom Frühstückstisch aus konnte man dann dem Baden der Elefanten zu sehen. Man kann auch Bescheid geben, dann kann man selbst einen Elefanten baden. Gerade für jüngere Touristen eine unglaubliche Attraktion.

Nachdem auch wir einen Ritt auf dem Elefanten gemacht hatten, machten wir am Nachmittag eine Kajakfahrt. Es ging über Stromschnellen, die aufgrund der Trockenzeit mehr als harmlos waren, den Nam Ou hinunter bis nach Luang Prabang. Eine gemächliche Fahrt (das ist während oder nach der Regenzeit absolut anders - Vorsicht wer noch nie Kajak gefahren ist) durch die Natur. Für uns immer wieder Faszinierend und Entspannend, wenn alles so an einem vorbei gleitet. Ging es an einem Dorf vorbei wurde das Kajak dann und wann auch mal geentert. Wir hatten auf alle Fälle viel Spaß.

Elefantenschädel

   
   

Nach einer letzten Nacht in Luang Prabang sollte es nach Vang Vieng gehen. Der Wegführte uns über eine der schönsten Strecken des Landes. Es ging über Pässe an knapp 2000 m hohen Bergmassiven vorbei, die Straße schlängelt sich die Berge entlang. Immer wieder eröffnen sich geniale Ausblicke über die Täler. Trotzdem haben wir nicht ein Foto gemacht. Die Brandrodung ist in Laos leider noch an der Tagesordnung. Gerade im April werden neue Felder hergerichtet. So war leider die Luft so von Rauch durchsetzt, die Sicht war doch erheblich eingeschränkt.

Es fahren regelmäßig Busse die Strecke ab, aber wir wollten dann doch nicht über Stunden so eng sitzen. Ausserdem wollten wir anhalten können, wenn wir es wollten. In Laos kann man allerdings kaum (oder gar nicht) selbst ein Auto mieten, das geht nur mit Fahrer. Leider können die Fahrer alles, aber kein Auto fahren. Es bedarf, gerade im Gebirge, schon einiger Nerven. Wenn dann das 5. Mal versucht wird bei ca. 15 % Steigung im 4. Gang die Haarnadelkurve zu nehmen, der Fahrer wieder überaus verwundert ist, dass der Wagen abgesoffen ist, dann kann man schon mal einen leichten Koller bekommen. Aber am Ende des Gebirges, schon in der Nähe von Vang Vieng, gibt es zum Gedenken der vielen Verkehrstoten, einen kleinen Tempel. Neben den Fahrer stifteten auch wir ein paar Zigaretten als Dank an Buddha. Vorsicht vor den Fahrern - es gibt zwar so was wie einen Führerschein - wir sollten später aber noch intensiver erfahren, wie wenig die Fahrer die Technik des Fahrzeuges im Griff haben.

Die Stadt Vang Vieng selbst ist eigentlich nicht sehr aufregend. Sie liegt in einem langgestrecktem Tal, das vom Nam Song durchflossen wird. Mitten im Tal ragt eine Kette bizarrer Kalksteinfelsen auf, in denen es eine größere Anzahl von Höhlen gibt. Bedingt durch die Höhenlage ist es hier schon erheblich kühler als in Vantianne, daher ist der Ort auch ein beliebtes Ziel der "Großstädter" als Kurzurlaub, z. B. für ein verlängertes Wochenende.

Im Ort gab es zu Zeiten des 2. Indochinakrieges einen Flugplatz der von der CIA genutzt wurde (eine Flugplatz von vielen). Heute dient das Rollfeld als Busstation und ist Platz für erste Fahrübungen mit Roller oder Auto.

Hauptsächliche die Höhlen in den Kalksteinfelsen sind Ziel der vielen Touristen, die die Stadt mittlerweile heimsuchen. Um zu den Höhlen zu gelangen, muss man den Nam Song überqueren. In der Trockenzeit ist dies leicht über eine der vielen provisorischen Brücken möglich.

Wir hatten leider nur eine Nacht in Vang Vieng und am nächsten Morgen nur Zeit eine einzige Höhle zu besuchen. Wir gingen in die am leichtesten zugängliche Tham Tjang. Der Aufstieg geht bequem über eine Treppe. Der Boden der Höhle ist betoniert und die Höhle ist ausgeleuchtet. Von einer Felsöffnung in luftiger Höhe bietet sich ein überwältigender Blick über das Tal. Es gibt in der Gegend aber noch weitaus spektakulärere Höhlen - die müssen wir uns wohl bei unserem nächsten Besuch ansehen. Man kann durchaus 1 - 3 Tage in Vang Vieng abenteuerlich verleben. Unsere Reise sollte dieses Mal aber schnell weiter gehen - Richtung Vantianne.

   
   

Für die Hauptstadt des Landes Vientiane ist die Beschreibung "brodelnd" nicht gerade die, die einem spontan einfällt. Es geht eher gemächlich zu, in der ca. 400.000 Einwohner zählenden Stadt. Sozialistische Bauten, neben chinesischen Ladenhäusern prägen das Bild der Stadt. Ab und an zeugen Villen im französischen Kolonialstil erbaut davon, dass das Land lange Jahre von einer fremden Nation regiert wurde. Schön zu sehen, die vielen Wats, die nach ihrer Zerstörung durch die Siamesen alle liebevoll wieder aufgebaut wurden.

Einige Stunden brauchten wir schon von Vang Vieng bis Vientianne. Obwohl wir unterwegs nur eine kleine Mittagspause gemacht hatten. Hier gab es die beste Fischsuppe unserer Reise. Endlich angekommen, sind wir im Inter City Hotel untergekommen. Dieses Intercity hat nichts, aber auch gar nichts, mit den unser bekannten Hotels gleichen Namens zu tun. Es ist eines der ältesten Hotels der Stadt und liebevoll mit einer Vielzahl an Kunstgegenständen ausgestattet. Nicht zu vergessen, der einmalige Blick auf den Mekong.

Dann machten wir uns auch schon auf, die Highlights der Stadt zu sehen. Von vielen Bildern her kannten wir den That Luang - jetzt konnten wir ihn wirklich sehen. In der Realität ist die goldene Stupa, die sich majestätisch in den Himmel erhebt, noch beeindruckender. Die Stupa ist Nationalsymbol und das bedeutendste religiöse Monument des Landes. Buddha selbst soll den Ort besucht und den Bau eines Reliquienschreins vorausgesagt haben. Im 3. Jahrhundert v. Chr. errichtete der indische König Ashoka nach lokalem Glauben an dieser Stelle eine Stele über einem Haar oder Knochen des Buddha. Beweisen kann man auf alle Fälle, dass sich hier zur Zeit des Angkor-Reiches ein Steintempel und ein Teich befunden haben.

Mit der Verlegung seines Königreichs von Luang Prabang nach Vientiane, initiierte König Setthathirat eine rege Bautätigkeit, in dessen Rahmen auch der That Luang errichtet wurde. Angeblich ist die Stupa mit 1000 Pfund Blattgold beschichtet. Ein wirklich beeindruckender Ort, den selbst die Siamesen nicht gänzlich zerstört haben. Rund um den That Luang gibt es noch 4 Vats - auch alle sehenswert.

Das älteste erhaltene Kloster der Stadt ist Vat Sisaket. Die Siamesen verschonten diesen Tempel 1828, als alles andere zerstört wurde, um ihn als Lager für ihre Truppen zu nutzen. Auf dem Gelände stehen noch einige alte Schreinbauten und der Sim ist von einem Wandelgang umgeben. Solche Wandelgänge sieht man eigentlich eher in den wichtigsten Vats Bangkoks. Insgesamt werden im Vat Sisaket mehr als 10.000 Buddhafiguren aufbewahrt, die meisten im Wandelgang.

Wir waren kurz vor Lao-New-Year in der Stadt und im Vat Simuang ging es recht lebhaft zu. Natürlich gehört auch zu diesem Vat eine Legende. Als König Setthathirat Vientiane 1560 zur Hauptstadt erklärte, ließ er hier die Stadtsäule aufstellen. Eine schwangere Frau Namens Si soll sich zuvor in die Baugrube gestürzt haben, um sich der Stadt zu opfern. Heute ist der Vat Anziehungspunkt für schwangere Frauen, die um eine leichte Niederkunft bitten. Geht der Wunsch in Erfüllung, bringen sie zum Dank Tagetes, Räucherstäbchen, Kokosnüsse und Bananen.

Der Wat Ho Pha Keo ist kein aktiver buddhistischer Tempel. Nach dem Umzug der Hauptstadt nach Vientiane wurde das Gebäude errichtet, um den mitgeführten Pha Keo - den Jadebuddha - aufzunehmen. Als die siamesischen Truppen im Jahr 1779 die Stadt eroberten, brachten sie das Heiligtum in ihrem Besitz, das Holzgebäude des Wat Ho Pha Keo wurde zerstört. Nachdem das Gebäude nochmals wieder aufgebaut und wieder zerstört wurde, macht man es nach dem letzten Aufbau 1942 zum Museum für nationale Kunstschätze. Auch wenn die Ausstellung etwas unaufgeräumt wirkt, hier gibt es wirklich sehenswerte Stücke zu sehen.

Wohl kaum ein Besucher Vientianes wird sich den Patou Say, den gewaltigen Triumphbogen, entgehen lassen. Ursprünglich diente das 1960 errichtete Tor den "Helden der königlichen Armee". Die kommunistische Regierung gab dem ganzen erst einmal gar keinen Namen; erst zum 20. Jahrestag der Machtergreifung erhielt der Triumphbogen eine neue Widmung - "Den Helden des 23. August 1975". Bis heute ist das Bauwerk nicht wirklich fertig gebaut und hat noch einen anderen Beinamen - "Denkmal der Plünderer der Staatskassen". Auf der Plattform bietet sich aber ein wirklich toller Rundblick über Vientiane.

Aufgrund der Trockenzeit während unseres Besuches, war der Mekong hier nur noch sehr schmal. Dafür gab es ein breiten Sandstrand. Am Ufer des Flusses gibt es unzählige Restaurants, in den meisten kann man sehr gut Essen, den Sonnenuntergang genießen und den Tag Revue passieren lassen. Wir brauchen, glaube ich, nicht zu erwähnen das die Stadt noch erheblich mehr Vats und andere Sehenswürdigkeiten hat. Aber davon vielleicht beim nächsten Mal.

   
   

Von Vientiane aus sollte es weiter in den Süden gehen - Pakse war unser nächstes Ziel. Nachdem wir von unserem Rundgang durch die Stadt ins Hotel kamen, erwartete uns die Nachricht das der Flug am nächsten Morgen ausfällt, die nächsten freien Plätze gab es erst zwei Tage später. Soviel Zeit hatten wir aber nicht. Was tun? Weiter mit dem Auto, ca. 10 Stunden fahrt. Aber mit diesen Fahrers. Trotz aller Bemühungen gelang es nicht ein Auto als Selbstfahrer zu mieten. Nachdem ich mich aber reichlich über die "Fahrkünste" der Fahrer ausgelassen hatte, versprach man uns seinen besten Fahrer zu geben. Na ja, am nächsten Morgen ging es früh los - zum Glück - der Fahrer konnte tatsächlich Auto fahren und brachte uns bis Pakse. Die Strecke war lang, manchmal eintönig. Je weiter wir gen Süden kamen, umso mehr Kühe und anderes Getier war auch der Straße.

Der gute Fahrer sah sich aber wirklich nur als Fernfahrer. Also, in Pakse angekommen einen Fahrer für die "Nahzone" rund um Pakse. Wir wollten noch weiter bis Tad Lo in der Provinz Saravan auf dem Bolaven-Plateau. Uns reizten die drei Wasserfälle Tad Lo, Tad Soung und Tad Hang. Von Pakse aus noch einmal gute 86 km Autofahrt. Der neue Fahrer bog in Pakse auf die Hauptstraße ein, sofort war zu erkennen, auch er konnte eigentlich kein Auto fahren. Es begann langsam zu dämmern, und irgendwann auf der Strecke war es dann so weit. Er übersah die vielen Kühe auf der Straße und rammte eine Frontal. Wir flogen ganz schön durchs Auto, welches danach nicht mehr fuhr. Na ja, nach 2 Stunden kam dann ein Ersatzfahrzeug vom Hotel und pickte uns auf. Der Manager aus der Tad Lo Lodge wurde vom Ersatzfahrer informiert, wir hatten einen Unfall. Obwohl auch hier die Generatoren nur von 18.00 h - 22.00 h an sind, wartete er bis wir endlich ankamen. So bekamen wir noch ein spätes Abendessen. An dieser Stelle ein Dankeschön für die Fürsorge und Anteilnahme.

Die Auto-Vermietfirma sorgte dafür, dass am nächsten Morgen ein neuer Fahrer mit entsprechendem Fahrzeug beim Hotel war. Dieser hatte sein Fahrzeug etwas besser im Griff - es sei vorweg genommen - er begleitete uns den Rest der Zeit in Laos. Unser Zeitplan war gänzlich aus dem Ruder gelaufen, so schauten wir uns die Wasserfälle im Eiltempo an, hielten eher immer mal an auf unserem Weg zum Wat Phou in der Provinz Champasar.

   
   

Wir fuhren also wieder hinunter vom Bolaven-Plateau in Richtung der Provinz Champasar. Der Mekong musste überquert werden, natürlich mittels Fähre. An dem Anleger ging es ganz schön lebhaft zu. Diverse Händler sorgen für das leibliche Wohl während der Wartezeit auf die nächste Fähre. Die Überfahrt ist schon ein kleines Abenteuer, wir waren froh schwimmen zu können. Sagen wir mal so, es gibt einem ein Gefühl der Sicherheit.

Den 1497 Meter hohen Phou Kao, an dessen Fuße sich der Wat Phou (= Bergtempel) großflächig liegt, konnte man schon vom weitem sehen. Der Wat Phou zählt zu den archäologischen Hauptattraktionen von Laos.

Die ältesten Teile der Tempelruinen datieren aus dem 5./6. Jahrhundert und sind somit 200 Jahre älter als die ältesten Teile von Angkor Wat in Kambodscha. Mittlerweile gilt es als sicher, hier befand sich die Hauptstadt des Khmer Reiches Chenla. Unterstützt wird die These auch durch Funde auf halber Strecke zwischen Champasar und dem Wat Phou, die der Hauptstadt von Chenla, Chestapura, zugeschrieben werden. Heute nennt man den Ort auch Muong Kao (=Altstadt).

Uns viel auf, wie streng symmetrisch die Anlage ausgerichtet ist und exakt in Ost-West Richtung ausgerichtet. Eine schnurgerade "Promenade" verbindet drei Ebenen. Eine 280 Meter lange Prozessionsstraße führt von der ersten Ebene zum Heiligtum. Die erste Ebene soll den Königen als Ruheplatz gedient haben, bei der Betrachtung von Prozessionen oder Wasserspielen in dem davor liegenden Becken.

Nur noch wenige Löwenfiguren, Darstellungen von mystischen Tieren und Phallusstäbe, die ursprünglich wohl die gesamte Prozessionsstraße säumten, sind übrig geblieben. Am Ende dieser Prozessionsstraße befindet sich eine Ebene die bestimmt wird durch die Ruinen zweier Pavillons, die wohl aus dem 12. Jahrhundert stammen. Danach kommt noch der sog. Nandi-Pavillion. Ein Nandi ist ein Bulle - das Reit- oder Zugtier von Shiva. Ein Nandi-Pavillon gehört eigentlich immer zu einem Hindu-Heiligtum. Selbst uns vielen die Parallelen zu Angkor Wat auf.

Dann geht es über eine steile Treppe hinauf zur nächsten Ebene. Auffällig die vielen kreisrunden Löcher in den Blöcken. Diese sollten wohl dem leichteren Transport dienen. Es geht weiter über die Treppe bis zur dritten Ebene, 90 Meter über dem Fuß des Berges.

Durch ein Tor gelangt man zum eigentlichen Hauptheiligtum, welches ursprünglich Shiva gewidmet war. Am Ende dieser Ebene kommt man zu einer Quelle, aus der heiliges Wasser heraus kommt. Der vordere Teil der Gebäude ist jüngeren Datums. Hier finden sich fantastische Reliefs - z. B. Asparas, einen tanzenden Vishnu, Indra auf einem dreiköpfigen Elefanten reitend. Es gibt noch viele Reliefs mehr - alle wunderbar gearbeitet und Figuren aus der hinduistischen Mythologie darstellend. Erst sehr viel später in der Geschichte wurde die Anlage in ein buddhistisches Heiligtum verwandelt.

Etwas weiter nach rechts in einiger Entfernung zum Tempel befinden sich drei bedeutende Felsen. Der Elefanten-, der Krokodil- und der Naga-Stein. Zu Zeiten der Khmer gab es jedes Jahr große Prozessionen. Die Legende sagt, diese seien mit Menschenopfern verbunden. Ein Freiwilliger ließ sein Leben im Krokodilstein. Sein Blut wurde anschließend dem Naga-Stein geopfert. Heute gibt es keine Menschenopfer mehr, vielmehr ist seit Jahrhunderten die Opferung eines Büffels bekannt, der dem Erdgeist von Champasak gewidmet ist.

Wir hätten hier noch erheblich länger verweilen können. Aber, wir hatten ja einen engen Zeitplan. So mussten wir noch zweimal den Mekong überqueren. Wieder waren die Fähren ein Abenteuer, dann erreichten wir Khong Island wo wir die Nacht verbrachten.

   
 

Khong Island befindet sich in der Provinz Siphandone, was auf deutsch 4000 Inseln heißt. Hier ist der Mekong so breit wie nirgendwo anders, teilweise bis zu 14 km liegen zwischen den einzelnen Flussarmen. Diese Arme bilden dann auch die 4000 Inseln in allen nur erdenklichen Größen; von Bierdeckelgröße bis hin zur kilometerlangen Inseln - wie Khong Island.

Eine gemütliche, rund zweistündige Bootsfahrt brachte uns zu den Inseln Don Khon und Don Det. Die Nachbarinseln sind durch eine Brücke verbunden. Auf Khon kann man einige Kolonialbauten bewundern, Strom gibt es zwischen 18.00 h - 22.00 h (somit auch keine Klimaanlage). Hingegen findet man auf Det, ausser Natur pur, nichts weiter.

Bemerkenswert die Hinterlassenschaft der Franzosen auf Khon, die einzige Eisenbahn die Laos bis dato hatte. Sie wurde gebaut, um die Wasserfälle und Stromschnellen des Mekong zu umgehen. Die gesamte Strecke betrug ca. 10 km, teilweise kann man noch heute einige Streckenabschnitte erahnen. Unweit der Brücke zu Det rostet eine übrig gebliebene Lokomotive vor sich hin und dient als beliebtes Fotoobjekt.

Von der Brücke aus ist es ein guter Spaziergang bis zur eigentlichen Attraktion der Insel. Der Wasserfall La Phi (auch Somphamith oder Khon Ngai genannt) ist eigentlich eine Abfolge von Stromschnellen durch die sich der Mekong gurgelnd ergießt.

Bringt man etwas mehr Zeit mit, sollte man auf alle Fälle versuchen, einige der wenigen noch verbliebenen Irrawaddy-Delfine zu beobachten. Obwohl wir während der Trockenzeit dort waren, hatten wir kein Glück. Dafür war die Inselerkundung per Fahrrad ein Erlebnis der besonderen Art. Wirklich, man kommt in jede Ecke der Insel und sieht tolle Dinge.

   
   

Die Wasserfälle hatten es uns jetzt angetan. So war die nächste Station der größte Wasserfall Asiens - zum Khong Phapheng. Hier stürzen die Wassermassen eines der Mekongarme gute 18 Meter in die Tiefe. Es tosen gute 9,5 Millionen Liter Wasser pro Sekunde über die Felsen.

Ansonsten fließt der Mekong ja eher träge dahin, hier aber scheint er völlig die Beherrschung zu verlieren. In weißer, brodelnder Gischt tost das Wasser durch die Felsspalten.

Ein Naturschauspiel, kaum kann ich es beschreiben. Genauso ist es kaum Vorstellbar, dass auf mehr als 10 Kilometer Breite noch dutzende anderer Wasserläufe des Mekong weiter gen Süden fließen.

Khon Papheng heißt übersetzt - Getöse des Mekong. Grund für diese Bezeichnung war das meilenweit hörbare Getöse, dass das Wasser bei der Überquerung eines großen Felsen machte. Dieser Felsen ist mittlerweile vom Wasser weggewaschen, so ist es jetzt etwas geräuschärmer am Wasserfall.

   
   

Für die letzte Übernachtung in Laos fuhren wir wieder zurück Richtung Pakse. Wir verbrachten den letzten Nachmittag, die letzte Nacht in der King Fisher Lodge in der Nähe von Ban Kiat Ngong.

Die Gegend war bekannt als die Elefantenschule von Laos. Nachdem das Einfangen von wilden Elefanten seit 1992 verboten ist, stehen allerdings nicht mehr so viele Tiere für die Ausbildung zur Verfügung, aber gerade in Ban Kiat Ngong nimmt man sich noch immer mit Erfolg der Ausbildung der wenigen, verbliebenen Tiere an.

Für Naturfreunde hat die Gegend so einiges zu bieten. Von hier lassen sich tolle Touren in das Si Plan Naturschutzgebiet machen. Direkt neben dem Dorf liegt eine riesige Sumpfwiesenlandschaft, die Fischreihern und Kranichen als Brutstätte dient. Auf den nahe gelegenen Phou Asa findet sich eine heilige Stätte, die einst Einsiedlermönchen als Heimstatt diente.

Die Lodge liegt direkt an der Sumpfwiesenlandschaft. Alles ist sehr ruhig und die wundervoll ausgestatteten Bungalows laden zum entspannen ein. Von der riesigen Terrasse der Bugalows kann man schön die Elefanten beobachten, die hier zum Weiden hingeführt werden. Das Essen in der Lodge - einfach Klasse. So hatten wir einen wunderschönen Ausklang und konnten uns von Laos verabschieden.

Klar - Laos wird uns wieder sehen. So vieles haben wir nicht entdecken können in der kurzen Zeit. Wie schon gesagt, das Reisen in diesem Land braucht Zeit. Aber für uns ein lohnendes Ziel.

Auf der Fahrt zum Flughafen Pakse.Man kann alles transportieren.
   
   
Discover the Earth - 2008