Wir haben es im vorherigen Kapitel ja schon erwähnt - wir gehen auch in unserer Heimat Deutschland auf Entdeckungstour.

Auf dieser Reise geht es immer an der Mosel entlang. Angefangen in Koblenz, wo wir das Deutsche Eck bewunderten und dem Farbenspiel von Rhein und Mosel zusahen. Über Cochem und Bernkastel Kues ging es bis nach Trier. Wir bereisten eines der bekanntesten Weinbaugebiete Europas - die eine oder andere Probe genossen wir dabei auch. Natürlich gibt es in dieser "alten Ecke" Deutschlands auch zahllose Burgen und Schlösser zu entdecken. Eine Auswahl findet Ihr auch in den nachfolgenden Berichten. Also auf - entdecken wir einen Teil von Deutschland.

 
Start war eine der ältesten Städte Deutschlands - Koblenz. Die Stadt konnte immerhin im Jahre 1992 ihren 2000 jährigen Geburtstag feiern. Der ursprüngliche, latainische Name der Stadt Confluentes ( die Zusammenfließenden) beschreibt deutlich die Lage der Stadt an der Mündung der Mosel in den Rhein, am sogenannten Deutschen Eck. Teile von Koblenz gehören seit 2002 zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

 

Durch die Ansiedlung des Deutschen Ordens am Zusammenfluss von Rhein und Mosel im Jahr 1216 erhielt dieser geschichtsträchtige Platz seinen Namen „Deutsches Eck“. Kurz nach dem Tode Kaiser Wilhelm I, wurde die Idee geboren, dem Kaiser, der die vollendete Einigung Deutschlands herbeigeführt hatte (wozu er drei Kriege benötigte), ein Denkmal zu setzen. Kaiser Wilhelm II, Enkel des Verstorbenen, befand drei Jahre später das Deutsche Eck in Koblenz sei ein geeigneter Ort. Um Platz für das Denkmal zu schaffen wurde ein Nothafen, der sich zu dieser Zeit an der Moselmündung befand, zugeschüttet.

 

 

1893-1897 schließlich wurde das Denkmal von Bruno Schmitz, dem Gestalter des Leipziger Völkerschlachtdenkmals und Emil Hundrieser errichtet. Am 31.08.1897 war es dann soweit: Das kupfergetriebene Denkmal Kaiser Wilhelm I. wurde in Anwesenheit Kaiser Wilhelm II. feierlich eingeweiht. Am 16. März 1945, kurz vor Ende des 2. Weltkrieges, wurde das Denkmal durch eine amerikanische Artilleriegranate zerstört.

Im Mai 1953 wurde der verbliebene Sockel von Bundespräsident Theodor Heuss zum Mahnmal der Deutschen Einheit gemacht. Bis 1993 thronte auf dem verlassenen Sockel  ein Flaggenstock mit der deutschen Bundesflagge. Am 02. September 1993 wurde eine Rekonstruktion des Denkmals auf den Sockel gehoben, finanziert durch eine Bürgerinitiative und die private Spende eines Koblenzer Geschäftsmannes.

Das insgesamt 37 Meter hohe Monument – 14 Meter entfallen übrigens allein auf das Reiterstandbild, das Kaiser Wilhelm I. mit einem Genius zeigt – ist heute Besuchermagnet für mehr als 2 Millionen Menschen jährlich und gehört seit 2002 zum Unesco Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Festung Ehrenbreitstein - 118 Meter über dem Rhein hat man von der Festung aus den wohl fantastischsten Ausblick auf Koblenz und den Zusammenfluss von Rhein und Mosel. Die Festung Ehrenbreitstein, die zweitgrößte erhaltene Festung Europas, wurde in ihrer heutigen Gestalt zwischen 1817 und 1828 erbaut. Ihr Ursprung reicht aber bis in das Jahr 1000 zurück. Neueste archäologische Funde weisen eine Besiedelung in vorchristlicher Zeit nach.

 

Der Konradiner Ehrenbert ließ um das Jahr 1000 eine Burg erbauen, aus deren Namen „Ehrenbertstein“ im Laufe der Zeit „Ehrenbreitstein“ wurde. Im 11. Jahrhundert ging die Burg in den Besitz des Trierer Erzbischofs Poppo über, dessen Nachfolger die Anlage vergrößerte. Im 12. Jahrhundert wurde der Burgberg um die Burg Helfenstein bereichert, Sitz der späteren Grafen. Im 15. Jahrhundert erfolgte unter Erzbischof Richard von Greiffenclau der Ausbau zu einer gegen Artillerie gesicherten Festung.

Während des Dreißigjährigen Kriegs verzeichnete die Burg einen regen Besitzerwechsel. 1797 belagerten französische Truppen die Festung, konnten aber erst 1799 durch Aushungern eine Übergabe erzwingen. 1801 ließen sie die Festung sprengen. Im Jahre 1815, nachdem durch den Wiener Kongress die rheinischen Gebiete Kurtriers zum Königreich Preußen übergingen, befahl König Friedrich Wilhelm I. den Ausbau Koblenz` zur Festungsstadt, es entstand eine der größten Festungsanlagen Europas. Nach dem 1. Weltkrieg sollte der Ehrenbreitstein gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages geschleift werden, glücklicherweise sah die Interalliierte Militär-Kontrollkommission in Berlin 1922 davon ab, nachdem unter anderem der US-amerikanische General Allen glaubhaft machen konnte, dass die Festung nicht mehr kriegswichtig sei. Zunächst besetzten amerikanische Truppen den Ehrenbreitstein, ihnen folgten in den Jahren 1923 bis 1929 französische Soldaten.

Unser nächster Stop war in Cochem - auch die Perle der Mosel genannt. Gelegen an einer Flußschleife zwischen der Eifel und dem Hunsrück findet man das romantische Städtchen Cochem, auf das schon die Römer Loblieder gesungen haben. Seit der Römerzeit hat sich zwar einiges geändert, der Reiz ist aber auch heute noch der gleiche, eventuell sogar größer, denn die vergangenen Jahrhunderte, vor allem das Mittelalter, haben viele Spuren hinterlassen.

Eine der Sehenswürdigkeiten ist die Stadt Cochem selbst. Ihre winkligen Gassen mit den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern mit den typischen Schieferdächern, der historische Marktplatz oder die alten Tore, Kirchen und Mauern - es gibt viel zu entdecken beim Spaziergang durch diese Stadt. Viele Restaurants und Cafè's laden zum verweilen ein. Schön ist auch ein Spaziergang entlang der blumengeschmückten Moselpromenade. Herrlich ist auch die Perspektive, die sich bei einer Fahrt auf einem der Moselschiffe bietet.

Einen tollen Blick über Cochem hat man vom Aussichtspunkt Pinnerskreuz. Man kann hier herauf wandern, oder aber bequem mit der Sesselbahn auf den Berg kommen. Von hier aus gibt es schöne Wanderwege zum Märchenwald oder zum Wildpark. Schon auf dem Weg nach oben kann man die wunderschöne Aussicht auf die Reste von Schloß Winneburg im Enderttal genießen, das wie die Reichsburg 1689 zerstört wurden.

 

Unzertrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden, die Reichsburg, die auch das Wahrzeichen der Stadt Cochem ist. Gute 100 Meter oberhalb der Stadt, weithin sichtbar auf einem Bergkegel gelegen, erhebt sich die Reichsburg. Als Gipfelburg gehört sie zum Typus der Höhenburgen. Im Mittelalter diente die Burg als Zollburg und ist wohl um 1100 oder in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet worden. Nach ihrer Zerstörung im 17. Jahrhundert wurde die Burg durch den Berliner Kaufmann Jakob Louis Ravené wieder aufgebaut. Im Jahr 1978 kaufte die Stadt Cochem die Anlage für 664.000 DM und lässt sie heute von der Reichsburg GmbH verwalten.

Natürlich durfte eine Ausflug zu der Burg aller Burgen nicht fehlen - der Burg Eltz. Für uns sieht die Burg Eltz so aus, als wäre sie geradezu für alle Märchen gemacht, in der eine Burg vorkommt.

Dem Elbach, der an drei Seiten an der Burg entlang fließt, verdankt sie auch ihren Namen. Seit fast 1000 Jahren ist die Burg im Familienbesicht und wurde im Laufe der Jahrhunderte nie zerstört. Die ursprünge der Burg sind im 9. und 10. Jahrhundert zu finden. Zuerst handelte es sich lediglich um einen durch Erdwälle geschützten Herrenhof der später durch Mauern befestigt wurde. Sie wurde auf einem günstig gelegenen Weg erbaut, der eine Verbindung zwischen Mosel, Eifel und dem fruchtbaren Maifeld war. Das Fundament stellt ein 70 Meter hoher Felskopf dar, auf dem die Burg Eltz thront.

Nie diente die Burg, die erstmals zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert unter dem Namen Burg Eltz erwähnt wurde, als Festungsburg, sondern diente immer nur als befestigte Wohnanlage. Man erkennt noch heute den Baustil der Romanik bis zum Barock der Burg, die schließlich zum harmonischen Gesamterscheinungsbild der Burg führten. In den acht eng um den Innenhof erbauten Wohntürmen lebten in mehr als 100 Räumen etwa 100 Familienmitglieder mit der gleichen Anzahl Bediensteten.

Wir genossen die Stunden auf der Burg und vor allem die Führung durch all die Stiegen und verwinkelten Flure. Natürlich hat die Burg auch eine Schatzkammer, die wirklich sehenswert ist.

An der Mosel gibt es massenhaft Burgen zu sehen. Wir entschieden und uns dafür, die Ehrenburg in der Nähe von Brodenbach genauer in Augenschein zu nehmen. Die Burg wurde ca. 1125 auf einem Felssporn im Ehrbachtal (einem Seitental der Mosel) erbaut, vermutlich auf den Resten einer alten Römerbefestigung.

In den Jahren 1398 - 1621 nannten fünf verschiedene Besitzer die Burg ihr Eigentum, während danach bis 1651 die Spanier sie besetzt hielten. Am 1. November 1688 übernahmen die Franzosen die Burg, bis sie diese 1689 teilweise sprengten. Danach änderten sich immer wieder die Besitzverhältnisse. Seit 1992 kümmert sich ein gemeinnütziger Freundeskreis um den Erhalt der Burg. Es gibt viele Veranstaltungen, die das mittelalterliche Leben nahe bringen. Auch die Burgküche ist nicht zu verachten.

Es heißt, wer sich hier in der "Kussnische" die Treue schwört, bliebe ein Leben lang zusammen. Nach einer Sage lernten sich hier ein Ritter und eine junge Frau kennen und schwörten sich ewige Treue. Später, so die Sage weiter, ließ der Ritter für sie an dieser Stelle eine Burg bauen und fand eine uralte Steinplatte mit genau dieser Prophezeiung.

Am Kopfende einer weiten Moselschleife, in der Mündung des Tiefenbachtals, liegt der Stadtteil Bernkastel. Seit 1905 sind die Stadtteile Bernkastel und Kues vereinigt und heute durch eine Brücke verbunden. Die Gegend ist schon lange Zeit besiedelt. Man fand in Kues 1962 ein Dorf aus der Jungsteinzeit (4000 - 3000 vor Chr.), die älteste bekannte Siedlung an der Mosel überhaupt.

Hauptattraktion der Stadt ist der bekannte Marktplatz, der mit seinen Fachwerkfronten aus touristischer Sicht den Inbegriff altdeutscher Stadtarchitektur bildet. Nahe bei den behäbig breiten Bürgerhäusern am Markt steht das ulkige Spitzhaus in der Karlsstraße, das auf winziger Fläche aufgebaut, schräg auskragend nach oben wächst. Gleich daneben das mächtige Renaissance-Rathaus von 1608, das auch Gerichtstätte war und noch heute den Pranger mit den Inschriften: Hochgerichtliche Straff und Bürgerliche Züchtigung zeigt. Mitten auf dem Marktplatz der Michaelsbrunnen von 1606.

Die erste urkundliche Erwähnung fällt ins 7. Jahrhundert. Bevor 1017 der trierische Erzbischof Poppo die Festung zerstörte und seinem Herrschaftsbereich einverleibte, waren Merowinger und Luxemburger die Herren der Burg. Die heutige Burg Landshut wurde 1277 vom Erzbischof Heinrich von Vinstingen erbaut. 1291 erhielt Bernkastel die Stadtrechte von Kaiser Rudolf von Habsburg. Viele kriegerische Jahrhunderte überstand die Burg, fiel dann aber 1792 zum größten Teil einem Brand zum Opfer.

Es bringt wirklich Spaß durch die alten Gassen zu schlendern. Man stellt sich vor, wie das alles vor ein paar Jahrhunderten ausgesehen haben mag. Bestimmt nicht ganz so idyllisch wie heute, mit den vielen Restaurants, die zum einkehren einladen. Schade nur, die Bürgersteige der Stadt werden gegen 21.00 h hochgeklappt. Wir hatten gerade ein Ehepaar kennen gelernt, Rolf und der Mann schienen sich geradezu gefunden zu haben. Die Plauderten über Jugenderlebnisse, als wären sie zusammen aufgewachsen. Wir hatten wirklich viel Spaß.

Auf dem Weg nach Trier hielten wir in Mehring - bei einer römischen Villa (Villa Rustica). Es handelt sich hier um einen römischen Gutshof und zeigt, schon die Römer genossen diese herrliche Landschaft. Mit 34 Räumen ist das in der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtete Gebäude einer der größeren Herrenhäuser des Trierer Landes.

Schon im frühen 19. Jahrhundert war diese Fundstelle bekannt, zwischen 1983 und 1985 wurde dann das Herrenhaus eines römischen Gutshofes freigelegt, konserviert und teilweise wieder aufgebaut. Das Gebäude wurde ungefähr in der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtet und entsprach zunächst dem weit verbreiteten gallo-römischen Villentyp "Bollendorf" mit den Ausmaßen von 28 x 23 m.. Im Laufe des 3. und frühen 4. Jahrhunderts erfuhr die Villa zahlreiche An- und Umbauten und umfasste zuletzt eine Fläche von 48 x 29 Meter. Interessant die Fußbodenheizung und das Bad - so konnte man es aushalten.

Mit 34 Räumen gehörte sie zu den größeren Herrenhäusern des Trierer Landes. Nachdem Teile der Villa um 355 n. Chr. infolge eines Germanenfalles zerstört worden waren, wurden in ihren Ruinen offenbar zur Bewirtschaftung der brachliegenden Felder Germanen angesiedelt. Später als die Mehrzahl der Villen scheint diese erst gegen Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. aufgegeben worden zu sein.

Wer wollte nicht die älteste Stadt Deutschlands besuchen? Wir denken, so ein Besuch gehört einfach zu einer Tour durch Deutschland. Vor mehr als 2000 Jahren wurde die Stadt unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet. Das ist der Grund, warum Trier den Titel "älteste Stadt Deutschlands" für sich beansprucht. Ab der zeiten Hälfte des 3. Jahrhunderts nannte sich die Stadt dann Treveris. Die Stadt Trier wurde erstmals 1105 in den Gesta Treverorum schriftlich genannt. Trebeta, der Sohn des Assyrerkönigs Ninus, soll Trier 1300 Jahre vor der Entstehung Roms gegründet haben. Darauf weist auch die Inschrift aus dem Jahre 1684 am Roten Haus am Trierer Hauptmarkt hin: „ANTE ROMAM TREVERIS STETIT ANNIS MILLE TRECENTIS. PERSTET ET AETERNA PACE FRUATUR.“ („Vor Rom stand Trier tausenddreihundert Jahre. Möge es weiter bestehen und sich eines ewigen Friedens erfreuen.“).

Ein ehemaliges römisches Stadttor, die Porta Nigra - lateinisch für Schwarzes Tor - ist ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Von den Einwohnern wird die Porta Nigra meist nur als "Porta" bezeichnet. Im Mittelalter lautete ein anderer Name Porta Martis - Tor des Mars. Es gab eine Zeit, da bauten die Römer öffentliche Gebäude gerne aus großen Quadern. Dies war so etwa um 180 n. Christus. Die Quader wurden von mühlengetriebenen Bronzesägen zurechtgeschnitten, einige Sägespuren sind noch sichtbar. Mörtel benutzten die damaligen Maurer nicht. Vielmehr wurden je zwei Steine durch horizontale Eisenklammern, die in Blei gegossen wurden, verbunden. Eine Klammer ist noch im Inneren des Tores nahe der östlichen Wendeltreppe sichtbar. Von außen sieht man noch Rostspuren vieler ehemaliger Klammern. Die meisten sind jedoch verschwunden, mit Mittelalter meißelte man tiefe Löcher, um das Metall zu rauben und einzuschmelzen.

Die Steinquader entgingen dem Recyclingschicksal, da sich nach 1028 der griechische Mönch Simeon als Einsiedler in den Ostturm der Porta Nigra einmauern ließ. Nach seinem Tod 1035 wurde er im Erdgeschoß bestattet und heiliggesprochen. Ihm zu Ehren ließ Erzbischof Poppo von Babenberg in das römische Tor zwei übereinanderliegende Kirchen einbauen, die erst 1804-1809 auf Napoleons Befehl hin abgetragen wurde. Im Inneren sind Spuren der Doppelkirche, römische Steinmetzzeichen und Datumsgraffiti zu sehen; die Aussichten auf Stadt und Tal sind bemerkenswert.

Ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe sind die Kaiserthermen in Trier. Es handelt sich hier um die Überreste einer großflächigen römischen Badeanlage. Die aufrecht stehenden Teile der Ruine, die verschütteten Räume und die Mauern der Vorgängerbauten gehören zu den wichtigsten bisher bekannt gewordenen Bauten der Stadt. Die Mauern des Warmbades (Caldarium) zählen zu Recht zu den städtischen Wahrzeichen.

 

Nach Meinung der Historiker wurde die Badeanlage jedoch nie genutzt, da der Kaiser kurz vor ihrer Vollendung im Jahr 316 aus der Augusta Treverorum, so hieß Trier damals, wegzog. Der Bau wurde später umgestaltet und diente u.a. als Teil der heute kaum mehr vorhandenen mittelalterlichen Stadtmauer. Nur ein Teil der ursprünglichen Badeanlage ist somit erhalten. Von der einstmals riesigen Anlage (145 mal 260 Meter) ist zum einen das weitläufige Kellergeschoss zur Bedienung der Badenden erhalten und begehbar: In diesen labyrinthischen Gängen sorgten die Sklaven für ständig heißes und sauberes Wasser. Neben einstigen Abwasserkanälen kann außerdem das Mauerwerk des Warmbadesaals bestaunt werden.

Das imposante Amphitheater ist um 100 n. Chr. entstanden und damit das älteste der erhaltenen römischen Bauwerke Triers. Die inzwischen mit Gras bewachsene Ruine war bis Anfang des 5. Jahrhunderts Schauplatz für Kampf- und Gladiatorenspiele, mit Rängen für 20.000 Zuschauer. Etwas außerhalb des römischen Stadtkerns wurde das antike Amphitheater in den Westhang des Petrisbergs hineingebaut. Erst kämpften hier Menschen und Tiere, wurden Musik und Theater gespielt. Doch die Arena erfuhr eine wechselvolle Geschichte: früher eine ummauerte Wallanlage, später zur Befestigungsanlage der Stadt gehörend, wurden die Torbauten und das übrige Mauerwerk im Mittelalter als Steinbruch genutzt.

In der Mitte des Amphitheaters führen Treppen zu dem begehbaren Keller mit der Stützenkonstruktion aus Holz. In dem halbdunklen, modrigen Raum sollen die benötigten Requisiten für die oft blutigen Schauspiele und angeblich auch die Leichen gelagert worden sein. Die alten Kanäle dort unten nehmen noch heute das Regenwasser auf und leiten es in den nahen Bach des Stadtteils Olewig.

Das Kurfürstliche Palais unmittelbar neben der Basilika gilt als einer der schönsten Rokoko-Paläste der Welt. Bereits 1615 ließ Kurfürst Lothar von Metternich die heutigen Nord- und Ostflügel errichten, West- und Südflügel entstanden unter Philip Christoph von Sötern, abgeschlossen wurde der Bau schließlich von Caspar von der Leyen. Den besonders schöne Südflügel, den man heute vom Palastgarten aus bewundern kann, ließ Erzbischof Johann Philipp von Walderdorff um 1756 von Johannes Seiz errichten. Die Skulpturen stammen aus der Hand des Bildhauers Ferdinand Tietz. Besonders sehenswert ist die wunderschöne Rokoko-Treppe im Südflügel, ebenfalls von den Künstlern Seiz und Tietz erschaffen. Angeschmiegt an das Kurfürstliche Palais die sogenannte Basilika - der Thronsaal Kaiser Konstantins - ist der größte Einzelraum, der aus der Antike überlebt hat. Die Römer wollten durch die Architektur Größe und Macht des Kaisers ausdrücken, was Ihnen hier besonders eindrucksvoll gelang: die riesige Halle ist so groß, daß ein 7-Sekunden-Nachhall auf die große Orgel antwortet!

Die frühgotische Liebfrauenkirche wurde 1235 bis 1260 an der Stelle einer römischen Basilika errichtet. Eine Rundkirche mit kreuzförmigen Gewölben und 12 Säulen mit Bildern der Apostel. Nur von einem Punkt in der Kirche sind alle Apostelbilder zu sehen. Der südliche Teil der einstigen Doppelkirche wurde um 1200 abgerissen und vollständig ersetzt durch die Liebfrauenkirche. Diese bildet mit dem direkt benachbarten, erhaltenen Dom eine geschlossene Gebäudegruppe, was u.a. in einem gemeinsamen Kreuzgang (13. Jh.) mit schönen Arkaden zum Ausdruck kommt.

  Der gegenwärtige Trierer Dom steht über einer ehemaligen konstantinischen Palastanlage. Nach Konstantins letztem Aufenthalt in Trier 328/29 wurde der Palast niedergelegt und 330 durch die größte christliche Kirche der Antike überbaut. Diese war etwa viermal so groß wie der heutige Dom und bedeckte die Fläche von Dom, Liebfrauen, Domfreihof und anstehenden Häusern mit Gärten und reichte damit fast bis zum Hauptmarkt. Der heutige Dom enthält noch einen römischen Kern mit Originalmauern bis zu einer Höhe von 25,88 m. Das riesige Fragment einer Granitsäule neben dem Eingang zum Dom deutet ebenfalls auf den römischen Ursprung des Gotteshauses. Nach Zerstörungen im 5. und im 9. Jahrhundert wurde der intaktgebliebene Kern durch romanische Anbauten wieder erweitert - heute zeigt der Dom mit seinen drei Krypten, seinem Kreuzgang, der Domschatzkammer und der Heiltumskammer Architektur und Kunst aus einer Zeitspanne von über 1650 Jahren.

Es gibt soviel in Trier zu entdecken - die Stadt ist also immer eine Reise wert.

Discover the Earth - 2009