Viel gibt es zu entdecken, in unserer Heimat Deutschland. Es zieht uns immer wieder in Städte, in denen die Vergangenheit noch irgendwie lebendig ist. Wenn man soetwas mag ist der Besuch von Rothenburg ob der Tauber oder Heidelberg unumgägnlich. Idar Oberstein zog uns wegen seiner Edelsteinminen und dem Edelsteinmuseum an. Marbach war eher eine Zufallsentdeckung, aber ein wirklich schöner Ort. Kommt mit und entdeckt weiter unsere Heimat.

Idar Oberstein ist das Zentrum der Deutschen Edelstein- und Schmuckindustrie. Selbstreden ist die Stadt auch Sitz der Deutschen Diamant- und Edelsteinbörse. Wir haben ja schon oft die von uns besuchten Gegenden von "unten" betrachtet. Mit Edelsteinen im Berg - da wurden wir natürlich mehr als neugierig. So war unser erstes Ziel die Edelsteinmine des Steinkaulenberg. Selbstverständlich durfte man nur in einen Schaugang - aber immerhin - ein Erlebnis war es trotzdem.

1375 wurden die Achatvorkommen der Gegend erstmalig erwähnt. Die Landesherren erlaubten ihren Untertanen das Graben nach Achaten gegen Abgabe eines jeden dritten Zentners der Ausbeute, was bereits vor der ersten Erwähnung dieser Verordnung (1497) Brauch war. Man holte bestimmt viele schöne Achate aus dem Berg, bis der Abbau dann 1875 eingestellt wurde. Viele der Bergmänner zog es nach Brasilien, wo sie neue Betätigungfelder vorfanden und ihre Kenntnisse anwenden konnten. Die Steine wurden dann zur Weiterverarbeitung nach Idar Oberstein gebracht.

Die Edelsteine sind ein Produkt des reichen Vulkanismus den es in dieser Gegend gab. In den im Lavastrom vorhandenen Blasenräumen befinden sich sogenannte Mandeln, die meist Achate in verschiedenen Farben enthalten. Wenn im Innern von Mandeln ein Hohlraum vorhanden ist, in den die Spitzen von Makrokristallen hineinragen, so spricht man von Drusen (Geoden), die häufig Kristalle, vor allem Bergkristalle und Amethyste, enthalten. Wir fanden die Führung und die wirklich tollen Erklärungen im Besucherstollen sehr schön. Gut, unseren Abenteuerdrang selbst einmal zu graben konnten wir nicht nachgehen, aber es war trotzdem sehr schön.

Das Deutsche Edelsteinmuseum entstand eigentlich aus der Gründung eine Gewerberates für die Edelsteinindustrie. So wurde eine Gewerbe- und Industriehalle eingerichtet, die als Verkaufsausstellung der Industrieerzeugnisse ausgerichtet war. 1897 wurde dann die sogenannte "neue Gewerbehalle" bezogen. Hier wurden jetzt ausschließlich Produkt der Edelsteinindustrie gezeigt, konzipiert als eine Leistungsschau ohne Verkauf.

Heute zeigt das Deutsche Edelsteinmuseum eine sich ständig in Bewegung befindliche Ausstellung. Edelsteine aus der ganzen Welt, egal ob in geschliffener Form oder als Kristalle oder Rohsteine, werden gezeigt. Sehr viele Exponate zeigen, was man so alles aus Edelsteinen machen kann. Wirklich - ein Traum.

Jetzt geht es zur Mündung des Neckar und wir besuchen die Stadt Heidelberg. Bekannt wegen ihrer Schloßruine oberhalb der prächtigen Altstadt. Außerdem gibt es in Heidelberg die älteste Hochschule Deutschlands, die Ruprecht-Karls-Universität. Die Stadt selbst wurde im 12. Jahrhundert gegründet, aber ihre Geschichte reicht bis in die keltische und römische Zeit zurück.

Im Schloß selbst kann man das größte Weinfaß - einfach genannt - das Große Fass bewundern. Nach Eintrocknung des Holzes faßt dieses Fass noch immer 219.000 Liter. Es wurde nur 3 mal durch ein großes Loch an der Decke befüllt, nie war es ganz dicht. Eine weitere Attraktion im Schloß ist das Apothekenmuseum. Man, was kannte man nicht schon für Kräutermixe und Tinkturen. Viele davon haben auch wirklich geholfen. Anschaulich ist die Geschichte der Apotheken und des Apothekerberufes dargestellt.

Es ist wirklich schön durch die Altstadt von Heidelberg zu schlendern. Heidelberg ist eine der wenigen Städte, die im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurde. So kann man die wunderschöne barocke Altstadt genießen. Immerhin ist die Fußgängerzone, die die Altstadt durchzieht, gute 1,6 km lang. Somit eine der längsten Fußgängerzonen in Europa.

Ein Wahrzeichen der Stadt ist natürlich die Ruine des Heidelberger Schlosses. Oberhalb des Neckartales entstand zuerst eine wehrhafte Burg. Erst später wurde diese Burg zur einer prachtvollen Residenz der Kurfürsten von der Pfalz ausgebaut. Bereits 1689 und 1693 wurde das Schloss während des pfälzischen Erbfolgekrieges zerstört und danach nur teilweise wieder aufgebaut.

Nachdem 1764 ein Blitz einschlug besiegelte der daraus entstehende Brand das Schicksal des gerade restaurierten Schlosses. Es wurde aufgegeben und die Ruine diente, wie soviele andere Ruinen auch, als Steinbruch. Hauptsächlich wurden die Steine zum Neubau des Schwetzinger Sommerschlosses verwendet. Gute 80 Meter erhebt sich die Schlossruine über dem Talgrund des Neckar, am Nordhang des Königstuhls. So dominiert der Anblick das Bild der Altstadt.

Eine tolle Möglichkeit auf den Königstuhl zu kommen ist die Heidelberger Bergbahn. Eigentlich besteht die Bahn aus zwei Standseilbahnen. Die Technik war natürlich wieder etwas für Rolf. Ich glaube, es gibt jetzt kaum einen Flecken, den er nicht begutachtet hat - ob auf der neuen Strecke vom Tal bis zur Station Molkenkur - oder auf dem alten, traditionellen Stück von der Umsteigestation Molkenur bis hinauf zum Königstuhl. Die Spurweite der beiden Bahnen beträgt 1 Meter. Vom Tal bis zum Königstuhl werden insgesamt 974,5 Höhenmeter überwunden. Nach langem hin und her wurde die Bahn 1890 eröffnet. Zunächst wurde die Bahn mittels Wasserbalast angetrieben. Eine Zahnstange diente zum Bremsen und zur Regulierung der Fahrtgeschwindigkeit. Eine schöne Möglichkeit auf einen Berg zu kommen - gemütlich ist es und die Aussicht kann man genießen.

Vom Königstuhl aus hat man eine wundervolle Aussicht über die Altstadt und dem Neckar. Schöne Wanderwege gibt es hier und man kann die Natur genießen. Außer mit der Bergbahn, kann man noch über die Himmelsleiter, mit ihren mehr als 1200 Stufen, vom Heidelberger Schloss aus auf den Gipfel kommen. Man überwindet dabei gute 270 Höhenmeter.

Die sogenannte "Alte Brücke" über den Neckar gehört zweifelsohne mit zu den Sehenswürdigkeiten Heidelbergs. Am Tor mussten Auswärtige den Brückenzoll entrichten, im Verteidigungsfall konnte es durch ein Falltor verschlossen werden. Witzig ist die Skulptur des Brückenaffen, die an den mittelalterlichen Brückenaffen anknüpft. Am damaligen Affenturm war ein Affenrelief angebracht. Der abgebildete Affe fasste sich ans Hinterteil und hielt sich gleichzeitig einen Spiegel vor. Der Überlieferung nach waren bei dem Affen folgende Zeilen angebracht:

Was thustu mich hie angaffen?

Hastu nicht gesehen den alten Affen Zu Heydelberg /

sich dich hin unnd her / Da findestu wol meines gleichen mehr.

Bei der Zerstörung von 1689 wurde der Affenturm gesprengt und der Brückenaffe ging verloren. 1977 schrieb der Verein Alt-Heidelberg einen Wettbewerb für eine moderne Neugestaltung des Brückenaffen aus, der zugunsten des Entwurfs von Gernot Rumpf entschieden wurde. Die neue Skulptur greift das Motiv der Selbstreflexion auf, indem sie dem Betrachter einen metaphorisch zu deutenden Spiegel vorhält. Neben dem Affen ist das besagte Spottgedicht angebracht.

Geprägt ist das Zentrum der Altstadt durch die Heiliggeistkirche. Auf dem Vorplatz werden diverse kulinarische Köstlichkeiten feil geboten. Wir haben uns hier gerne ausgeruht und dem treiben der Menschen zugesehen. Schön anzusehen ist auch die Jesuitenkirche, als ein Wahrzeichen der Gegenreformation.

Das Hotel "Zum Ritter" ist eines der ältesten Gebäude der Stadt Heidelberg. Wie schon erwähnt, es macht wirklich Spaß durch diese Altstadt zu schlendern. Überall kann man schön einkehren und sich mit der guten Küche der Gegen vertraut machen. Zum späteren Abend hin zog es Rolf und mich dann aber doch eher in den Irish Pub. Ein gut gezapftes Bier mit guter Musik - so kann man einen abenteuerlichen Tag gut ausklingen lassen.

Für uns eine der schönsten Städte in Deutschland - Rothenburg ob der Tauber. Hier gibt es so viel zu entdecken, das glaubt man kaum. Der Weg führt durch enge gepflasterte Gassen, vorbei an kleinen Fachwerkhäusern, Kirchen und alte Gemäuer. Eine mittelalterliche Stadt mit einer unglaublichen Romantik. Sofort wird die Fantasie beflügelt.

Die Stadtmauer mit vielen mächtigen Türmen wie dem Röderturm umgibt die gesamte Altstadt und ist sogar begehbar, was einem herrliche Ausblicke in das Taubertal und über die Sehenswürdigkeiten von Rothenburg ob der Tauber ermöglicht. Immer wieder ändert sich der Blickwinkel, scheinbar steht für jeden Stein eine Geschichte. Wenn man sie nicht kennt, tja - dann denkt man sich halt eine passende Geschichte aus. Man spürt förmlich das Mittelalter.

Schon um 970 wurde auf der Bergnase über der Tauber eine Burg gebaut. Nach dem das Geschlecht der Grafen von Rothenburg ausgestorben war erwarb König Konrad III. den Besitz. Er erweiterte die Burg und neben der Burg entstand eine kleine Siedlung. Dies war der Beginn von Rothenburg. Rothenburg erhielt im Jahre 1172 das Stadtrecht und im Jahre 1272 wurde sie freie Reichsstadt. Um 1400 erlangt die Stadt unter Bürgermeister Heinrich Toppler den Höhepunkt ihrer Macht. In den folgenden Jahrhunderten erlitt die Stadt mehre schwere Niederlagen und musste Kriegsentschädigungen zahlen. Im 1802 verlor Rothenburg die Unabhängigkeit und wurde Bayern angegliedert. Im Jahre 1945 kurz vor Kriegsende wird vierzig Prozent der Stadt durch Bomben vernichtet. Dies war ein sehr schwerer Schlag für die Stadt. Besonders betroffen war das Gebiet zwischen Weißem Tor und Rödertor. Das zerstörte Gebiet wurde im ursprünglichen Zustand wieder aufgebaut.

Auch die Stadtmauer wurde im 2. Weltkrieg fast gänzlich zerstört. Mittels einer Spendenaktion wurde Geld für den Aufbau und Erhalt gesammelt. Tafeln, die beim Wiederaufbau in die Stadtmauer eingelassen wurden, zeugen von den Spenden, die aus aller Welt kamen. Die erste Stadtmauer wurde im Jahr 1172 gebaut. Aus dieser Zeit sind noch der Weiße Turm, der Markusturm und der Röderbogen erhalten. Am höchsten Punkt der Altstadt befindet sich der "Weiße Turm". Der Röderturm stammt aus dem 14. Jahrhundert, als man anfing einen neuen Mauerring zu bauen. Heute ist der Rödertum begehbar und in der Turmstube gibt es eine Ausstellung von Bildern und Dokumenten zur Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg.

Ein Bau der besonderen Art ist das Rathaus von Rothenburg. Es besteht aus zwei Teilen. Der ältere Teil ist gotisch und dort befinden sich der Kaisersaal und der Rathausturm. Dieser Turm ist begehbar und der höchste Aussichtspunkt der Stadt. Der vordere Teil stammt aus der Renaissance und wurde in den Jahren 1572 – 1577 erbaut. Getrennt sind beide Gebäude durch einen Lichthof. Wenn ihr auf den Turm wollt, stärkt Euch vorher - aber nicht zu viel - denn der Ausstieg ist wahrlich nicht für zu mollige geeignet. Aber die Aussicht ist einfach genial.

Gleich neben dem Rathaus findet man die Ratstrinkstube, die aus dem Jahr 1446 stammt. Die Trinkstube durfte früher nur von den Ratsherren betreten werden. Im hallenartigen Erdgeschoß stand die städtische Ratswaage. An der Fassade befindet sich die Kunstuhr mit der Darstellung des legendären Meistertrunks aus dem Jahre 1910. Bei dieser Geschichte geht es darum, dass der Altbürgermeister Nusch auf Befehl des Feldherren Graf Tilly einen 3,25 – Liter – Humpen auf einen Zug leerte und damit die Stadt vor der Zerstörung bewahrte. Markant sind noch am Giebel des Gebäudes die große Stadtuhr aus dem Jahre 1683 mit Datumsanzeige und die Sonnenuhr aus dem Jahre 1768.

Der St. Georgsbrunnen befindet sich am Ende des Marktplatzes gegenüber dem Rathaus. Er ist der größte Brunnen der Stadt und einer der Schönsten. Seine Tiefe beträgt 8 Meter und er hat ein Fassungsvermögen von 100000 Litern. Auf der Wappengeschmückten Brunnensäule sieht man den Ritter St. Georg – mit dem Drachen.

Rolf bekam ich ja fast nicht mehr raus, aus dem Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt. Als bekennender Weihnachtsschmuck-Sammler war er im Paradies gelandet. Sind wir in Rothenburg ob der Tauber, dann sind wir auch im Weihnachtsdorf. Angeschlossen um begründet von der Familie Wohlfahrt, das Deutsche Weihnachtsmuseum. Wie auch im Weihnachtsdorf wird Weihnachten hier zu jeder Jahreszeit lebendig. Auf einer Fläche von 250 qm kann man Weihnachtsschmuck aus den verschiedensten Epochen sehen, sowie eine einzigartige Sammlung von Weihnachtsmännern, Papierkrippen, Adventskalendern, Wachsengeln, Weihnachtsbäumen uvm. Der angeschlossene Laden lädt zum Einkauf der verschiedensten Weihnachtssachen ein.

Das Mittelalterliches Kriminalmuseum in Rothenburg ob der Tauber ist das bedeutendste Rechtskundemuseum in Deutschland und das Größte seiner Art im europäischen Raum. Auf 4 Etagen erhält man einen Einblick in das Rechtswesen vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jhd.. Gezeigt werden die Entwicklung der Gesetzgebung, der Ablauf von mittelalterlichen Strafprozessen sowie alte Folterinstrumente. Erstaunlich erschrecken, was sich ein Mensch so alles einfallen läßt, um andere Menschen zu quälen. Wäre doch nur halb soviel Fantasie übrig, um genau das Gegenteil zu erreichen ..... wir hätten den Himmel auf Erden. Ich fand eigentlich nur die folgenden Büroregeln interessant:

1. Gottesfurcht, Sauberkeit und Pünktlichkeit sind die Voraussetzungen für ein ordentliches Geschäft.

2. Das Personal braucht jetzt nur noch an Wochentagen zwischen 6 Uhr vormittags und 6 Uhr nachmittags anwesend zu sein. Der Sonntag dient dem Kirchgang. Jeden Morgen wird im Hauptbüro das Gebet gesprochen.

3. Es wird von jedermann die Ableistung von Überstunden erwartet, wenn das Geschäft die Begründung erscheinen lässt.

4. Der dienstälteste Angestellte ist für die Sauberkeit der Büros verantwortlich. Alle Jungen und Junioren melden sich bei ihm 40 Minuten vor dem Gebet und bleiben nach Arbeitschluss zur Verfügung.

5. Einfache Kleidung ist Vorschrift. Das Personal darf sich nicht in hell schimmernden Farben bewegen und nur ordentliche Strümpfe tragen. Überschuhe und Mäntel dürfen im Büro nicht getragen werden, da dem Personal ein Ofen zur Verfügung steht. Ausgenommen sind bei schlechtem Wetter Halstücher und Hüte. Ausserdem wird empfohlen, in Winterzeiten täglich 4 Pfund Kohle pro Personalmitglied mitzubringen.

6. Während der Bürostunden darf nicht gesprochen werden. Ein Angestellter, der Zigarren raucht, Alkohol in irgendeiner Form zu sich nimmt, Billardsäle und politische Stellen aufsucht, gibt Anlass, seine Ehre, Besinnung, Rechtschaffenheit und Redlichkeit anzuzweifeln.

7. Die Einnahme von Nahrung ist zwischen 11.30 Uhr und 12.00 Uhr erlaubt. Jedoch darf die Arbeit dabei nicht eingestellt werden.

8. Der Kundschaft und Mitgliedern der Geschäftsleitung ist mit Ehrerbietung und Bescheidenheit zu begegnen.

9. Jedes Personalmitglied hat die Pflicht, für die Ehrhaltung seiner Gesundheit Sorge zu tragen, Im Krankheitsfalle wird die Lohnzahlung eingestellt. Es wird daher dringen empfohlen, dass jedermann von seinem Lohn eine hübsche Summe für einen solchen Fall wie auch für die alten Tage beiseite legt, damit er bei Arbeitunvermögen und bei abnehmender Schaffenskraft nicht der Allgemeinheit zur Last fällt.

10. Zum Abschluss sei die Grosszügigkeit dieser neuen Büro Ordnung betont. Zum Ausgleich wird eine wesentliche Steigerung der Arbeit erwartet.

Eine der bedeutendste Kirche der Stadt ist die St. Jakob Kirche. Die beiden Türme der Kirche prägen das Stadtbild. Erbaut wurde sie im 14. und 15. Jhd.. Besonders sehenswert ist der berühmte Heilig – Blut – Altar von Tilman Riemenschneider. Weiterhin ist der Zwölfbotenaltar von Friedrich Herlin beachtenswert und die wunderschönen Glasfenster. Die St. Wolfgangskirche ist eine spätmittelalterliche Kirche; eine ehemalige Wehrkirche. Sie wurde in die Befestigungsanlage am Klingentor einbezogen. Heute noch sichtbar sind die Schießscharten, die unterirdischen Kasematten und ein Verlies.

Die Gerlachschmiede befindet sich in der Nähe des Rödertores. Es ist eins der schönsten Fachwerkhäuser Rothenburgs. Sehenswert ist der Giebel mit den Fenstern und den bunten Wappentafeln. Noch unzählige Häuser, Anekdoten könnte man über Rothenburg ob der Tauber erzählen. Wir wollen hier nicht vergessen, der kulinarische Genuß kommt in dieser Stadt nicht zu kurz (geht aber bloß nicht in die überlaufenen Touristenlokale). Man muß zwar etwas suchen, aber es findet sich bestimmt für jeden Geschmack etwas. Also, ein wahr gewordener mittelalterlicher Traum ist diese Stadt und immer wieder eine Reise wert.

Wir waren mal wieder unterwegs, da musste Rolf mit einem Mal für einen Tag arbeiten gehen. Sein Einsatzort war in der Nähe von Stuttgart. Aber was den ganzen Tag machen. Nach Stuttgart wollte ich nicht fahren, da las ich etwas über Marbach - der Schillerstadt. Warum sich diesen Ort nicht einmal ansehen? Also, nichts wie hin.

Unschwer zu erraten, Marbach nennt sich auch die Schillerstadt weil 1759 Dichter Friedrich Schiller hier geboren wurde. Er lebte zwar nur die ersten vier Jahre seines Lebens in Marbach, konnte also wohl kaum eine emotionale Bindung zu diesem Ort aufbauen, aber trotzdem wurde die Stadt nach seinem Tod zu einem Zentrum seiner Verehrung.

Hoch über dem Neckar, reizvoll umgeben von Weinbergen und Obstgärten, liegt Marbach mit seiner wirklich prächtigen Altstadt. Das Erscheinungsbild dieser schönen Altstadt geht auf den Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1693 zurück. Sie zieht sich vom Sühang des Strenzelbachtals hinauf und weist einen rechteckigen Grundriss von etwa 350 mal 250 Metern auf. Die alten Wehranlagen sind teilweise noch erhalten. Glaubt mir, innerhalb eines Tages geht man quer durch die Stadt als auch drum herum. Aber schön ist es wirklich.

Sehr schön anzusehen ist auch die Alexanderkirche. Neben der Concordia-Glocke von 1859, der „Schillerglocke“, verfügt die Alexanderkirche seit 1997 wieder über ein neues Geläute von fünf privat finanzierten Glocken. Ich fand interessant den römischen Inschriftstein der in einer Mauer der Kirche mit eingemauert ist.

Den Tag hatte ich also auch hinter mich gebracht. Rolf war gegen Abend fertig mit arbeiten. Ein Hotelzimmer war schnell zu finden. Sehr, wirklich sehr gut, essen kann man bei dem Italiener in der Marktstraße. Hier machten wir auch noch die Bekanntschaft mit einem netten Pärchen, welches uns den Genuß von Wein scherzhaft näher bringen wollte. Um es kurz zu machen, es wurde ein lustiger Abend.

 
 
Discover the Earth - 2009