Auch in unserer relativen Nähe gibt es viel zu entdecken. Freunde von uns fragten, ob wir denn nicht einmal gemeinsam in den Urlaub wollen. Warum nicht! Mit einer Familie waren wir so noch nicht unterwegs. Klar, es wird kein Urlaub, wie Rolf und ich es kennen. Allein die Personenanzahl, vierköpfige Familie zusammen mit uns, sechs Personen, da mussten wir schon etwas anders planen. Erst einmal ging es aber darum, ein Ziel zu finden. Schnell kamen wir auf Kroatien. Halbwegs in der Nähe, einen teuren Flug kann man sich sparen - die Strecke schafft man locker mit dem Auto. Jahre ist es her, da waren Rolf und ich schon einmal in Kroatien, damals hieß das ganze noch Jugoslawien und wir hatten lauter schöne Erinnerungen. Also, dass Ziel war gefunden. Mit so vielen Leuten bekommt man, gerade wenn man in den Ferien fährt, nicht so ohne weiteres eine Unterkunft. Nach vielen hin und her entschlossen wir uns ein Haus zu mieten. Also, es sollte wirklich einmal ein ganz anderer Urlaub für Rolf und mich werden. Ich nehme es hier vorweg, wir hatten viel Spaß und erlebten viele schöne Dinge. Kroatien hat so viel zu bieten, da macht es nichts, wenn man nicht ganz so flexibel ist.

Am ersten Ferientag, gegen Abend, begannen wir unsere Reise nach Mitteleuropa. Wir durchquerten Österreich und Slowenien und überquerten gegen Mittag die Grenze zu Kroatien. Bei uns zu Hause war es relativ kalt, von Sommer konnte keine Rede sein. So freuten sich alle auf das mediterrane Klima an der Küste, welches für trockene, warme Sommertage sorgt. Unser Ziel war Mitteldalmatien, genauer in der Gegen um Zadar - in Sukosan - hatten wir ein Ferienhaus gemietet. Leider gab es auf der Hinfahrt eine sehr schweren Verkehrsunfall und wir standen gute 4 Stunden auf der Autobahn. So kamen wir erst gegen Abend an unser Ziel an.

Sukosan

Wir wählten Sukosan aus Zielort, da es logistisch einfach fast perfekt liegt. Man erreicht viele Sehenswürdigkeiten in annehmbarer Zeit, in der Nähe liegen schon mal 5 Nationalparks. Der Ort liegt ca. 10 km von Zadar entfernt an der malerischen Küste Kroatiens, in der Bucht von Zlatna-Luka (goldener Hafen). Der Ort ist klein (aber sehr lang gezogen), nicht so sehr touristisch ausgelegt wie zum Beispiel Biograd. In der Nähe ist die größte Marina des Mittelmeeres gelegen. Neben dem Tourismus ist die Landwirtschaft immer noch eine wichtige Einnahmequelle der Menschen. So werden Wein, Oliven und Obst angebaut.

Im kleinen Hafen des Ortes kann man die Überreste der erzbischöfliche Sommerresidenz Palac bewundern, die auf einer künstlich aufgeschütteten Insel gebaut wurde. Eine weitere Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Kirche der gnädigen Madonna im Zentrum des Ortes. Die Kirche ist der heiligen Maria aus Dankbarkeit gewidmet da der Ort von der Pest verschont wurde. Gegenüber des alten Stadttores gelegen, lassen die Schießscharten in der Kirche darauf schließen, dieses Gotteshaus wurde auch als Schutzraum genutzt.

Die Kirche des Heiligen Kasijan findet man im alten Ortskern gelegen. Das Gebäude ist verziert mit Elementen aus der Romantik und aus dem Barock. Gleich neben der Kirche wurde im 20. Jahrhundert ein großer Glockenturm nach Entwurf des Architekten Ivekovic erbaut. Auf dem Kirchhof davor, der von einer hohen Steinmauer umgeben ist, werden jedes Jahr Konzerte gegeben. Am 13.August feiert die Gemeinde mit einer Prozession durch den Ort das Fest des Hl. Kasijans.

Der Ort kann gleich mehrere Strände aufweisen, wobei der Djecji raj (Kinder-Paradies) der bekannteste ist. Hier fühlen sich die Kinder wohl, fällt ein Sandstrand ganz seicht ins Meer ab. Noch nach hundert Metern kann man als Erwachsener locker stehen. Die Bucht ist schön geschützt, so das die lieben "Kleinen" getrost herumtollen können. Die andere Strände bestehen aus Kies oder Fels und Steinen, fallen aber auch fast alle recht flach ins Meer ab. Das Wasser ist klar und sauber - Badespaß ist garantiert.

Biograd - eine Fahrradtour

Wer die anderen Seiten unserer Berichte durchstöbert hat wird bemerkt haben, zur Fraktion der reinen "Strandlieger" gehören Rolf und ich nicht. Nachdem wir die ersten Tage ausgiebig Sukosan erkundet hatten, mieteten wir uns kurzerhand ein Fahrrad. So fuhren wir am Vormittag los - Richtung Biograd. Es ging immer am Meer entlang, zuerst direkt an der Hauptstraße, aber schon bald bogen wir ab und fuhren durch diverse kleine Dörfer. Unterwegs erkletterten wir einen Beobachtungsturm, der scheinbar zur Beobachtung von Waldbränden dient. Schöne Aussicht von hier oben - nur Vorsicht, so ganz stabil sah das Ding dann doch nicht aus. Natürlich machten wir unterwegs auch mal Pause und erfrischten uns mit einem kühlen Drink. Ich liebte die Orangina, die man fast überall bekam. Mit Mineralwasser gemischt ist das Zeug nicht mehr so süß und wirklich lecker.

 Die Gegend ist touristisch voll erschlossen und so kamen wir an unzähligen Hotels und Campingplätzen vorbei. Dann erreichten wir Biograd - voll erschlossen für den Touristen. Strategisch immer noch super gelegen für diverse Ausflüge gibt es hier unzählige Hotels und diverse Marinas. Wir schlenderten immer am Meer entlang und kamen dann an eine riesige Promenade. Der Hamburger Dom ist dagegen fast ein nichts. O.k. - große Achterbahn und Riesenrad gab es nichts, aber diverse kleinere Karussells sollen hier für die "Bespaßung" der lieben Kleinen sorgen. Unzählige Stände mit allerlei Essen und Andenken pflasterten diese Promenade. Der Strand war zum großen Teil betoniert. Man hat auch zwei Wasserrrutschen gebaut, die gegen entsprechendes Entgelt genutzt werden dürfen. Gleich daneben eine Bar (eine von zig Bars am Rande). Also - ein riesen Trubel an diesem Ort. Gut, dass wir hier nicht gebucht hatten.

Der Ort selber ist ganz hübsch und auch von historischer Bedeutung. Erstmals im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde der Ort bereits im 11. Jahrhundert Sitz der kroatischen Könige. Diese "Berühmtheit" hatte allerdings zur Folge, dass die Stadt diverse Male total zerstört wurde; während der Türkenkriege im Hoch- und Spätmittelalter und durch die Auseinandersetzungen Dalmatien mit Venedig. Schade, dass man jetzt eher einen Jahrmarkt aus dem Ort gemacht hat.

Krka

Es ging natürlich auch in den Nationalpark Krka. Benannt nach dem mit 72 km längsten Fluss von Zentraldalmatien. Auf den letzten 20 km zum Meer, kurz hinter Sibenik, ergießt sich der Fluss in Kaskaden und sieben Wasserfällen in die Tiefe. Über 242 Meter ist die Fallänge aller Fälle zusammen genommen. Zwischen den einzelnen Fällen staut sich das Wasser immer wieder in kleinen Seen.

Dabei ist der Fluss eingebettet in eine dichte, üppig gründe Vegetation und es entstand teilweise eine dschungelähnliche Flusslandschaft, was der ganzen Umgebung einen einzigartigen Charme verleiht. 1985 wurde der Nationalpark Krka gegründet und erstreckt sich entlang des Flusses zwischen Skradin und Knin. Von Sibenik aus kann man auch per Boot die nur knapp 20 km bis Skradin zurücklegen.

Vom Eingang Lozovac aus ging es erst einmal mit dem Bus ins Tal hinunter. Wir entschieden uns dazu, erst einmal ein wenig den Fluss mit dem Boot zu erkunden. Alle Stunde fährt ein Boot den Fluss hinunter Richtung Skradin. Zuerst hielten wir an der Klosterinsel Visovac, die eine der vielen Attraktionen des Parks ist.

Von hohen Bäumen umgeben befindet sich auf der Insel ein Franziskanerkloster. Im Kloster selbst kann man eine kleine Kunstsammlung bewundern. Mich faszinierte aber die schöne Vegetation der Insel. Das Kloster wurde bereits im 14. Jahrhundert von Franziskanermönchen gegründet. Wie so vieles in diesem Land, wurde auch die Insel diverse Male erobert, zerstört und wieder aufgebaut. Ein Teil der Insel soll künstlich aufgeschüttet sein.

Die Fahrt ging dann weiter den Fluss entlang und wir durchfuhren einen schmalen Canyon. Klar, unsere Fantasie sprudelte natürlich gleich wieder über - Herr der Ringe war gleich wieder präsent. Unser nächster Halt war dann bei Roski Slap. Hier sollten wesentliche Teile der Winnetou-Filme gedreht worden sein. Auch wenn der Wasserfall nicht so hoch ist, ist er wirklich schön anzusehen.

Wieder wurde die Fantasie mehr als angeregt. Gurgelnd fließt das Wasser in Richtung des Hauptstromes durch das satte Grün, welches auf den Felsen emporsprießt. Hier hatten wir einen längeren Aufenthalt.

Es gab hier noch eine alte Mühle, die dann und wann auch noch in Betrieb genommen wird und ein kleines Museum. Außerdem ist hier eine der wenigen Badestellen. War schon lustig, wie die Fische an den Zehen anfingen zu knabbern.

Geruhsam ging es dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Durch einen dichten Schilfgürtel durch, dann waren wir wieder da, wo wir eingestiegen sind. Von hier aus gingen wir zu Fuß zu den Skradinski Buk, dem beeindruckensten Wasserfall der Krka. Travertinkaskaden, Inseln und Seen bilden hier auf einer Länge von 800 Metern ein einmaliges Naturschauspiel. Über 17 Stufen stürzt eine gewaltige 200 bis 400 Meter breite Wasserwand insgesamt 45 Meter tief hinab.

Hier gibt es eine tollen Rundwanderweg, der sich größtenteils auf Holzstegen durch das Labyrinth der zahlreichen Wasserläufe windet. Überall gurgelt und gluggert das Wasser und leuchtet in den verschiedensten Farben. Zahllose Fische konnten wir beobachten. Überall gab es Abzweige zu tollen Aussichtspunkten mit einem super Blick über die einzelnen Kaskaden.

Am letzten und größten Wasserfall durfte auch gebadet werden. Auch wenn wir zuerst etwas zögerten, man macht schließlich auch eine Menge kaputt, wenn hunderte von Menschen jeden Tag durch den Fluss stapfen, aber wir gingen uns dann doch erfrischen. Herrlich - so sieht man nicht alle Tage einen Wasserfall.

Am Anfang/Ende des Rundweges gibt es noch einmal ein alte Wassermühle die heute in ein Ethno-Museum umgebaut wurde. Hier soll vermittelt werden, wie sich das Leben am Fluss darstellte. Noch einmal schauten wir den Fischen ein wenig zu, dann ging es mit dem Bus zurück zum Eingang des Parks zu unserem Auto. Ein toller Tag mit unzähligen fantastischen Eindrücken ging zu Ende.

Zadar

Natürlich besuchten wir auch Zadar, sogar mehrmals. Die gut 80.000 Einwohner zählende Stadt ist voll auf den Tourismus ausgerichtet. Von hier kann man Fähren zu den vorgelagerten Inseln nehmen, oder aber auch die Fähre nach Italien. Aber, man lebt nicht ausschließlich vom Tourismus. Man produziert auch Nahrungsmittel, betätigt sich im Schiffbau und stellt Textilien her. Solide Standbeine, die der Wirtschaft förderlich sind und die Möglichkeit bieten, nicht in eine komplette Abhängigkeit der Touristenkonzerne zu geraten.

Die Vororte von Zadar sind wahrlich nicht beeindruckend, genauso wie die Vororte zahlloser Städte dieser Welt. Plattenbauten, ohne jegliche Fantasie hochgezogen, bestimmen hier das Bild. Ganz anders aber in der auf einer Landzunge gelegenen Altstadt. Hier wird die Geschichte wieder lebendig und es regt alle Sinne an, durch die Gassen zu schlendern.

Die Römer begannen schon im 2. Jahrhundert v. Chr. die Stadt zu prägen. So wurde eine Kanalisation gebaut, was die Lebensbedingungen der Bewohner erheblich verbessert haben muss. Hinzu kam ein Kapitol, Thermen und Befestigungsanlagen sowie ein Amphitheater. Alles, was es im römischen Reich in einer Stadt mit Kultur auch gegeben hat.

Einen weiteren kulturellen Höhepunkt erreichte die Stadt zur Zeit der kroatisch-ungarischen Monarchie. Im 13. Jahrhundert kam die Stadt dann aber unter die Fittiche von Venedig. Man versuchte zwar standhaft, sich gegen die Truppen zu wehren, aber Venedig zwang letztendlich den kroatisch-ungarischen König ganz Dalmatien zu verkaufen. Gegen die Türken konnte man sich ganz gut zur Wehr setzen. Interessant, nach dem 1. Weltkrieg wurde Zadar Italien zugesprochen. Im 2. Weltkrieg war die Stadt schwer umkämpft und gehörte dann zu Jugoslawien. Im Bürgerkrieg von 1991 wurde die Stadt ein weiteres Mal eingekesselt und musste zahllose Zerstörungen durch Artilleriebeschuss hinnehmen. Schlendert man heute durch diese Altstadt, so kann man die Restauratoren nur bewundern. Fast wird der Eindruck erweckt, es sei nie etwas ernsthaftes geschehen. Um so unglaublicher, der Wahnsinn der größten Zerstörungen liegt man gerade etwa ein Jahrzehnt zurück.

Gerne haben wir uns von dem Trubel innerhalb der Altstadt an der Uferpromenade erholt. Von hier hat man einen schönen Blick auf die vorgelagerten Insel und kann den Fähren beim kommen und gehen zuschauen. Fasziniert hat uns die Meerwasserorgel. Hierfür wurden seeseitig Röhren ins Land gegraben, in die bei Flut Wasser gedrückt wird, welches dann Töne erzeugt, ähnlich wie bei einer Orgel. Setzt man sich eine Weile ruhig auf die Stufen und lauscht den Tönen, tritt wirklich eine Entspannung ein - ich wurde ziemlich müde. So relaxed genossen wir alle zusammen den Sonnenuntergang.

Pakostane - Vraner See

Wir erkundeten auch die Umgebung um Sukosan. So fuhren wir zum Vraner See und umrundeten diesen einmal. Es handelt sich hier um den größten Süsswassersee Kroatiens. An einigen Stellen ist der See nur durch einen Damm vom Meer getrennt. Es soll eine Menge Fische in dem See geben. Die Aussicht von den höher gelegenen Punkten über das Meer und die Inseln war einfach toll.

Zum Baden sind wir auch angehalten, das war allerdings nicht ganz so schön. Sehr gerne sind wir nach Pakostane gefahren. Hier scheint man nur vom Tourismus zu leben. Trotzdem ein kleiner, netter Ort. Einige kleine Restaurants, enge Gassen - recht idyllisch.

Am besten fanden alle Beteiligten die Eisdiele - bestelle nur 2 Kugeln und man ist den ganzen Tag satt. Eigentlich bin ich überhaupt kein Eis-Fan, aber das was es hier gab hat mich total überzeugt. Aufgrund der Temperaturen mussten wir uns mit dem schlecken allerdings ganz gut ran halten. Einfach ein Genuss!

Plitwicer Seen

Die Plitwitzer Seen gehören für uns zu den schönsten Wasserspielen, die sich Mutter Natur ausgedacht hat. Gelegen in einer Karstlandschaft, von hohen Berggipfeln geschützt, im mittleren Kroatien wurde die gut 16 Seen umfassende Gegend schon 1949 zum Nationalpark erklärt. Somit ist der Nationalpark Plitvicer Seen der älteste Nationalpark Kroatiens.

Als eines der ersten Naturdenkmäler weltweit wurde der Park dann 1979 als Weltnaturerbe in die Liste der UNESCO aufgenommen. Das geschützte Nationalparkgebiet umfasst 296,85 Quadratkilometer. Rund 1 Mio. Gäste kommen ca. pro Jahr um sich dieses Naturschauspiel anzusehen. Einige Orte liegen in der Nähe, insgesamt ist die Gegend jedoch eher dünn besiedelt.

Was macht denn nun aber dieses Gebiet so einzigartig? Das sind die kaskadenförmig angeordneten Seen, von denen zur Zeit 16 an der Oberfläche zu sehen sind. Diese Seen werden durch unterirdische Karstzuflüsse gespeist. Die Seen sind in einer Fließrichtung angeordnet und durch natürlich Barrieren voneinander getrennt. Diese natürlichen Barrieren nennt man Travertin-Barrieren die durch das Fließwasser selbst, Vegetation und Luft entstehen.

Die Lage in Schutze der Berge, das Klima bestimmt durch die milde Adrialuft und das Bergklima, begünstigen den hier vorhandenen Artenreichtum an Flora und Fauna. Hier existieren noch immer alle Tierarten, die schon vor dem Menschen rund um die Seen zu finden waren. Viele der Pflanzen und Tiere sind an keinem anderen Ort außerhalb des Naturparks zu finden.

Bei den 16 Oberflächenseen handelt es sich um ein Kaskadensystem, welches von Süden nach Norden durch die bergige Waldlandschaft zieht. Dabei überwindet das Wasser einen Höhenunterschied von 130 Metern. Die zwölf oberen Seen, welche auch die größeren Seen sind, werden durch eine eher hügeligen Landschaft umgeben. Dagegen die vier unteren Seen von schroffen, wild aussehenden weißen Kalkfelsen gesäumt sind. 2 Quadratkilometer Oberfläche haben alle Seen zusammen, wobei 80 % der Fläche auf den großen oberen See fallen.

Unzählige Kaskaden und kleine Wasserfälle plätschern durch die Vegetation. Das Wasser leuchtet je nach Tageszeit und Blickwinkel in den unterschiedlichsten atemberaubenden Farben. Überall ist ein gurgeln und gluckern zu vernehmen, neben den Zwitschern der Vögel ein tolles Naturkonzert. Daneben gibt es dann noch zwei große Wasserfälle - die dem ganzen Konzert ihre besondere Note verleihen.

Nur ca. 1 % des gesamten Nationalparks sind Wasseroberfläche. Um die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt dieser Gegen zu bewahren, wurden rund um die Seen 300 Quadratkilometer zur Schutzzone erklärt. Zu diesem Gebiet gehört auch "Corkova uvala", ein Gebiet mit bis zu 700 Jahre alten Buchen und Tannen. Ein Viertel des Gebietes besteht aus Wiesen und 19 kleinen Ansiedlungen.

Das ganze Gebiet ist nicht nur ein wichtiger Wasserspeicher, sondern auch das Rückzugsgebiet für viele Tiere. Aufgrund der Lage in einer industriearmen Gegend und kaum besiedelt, somit fernab von Lärm- und Luftverschmutzung, kann sich die Natur hier nahezu ungestört entwickeln und erhalten.

Wie schon gesagt, einzigartig diese Umgebung. Im Park selbst herrschen strikte Regeln. Die Autos werden auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt, dann bringen Shuttle-Busse einen an den gewünschten Ausgangspunkt für die ausgewählte Wanderung. Im Kerngebiet gibt es hervorragende Pfade, häufig auch Holzstege, die zu den schönsten Aussichtspunkten führen. Es sind aber auch längere Wanderungen möglich, hier sollte dann Rücksprache mit der Parkverwaltung gehalten werden.

Wir haben viel gesehen und erlebt an diesen Tag an den Plitvicer Seen. Natürlich sind wir viel gelaufen, aber die Mühe wird über alle Maßen belohnt. Eigentlich hätten wir zum Ende unserer Tour gleich wieder anfangen können. Sind wir einmal ein Stück zurück gegangen, entdeckten wir gleich wieder so viele neue Dinge, die beim ersten Vorbeischlendern verborgen blieben. Rolf und ich sind uns sicher, die Plitvicer Seen werden wir garantiert noch einmal besuchen. Dann nehmen wir uns auch etwas mehr Zeit mit.

Vodice

Bei einem unserer Tagesausflüge verschlug es uns auch nach Vodice. Ich habe es bis jetzt noch nicht erwähnt, aber für Rolf und mich war dies schon die zweite Reise nach Kroatien. Wobei, die erste Reise machten wir 1989 - da nannte man das noch Jugoslawien. Wir mieteten uns damals ein Zimmer in Vodice und verbrachten einen herrlichen Urlaub hier. So erinnerten wir uns an einen kleinen Fischerort, der Touristisch schon erschlossen war, aber alles war recht gemütlich.

So kamen wir also, immer der Küstenstraße folgend, in Vodice an. Oh je, hatte sich der Ort verändert. Viele Häuser sind neu erbaut worden, darunter auch einige Hochhäuser, direkt in Strandnähe. Unzählige Hotels. Und auch hier sahen wir, der Strand zu betoniert und zum Rummelplatz umgebaut.

Wir schlenderten etwas die Promenade entlang und durch den Ort und schwelgten in unseren Erinnerungen. Bis vor 50 Jahren lebte man hier nur von der Landwirtschaft, dann kamen die Touristen, Ein Eis versüßte uns wortwörtlich alles ein wenig. Wer Jubel, Trubel mag - für den ist Vodice das Richtige. Wir erinnern uns lieber daran, wie beschaulich es einmal in diesem kleinen Ort war.

Sibenik

Fährt man weiter die Küstenstraße entlang kommt man automatisch nach Sibenik. Vorher überquert man die Krka, an deren Mündung liegt Sibenik, über eine große Brücke. Von dieser Brücke kann man sich auch mittels Bungee-Jumping in die Tiefe stürzen. In der Ferne sieht man dann schon Sibenik.

Sibenik selbst ist eine relative junge Stadt und fand erstmals 1066 die erste urkundliche Erwähnung. Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts gehörte Sibenik mit wenigen Unterbrechungen dem ungarisch-kroatischen Königreich an, das von Venedig "abgelöst" wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts übernahmen die Franzosen die Stadt und wurden von den Österreichern abgelöst, die dann gute 100 Jahre hier das sagen hatten. Architektonisch geprägt wurde die Stadt aber durch die Venezianer.

Sibenik selbst ist umgeben von einigen Anhöhen, die darauf gebauten Festungen prägen das Bild der Stadt. Das ist zum einen die Festung St. Johannes, die rund 125 Meter hoch liegt. Sie befindet sich etwas nördlich der Festung Subicevac und östlich der Festung St. Anna. Letztere liegt oberhalb der Altstadt von Sibenik. Einheimische nennen die Festung nicht St. Anna, sondern Sv. Mihovil. Von hier aus hat der Besuchern einen tollen Blick über die Stadt. Eine vierte Festungsanlage, die Festung des heiligen Nikolaus, schützte die Stadt einst vor Angriffen aus Richtung der Adria. Sie gehört zu den massivsten Festungen entlang der Küste.

Nachdem wir den Blick von der Festung St. Anna förmlich in uns aufgesogen hatten gingen wir direkt hinunter zur Promenade. Wir wollten jetzt durch die engen Gassen und über die zahllosen Treppen die Altstadt erkunden. Wir fingen bei dem imposanten Dom der Stadt an. Die Kathedrale zählt zu den wichtigsten Sakralbauten der kroatischen Küste. Gute 100 Jahre wurde an ihr gebaut. Als architektonisches Meisterwerk gilt die Kuppel der Kathedrale. Es handelt sich hier um ein Tonnengewölbe mit frei tragenden Steinplatten.

Während des Bürgerkrieges Anfang der 90'iger Jahre drangen die Kranjna-Serbern bis in Küstennähe vor. Sibenik selbst aber blieb von größeren Schäden verschont. Im Jahre 2000 wurde die Altstadt von Sibenik von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Beeindruckt hat uns der mittelalterliche Gewürzgarten inmitten der Altstadt. Was für Düfte, die uns hier umgaben. Ein Ort der Ruhe an dem man seinen Kaffee einfach nur genießen kann (das Eis ist auch super!). Wir genossen es durch die engen Gassen zu schlendern, über glatte, sich fast schon spiegelnde Platten zu flanieren. Durch die vielen Treppen erinnerte uns Sibenik sehr an Blankenese. Was für ein Wunder, dass wir uns gleich heimisch fühlten.

Nationalpark Kornaten

Stattet man Norddalmatien schon mal einen Besuch ab, liegt es nahe einen Ausflug in den Nationalpark Kornaten zu machen. Für Segler und Taucher ein Paradies. Aber auch der Tourist, der nur einmal "schnuppern" möchte kann diesen Nationalpart leicht besuchen. Unzählige Anbieter gibt es entlang der Küste. So machten auch wir uns auf zu einem Tagesausflug in die Kornaten.

Früh morgens ging es mit einem kleinen Boot los, zusammen mit einigen anderen Touristen. Immerhin umfasst der 1980 gegründete Nationalpark gute 152 Inseln, Inselchen und Riffe und hat eine Fläche von 234 qkm. So ging die Fahrt durch einen wahren Irrgarten aus Inseln und Meerespassagen. Kurz nachdem die Fahrt begonnen hatte, sahen wir eine Delfinschule. Diverse Tiere tummelten sich im Wasser und umschwammen unser Schiff. Was für ein toller Anblick!

Beeindruckend die senkrechten Felswände direkt dem Meer zugewandten Inselseiten. Die "Kronen" ("Krune") stellen eine große tektonische Bruchlinie der Erdplatten dar. Diese sind durch die globale Bewegung der afrikanischen und der europäischen tektonischen Platten entstanden. Die Kronen sind auch Heimat von einigen Vögel, wie dem Wanderfalken und den Cormoranen. Aber auch seltene Pflanzen lassen sich hier finden.

Auch wenn die Inseln karg sind, kaum Vegetation vorhanden ist, waren einige von ihnen auch schon vor langer Zeit bewohnt. So sieht man Überreste einer alten Festung. Einige Inseln haben schöne Aussichtspunkte, die man erwandern kann. Leider war eine solcher Stopp bei unserer Tour nicht mit drin. Wir fuhren gegen Mittag einen kleinen Hafen an. Hier war eine kleine Marina angelegt, super Boote lagen vor Anker und es gab Mittagessen. Schnorcheln im Hafen war fast sinnlos, da gab es kein Leben mehr - schade.

Auf der Rücktour legten wir noch einen Halt vor einer anderen Insel ein und man konnte direkt vom Boot ins Wasser springen. War ein großer Spaß, aber auch hier war für den Schnorchler nichts zu holen. Trotzdem ein entspannter, lustiger Tag. Beim nächsten Mal mieten wir uns selbst ein Boot und erkunden die Inseln.

Nin

Richtig süß fanden wir den kleinen Ort Nin. Etwa 20 km von Zadar entfernt liegt das alte Salzstädtchen mit seinen knapp 1700 Einwohnern. Viele Reisende werden den Ort nur kennen, wenn sie ihn auf den Weg zur Insel Vir passieren. Bekannt ist Nin auch für die überdurchschnittlich salzhaltige Luft und dem Heilschlamm, der zur Rheuma-Therapie eingesetzt wird. Die idyllische Lage in einer seichten Bucht garantieren ein tolles Badevergnügen.

Nin gehört zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten Kroatiens. So wurde eine große Zahl liburgische Gräber gefunden, ein Beleg dafür, dass die Gegend zu den Hauptsiedlungsgebiet der Liburner zählte. Es wurden auch die Überreste eines relativ großen römischen Tempels gefunden. Auch dieser Ort hat also eine lebhafte Geschichte hinter sich.

Der Ort selbst liegt auf einer kleinen Insel; zwei Brücken stellen die Verbindung zum Festland her. Es handelt sich hier aber nicht um eine natürliche Insel. So um 1400 zerstörten die Türken den Ort fast vollständig. Um vor weiteren Angriffen sicher zu sein, gruben die Bewohner einen Graben um die Stadtmauer und verbanden diesen mit dem Meer.

Fährt man von Zadar aus nach Nin, kommt man kurz vor der Stadt an einem Turm vorbei, der auf einem Hügel liegt. Der Turm ist aber gar kein Turm, sonder eine Kapelle mit dem Namen Sv Nikolaj und wurde bereits im 11. Jahrhundert errichtet. Den Ort selbst betritt man durch eines der beiden Stadttore - natürlich nachdem man die Brücke über den Graben genommen hat.

Etwa in der Mitte des Ortes findet man dann die Pfarrkirche Sv Anselmo. Besonders schön die Schatzkammer, die an der Kirche angeschlossen ist. Hier kann man eine Menge Kunstschätze und kroatische Feinschmiedearbeiten bewundern. Die Reliquien des Hl. Anselm, ein Schulterblatt und eine Hand, sind auch zu sehen. Die Kirche selbst wartet mit Innenmalereien auf.

Etwas kurios anzusehen ist die kleinste Kathedrale der Welt - Sv Kriz. Diese Kathedrale ist wirklich so klein, man kann sie fast übersehen. Der Bau stammt aus dem 9. Jahrhundert. Nin war Bischofssitz und das kleine Gemäuer war die bischöfliche Kirche. Egal wie groß, dadurch stand die Kirche mit jeder anderen Kathedrale auf der Welt auf einer Stufe.

Wir hatten einmal mehr einen tollen Urlbaub. Auch wenn dieser einmal ganz anders war, als sonst bei Rolf und mir üblich. Wie in fast allen Ländern, auch Kroatien bietet noch viel, was wir entdecken können. Mal sehen, wann es Zeit für die nächste Reise ist.

Discover the Earth 2012